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Algen im Aquarium – unser Fenster-Experiment mit natürlicher Lösung

Verena

Algen im Aquarium – unser Fenster-Experiment mit natürlicher Lösung

Manchmal ist der beste Weg, ein Problem wirklich zu verstehen, es ganz bewusst entstehen zu lassen.
Genau das haben wir mit diesem Test-Aquarium getan. Nicht, weil wir Algen mögen – sondern weil viele Aquarianer sich fragen, ob man bei Algen sofort eingreifen muss oder ob sich ein Becken auch auf natürlichem Weg wieder stabilisieren lässt.

Um darauf eine ehrliche Antwort zu bekommen, haben wir ein Aquarium aufgebaut, das für Algen nahezu perfekte Bedingungen bietet: direkt am Fenster, mit viel Sonnenlicht, Sand als Bodengrund und darunter Pflanzenbodengrund, dazu eine normale Bepflanzung.
Anschließend haben wir das Becken acht Wochen lang einfach laufen lassen – ohne Eingriffe, ohne Korrekturen, ohne Gegenmaßnahmen.


Das Setup – bewusst algenfreundlich

Das Aquarium stand fensternah und bekam täglich deutliches Sonnenlicht ab. Gerade Fensterlicht ist im Alltag ein oft unterschätzter Faktor, da es nicht steuerbar ist und Pflanzen wie Algen gleichermaßen antreibt.
Der Boden bestand aus Sand, unter dem ein Pflanzenbodengrund eingebracht war.

In dieser Phase wurde nichts optimiert oder reguliert, es gab bewusst keinen Tierbesatz. Ziel war es, zu beobachten, wie sich ein Becken unter solchen Bedingungen ganz natürlich entwickelt.


Acht Wochen später – massiver Algenwuchs

In den ersten Tagen wirkte das Becken noch unauffällig. Mit der Zeit zeigte sich jedoch, was unter diesen Bedingungen fast zwangsläufig passiert:
Auf Scheiben, Pflanzen und Dekoration bildeten sich deutliche Algenbeläge, das Gesamtbild wirkte zunehmend trüb und ungepflegt.

Algen sind dabei kein Zufall und auch kein reines Pflegeproblem. Sie sind ein klares Signal dafür, dass Licht und Nährstoffe so zusammenkommen, dass Algen schneller profitieren als Pflanzen.

Die Vorher-Fotos zeigen genau diesen Zustand eines deutlich veralgten Aquariums:


Der bewusste Wechsel – Natur statt Chemie

Nach diesen acht Wochen haben wir bewusst auf chemische Mittel verzichtet. Stattdessen sind natürliche Algenfresser in das Aquarium eingezogen: Amanogarnelen und Algenrennschnecken, ergänzt durch einen jungen Antennenwels.

Amanogarnelen sind äußerst aktiv und ständig auf Nahrungssuche. Sie zupfen Algen von Pflanzen, Bodengrund und Dekoration und erreichen dabei auch Stellen, die man mechanisch nur schwer reinigen kann.
Algenrennschnecken sind besonders effektiv auf harten Oberflächen wie Scheiben und Steinen und hinterlassen dort deutlich sichtbare, saubere Bereiche.

 


Vier Wochen später – sichtbar stabileres Becken

Vier Wochen nach dem Einsetzen der Tiere haben wir das Aquarium erneut dokumentiert.
Das Becken war nicht steril oder vollkommen algenfrei, wirkte aber insgesamt deutlich ruhiger, stabiler und gepflegter.

Beläge hatten sichtbar abgenommen, Flächen waren sauberer und Pflanzen kamen wieder besser zur Geltung.
Genau das ist das Ziel: kein künstlich poliertes Aquarium, sondern ein funktionierendes, pflegeleichtes System.


Was man aus diesem Experiment lernen kann

  • Algen entstehen nicht plötzlich, sondern bauen sich über Zeit auf. 
  • Wer früh reagiert und die Ursachen versteht, kann häufig große Eingriffe vermeiden.
  • Fensterlicht spielt dabei eine größere Rolle, als viele vermuten.
  • Natürliche Algenfresser können ein Aquarium dauerhaft entlasten. Sie sind kein Wundermittel, arbeiten aber kontinuierlich dort, wo sonst immer wieder manuell eingegriffen werden müsste. 
  • Geduld ist dabei oft wirkungsvoller als hektisches Gegensteuern.

Fazit

Dieses Vorher-Nachher-Experiment zeigt sehr deutlich, dass es nicht immer die Chemiekeule braucht, um Algen in den Griff zu bekommen.
Mit den richtigen natürlichen Helfern, etwas Geduld und einem realistischen Blick auf Licht und Standort kann sich ein Aquarium ganz ohne aggressive Maßnahmen sichtbar stabilisieren.

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