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Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis, kurz BD)
Wissenswertes über die Gefahr für Axolotl und andere Amphibien.
Wichtiger Hinweis zu Ihrer Sicherheit:
Unsere Axolotl sind in der Regel bereits beim Züchter negativ auf BD getestet oder stammen aus generell BD-freien Beständen! So garantieren wir Ihnen den bestmöglichen Start mit gesunden Tieren.
Axolotl sind hochinteressante Wesen, die mit ihrem skurrilen „Dauerlächeln“ wie kleine Wasserdrachen wirken. Diese mexikanischen Querzahnmolche bleiben ihr Leben lang im Larvenstadium (Neotenie), was sie zu faszinierenden Studienobjekten und Haustieren macht. Obwohl sie als pflegeleicht und robust gelten, sind sie vor Krankheiten nicht gefeit. Die gefährlichste unter ihnen ist der Chytridpilz (BD). Diese Infektionskrankheit ist ein weltweiter Feind fast aller Amphibien – von Fröschen über Molche bis hin zu Unken – und endet im Aquarium ohne schnelles Eingreifen fast immer tödlich.
Ursache: Ein erbarmungsloser Parasit
Der ursprünglich aus Afrika stammende Chytridpilz ist ein Tröpfchenpilz, der die sogenannte Chytridiomykose auslöst. Er befällt sowohl kranke als auch scheinbar gesunde Tiere. Ein geschwächtes Immunsystem durch falsche Haltungsbedingungen, mangelnde Hygiene oder Stress öffnet dem Erreger jedoch Tür und Tor.
Der Pilz tritt in zwei Stadien auf: einer Entwicklungsphase und einer infektiösen Phase mit beweglichen Zoosporen. Diese Sporen sind mit 3–5 µm unsichtbar und verbreiten sich über Haut- oder Wasserkontakt. Sie setzen sich in der Keratinschicht der Haut fest, vermehren sich dort und schädigen die lebensnotwendige Barrierefunktion der Amphibienhaut massiv.
Prävention durch Abwechslung & Hygiene
Ein starkes Immunsystem ist die beste Verteidigung. Dies erreichen Sie vor allem durch eine optimale Nährstoffversorgung:
- Abwechslungsreiches Futter: Kombinieren Sie hochwertige Axolotl-Pellets mit unserem riesigen Sortiment an Lebendfutter und Frostfutter. Eine naturnahe Ernährung stärkt die Widerstandskräfte.
- Natürlicher Schutz: Geben Sie regelmäßig Seemandelbaumprodukte oder Erlenzäpfchen ins Wasser. Beide wirken natürlich pilzhemmend.
- Wasserhygiene: Regelmäßige Wasserwechsel sind Pflicht, um die Keimdichte niedrig zu halten.
Symptome: Worauf Sie achten müssen
Die Anzeichen sind uneinheitlich, bei diesen Signalen ist jedoch höchste Vorsicht geboten:
- Plötzlicher Wechsel der Hautfarbe
- Dunkle Pigmentierung (Maul, Bauch, Schwanz)
- Massive Verhornung der Flanken
- Apathie und motorische Störungen
- Krämpfe oder unkontrollierte Bewegungen
- Verweigerung der Nahrungsaufnahme
Behandlung & Desinfektionsmarathon
Bei einer Infektion ist schnelles Handeln lebensnotwendig. Kranke Tiere müssen isoliert und nach tierärztlicher Anweisung in einem Antimykotikum (z.B. Lamisil oder Itraconazol) gebadet werden.
Während die Axolotl genesen, muss das Aquarium grundgereinigt werden. Das ist zeitaufwendig, aber notwendig:
- Becken komplett entleeren und mit 70%igem Alkohol desinfizieren.
- Pflanzen und Bodengrund im Idealfall komplett erneuern.
- Jedes Deko-Element, Kabel und Filterteil penibel reinigen oder abkochen.
- Wichtig: Das Becken muss danach neu einfahren, da alle nützlichen Filterbakterien entfernt wurden!