Produkte filtern
Aquarien einrichten - richtig und leicht gemacht
Beim Einrichten eines Aquariums ist eine sorgfältige Vorbereitung das A&O. Zunächst sollte über die Stellfläche des Aquariums, den angestrebten Fischbesatz sowie den für die Aquarienbewohner zu schaffenden Lebensraum entschieden werden.
Auf hochwertige Qualität des Aquariums achten
Ein Aquarium sollte immer bei Fachhändlern erworben werden. Bekannte Markenartikel (z.B. von Eheim oder Juwel) zeichnen sich durch hochwertige Silikonverbindungen, ausreichende Glasstärken und eine gute Qualität der elektrischen Einrichtungen aus. Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken sollten - Nehmen Sie das größere! Sie werden sich hinterher ärgern wenn sie das kleinere nehmen!
Wer dennoch ein gebrauchtes Becken kaufen möchte sollte sich dieses genau ansehen, nach dem Alter fragen und bis wann es im Betrieb war (falls es leer verkauft wird). Beim Leerstand nach Betrieb leiden die Silikonnähte und wenn das Becken länger leer war und womöglich auch noch im hellen, oder im Worst-Case draußen, stand, können die Silikonnähte in Mitleidenschaft gezogen sein. Auch kann das Glas verkratzt sein, das sieht man im befüllten Zustand besser als wenn es leer ist. Ein gebrauchtes Aquarium was trocken stand sollten Sie vor dem Aufstellen testen: Dichtigkeitsprüfungen können nach einer Drittel- und Zweidrittelbefüllung durchgeführt werden.
Vorbereitung vor dem Aquarium-Aufstellen
Werden die benötigten Gegenstände durch den zukünftigen Aquarienbesitzer selbst zusammengestellt, empfiehlt sich vor dem Einrichten des Aquariums die Erstellung einer Checkliste. Einsteiger sollten den Kauf eines Aquarium-Sets zu erwägen, das die wichtigsten Bestandteile einer Aquarienausstattung inkl. nötiger Technik enthält. Alternativ halten wir praktische Sets vorrätig um Ihnen den Einstieg zu erleichtern: ob mit oder ohne zugehöriger Technik, für neue (aber leere) Becken, Gebrauchtaquarien oder für Wiedereinsteiger - Unsere Aquarienzubehör-Komplettsets sind für jeden attraktiv!
Vor dem Einrichten sollte das Aquarium zunächst gründlich mit Wasser gereinigt werden, auch Essig kann verwendet werden und empfiehlt sich besonders bei gebrauchten Becken um Kalkränder zu entfernen. Die Verwendung chemischer Reinigungsmittel kann die Wasserqualität beeinträchtigen und der Fischgesundheit schaden.
Tipp: Wenn die Kalkränder am "Gebrauchten" so hartnäckig sind dass sie sich nicht mit Essig entfernen lassen benutzen Sie ein pH-Minus-Produkt - Aber Vorsicht: Bitte nur mit Handschuhen und Augenschutz!
Um Kratzer an den Aquarienscheiben zu vermeiden, sollten nur weiche Reinigungsutensilien wie Schwamm und Tuch verwendet werden, wir bieten viele passende Artikel und auch Sets in unserer Reinigungskategorie an die auch im späteren Betrieb nützlich sind.
Auch Einrichtungsgegenstände wie Kies oder Wurzeln sind vor dem Einsetzen durch abspülen zu reinigen, um Wassertrübungen zu vermeiden. Wichtig ist zudem das Lesen der Bedienungsanleitungen, um sich mit Funktion von Filter und Heizstab vertraut zu machen. Vorbereitungsfehler lassen sich nach dem Einrichten des Aquariums oft nur schwer korrigieren!
Sie sollten sich auch einen Eimer extra für das Aquarium zulegen, dieser sollte noch nie mit Reinigungsmitteln in Kontakt gekommen sein. Diesen Eimer kann man später zum Wasser ablassen und befüllen benutzen, um Tiere einzugewöhnen, als "Mülleimer" für Pflanzenabfälle, zum Transport von nassen Filtermedien oder für alles was Ihnen einfällt.
Wichtig beim Aufstellen des Beckens ist eine nachgiebige spezielle Aquariumunterlage. Alternativ kann auch eine Styroporplatte verwendet werden.
Das Aufstellen eines Aquariums
Ein Aquarium wird meist an einer zentralen Stelle innerhalb einer Wohnung so aufgestellt, dass es sich beim Sitzen in Augenhöhe befindet. Diese Position eignet sich gut für Beobachtungen und auch für Reinigungsarbeiten. Achten Sie daher auch darauf dass Ihr Aquarium gut von oben zugänglich ist. Eine direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, um eine starke Algenbildung zu verhindern. Auch direkt gegenüber eines Fensters kann das Licht zu stark sein wenn nicht genügend Pflanzen im Becken sind. Erfolgt die Platzierung auf einem vorhandenen Möbelstück muss dieses stabil genug sein, um das Gewicht eines gefüllten Aquariums dauerhaft tragen zu können, wir empfehlen die Verwendung von speziellen Aquareinschränken da diese auf die hohen Gewichte die ein größeres Becken mit sich bringt ausgelegt sind. Zudem sollten sich in der Nähe geeignete Stromanschlüsse für die Aquariumtechnik befinden.
Tipp: Ein klassisches "60er Becken", also ein 54 Liter Aquarium mit 60 cm Kantenlänge, passt auch prima auf die beliebten Würfelförmigen 2x2 Regale des schwedischen Möbelhauses!
Um Algen vorzubeugen sollte das neue Aquarium nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt sein.
Boden, Technik, Dekoration und Pflanzen einsetzen
Moderner Bodengrund – weniger ist mehr
Mithilfe einer Skizze lässt sich die Innengestaltung des Aquariums gut planen. Technik wie der Innenfilter oder Heizstab wird beim Einrichten geschickt hinter Wurzeln oder Pflanzen verborgen. Über dem Bodenglas wird heute häufig bewusst auf einen klassischen Nährboden verzichtet, es sei denn man strebt Aquascaping an, dann kann das doch sinnvoll sein. Stattdessen hat sich eine gleichmäßige, mehrere Zentimeter starke Schicht aus Sand oder feinem Kies bewährt. Weniger Bodengrund ist oft mehr! Eine zu hohe Bodenschicht (über 5 cm) speichert Nährstoffe und organische Reste, die langfristig Probleme verursachen können. Dieser Aufbau sorgt für eine gute Durchlüftung des Bodengrunds, reduziert die Gefahr von Fäulnisstellen und ermöglicht eine sehr kontrollierte Nährstoffversorgung der Pflanzen. Nährstoffe werden dabei gezielt als Flüssigdünger über das Wasser oder bei Bedarf punktuell über Düngekugeln direkt an den Pflanzenwurzeln zugeführt, z.B. über "Die 7 Kugeln" von JBL. Gerade für dauerhaft stabile Aquarien hat sich diese Methode als besonders pflegeleicht und algenarm erwiesen.
Vor dem Einfüllen sollte der Bodengrund gründlich ausgewaschen werden.
Aquariumtechnik im Detail
Was braucht man eigentlich an Technik? Am wichtigsten ist neben der passenden Temperatur natürlich die korrekte Beleuchtung und das Herzstück jeden Süßwasser-Aquariums ist der Filter, er bildet die Lebensader der Tiere und Pflanzen im Aquarium. Er bewegt das Wasser und reinigt es mechanisch von Schwebstoffen. Aber das ist nicht alles: In seinem inneren laufen biologische Prozesse ab, in denen im sogenannten Stickstoffkreislauf (Denitrifikation) in mehreren Schritten giftiges Ammoniak zu harmlosen Nitrat abgebaut wird, was wiederum den Pflanzen als "Nahrung" dient. Wer ein optimales Gleichgewicht im Becken hat mit einem moderaten Besatz und ausreichenden Pflanzen wird im Verlauf nie Probleme haben mit zu hohen Nitratwerten oder Algenwuchs, das System ist dann in Stase, also im Gleichgewicht. Zusätzlich kann mittels einer CO2-Anlage auf Wunsch über einen Diffusor CO₂ zur Förderung des Pflanzenwachstums eingebracht werden, wenn man ambitioniert bepflanzen möchte und sich gleich zu Beginn an Bodendecker und CO2-Hungrige Pflanzen heranwagen möchte, die nachträgliche Installation ist aber unproblematisch jederzeit möglich.
Der Aquarium Filter sollte ausreichend leistungsfähig sein.
Welcher Filter ist der richtige?
Zur Wasserfilterung kommen meist Innen- oder Außenfilter zum Einsatz, es gibt noch andere Filtertechniken wie Mattenfilter, Boden- oder Luftfilter auf die wir hier aber nicht näher eingehen möchten. Innenfilter sind besonders leicht zu installieren und zu pflegen, nehmen jedoch wertvollen Platz im Becken ein, während Außenfilter etwas aufwendiger in der Installation sind aber dafür eine höhere Filterleistung haben und längere Standzeiten. Bei Komplettpaketen werden meist kompakte Innenfilter mitgeliefert und diese sind in den allermeisten Fällen auch komplett in Ordnung und können dauerhaft eingesetzt werden.
In einem Aquarium mit tropischen Zierfischen sollte auch ein Heizstab nicht fehlen.
Der Heizstab - Die Wärmequelle im Aquarium
Der Heizstab sorgt dafür, dass die Wassertemperatur konstant im optimalen Bereich bleibt – ein entscheidender Faktor für tropische Zierfische und viele Aquariumpflanzen. Schwankende Temperaturen bedeuten Stress für die Tiere und können langfristig Krankheiten begünstigen. In beheizten Wohnräumen reicht die Raumtemperatur dafür in der Regel nicht aus, da Aquarien nachts und bei Lüftung schnell auskühlen.
Die benötigte Heizleistung richtet sich in erster Linie nach der Beckengröße und der gewünschten Zieltemperatur. Als grober Richtwert gelten etwa 1 Watt Heizleistung pro Liter Wasser, wobei moderne, gut isolierte Wohnräume oft etwas weniger Leistung benötigen. Bei Komplettsystemen ist in der Regel bereits ein passender Heizstab enthalten. Wer sein Aquarium individuell zusammenstellt, sollte lieber etwas Reserve einplanen, statt den Heizstab dauerhaft am Limit zu betreiben. Bei Komplettsystemen ist häufig auch ein Thermometer mit im Set, falls nicht sollten Sie unbedingt eins kaufen um Fehlfunktionen beim Heizer sofort erkennen zu können!
Heizstäbe werden idealerweise in Bereichen mit guter Wasserströmung platziert, etwa in der Nähe des Filters. So wird die Wärme gleichmäßig im gesamten Becken verteilt. Wichtig ist, den Heizstab vollständig unter Wasser zu betreiben und ihn vor Wartungsarbeiten oder Wasserwechseln immer vom Strom zu trennen! In größeren Aquarien oder bei sensiblen Arten können auch zwei schwächere Heizstäbe sinnvoll sein, um Temperaturunterschiede weiter zu minimieren, bei sehr langen Becken ggf. einen an jedem Ende wenn es die Strömungsverhältnisse zulassen.
Beim Einrichten eines neuen Aquariums kann auch die gewünschte Dekoration direkt mit eingebracht werden.
Die richtige Wahl der Einrichtung
Fische schätzen eine abwechslungsreiche Gestaltung mit Terrassen, Höhlen, aus Wurzeln bestehenden Überdachungen sowie abwechselnden Bereichen aus dichter Bepflanzung und freien Schwimmzonen. Kleine Pflanzen werden eher im Vordergrund, größere im Hintergrund platziert. Pflanzen sollten vor dem Einsetzen vorsichtig mit lauwarmem Wasser abgespült werden. Ein leichtes Zurückschneiden der Wurzeln kann das Anwachsen fördern. Pflanzen sollten ausreichend tief eingesetzt werden, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Die Zugabe einer Langzeitdüngertablette ist bereits beim Einrichten möglich. Damit sich Fische wohlfühlen und keinem Dauerstress ausgesetzt sind, sollten immer ausreichend Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Viele Zierfische oder Krebse benötigen die Höhlen auch zum brüten oder als dauerhafte Wohnhöhle, dies sollten Sie später bei der Tierauswahl berücksichtigen, auch Wurzeln können ein notwendiges Inventar im Aquarium sein damit sich Tiere wohlfühlen. Auch Steine strukturieren das Becken sehr gut im Bodenbereich. Natürlich darf man für Kinder auch bunte Figuren wie die beliebten Bikini Bottom-Bewohner Spongebob, Patrick&Co. benutzen, nur bitte keine Figuren verwenden die nicht explizit für die Aquaristik gedacht sind!
Steine können sehr dekorativ wirken. Inzwischen gibt es eine riesige Auswahl an Deko-Steinen für das Aquarium.
Aquariumpflanzen sind die grüne Lunge des Süßwasser-Aquariums
Aquariumpflanzen erfüllen gleich mehrere wichtige Aufgaben: Sie produzieren Sauerstoff, verbrauchen überschüssige Nährstoffe, bieten Rückzugsorte und sorgen ganz nebenbei für ein natürliches, ruhiges Gesamtbild. Gerade in neu eingerichteten Aquarien helfen Pflanzen dabei, das biologische Gleichgewicht schneller zu stabilisieren und Algen von Anfang an in Schach zu halten. Ein gut bepflanztes Becken verzeiht kleine Anfängerfehler deutlich besser als ein spärlich eingerichtetes Aquarium.
Praxis-Tipp: Bevor es los geht füllt man vorsichtig etwas Wasser ins Becken, das erleichtert das einsetzen der Pflanzen. Eine gute Handbreit Wasser ist dafür ausreichend.
Vor dem Einsetzen sollten Topfpflanzen aus dem Pflanzkorb genommen und die Steinwolle vollständig entfernt werden. Auch sollte man alle Pflanzen vor der Verwendung einmal abspülen. Anschließend empfiehlt es sich, die Wurzeln leicht zu kürzen – das regt das Anwachsen im Bodengrund an. Stängelpflanzen werden einzeln oder in kleinen Gruppen mit etwas Abstand zueinander gesetzt, damit Licht und Wasser gut an alle Pflanzenteile gelangen. Rosettenpflanzen wie Cryptocorynen sollten vereinzelt und dürfen nicht zu tief eingepflanzt werden: Der Wurzelansatz sollte knapp über dem Bodengrund bleiben, um Fäulnis zu vermeiden. Pflanzen wie Anubias oder Javafarn werden gar nicht im Boden eingesetzt sondern auf Wurzel oder Steine aufgebunden!
Für den Start ist eine Mischung aus schnell wachsenden Arten und robusten, langsameren Pflanzen ideal. Schnellwüchsige Pflanzen helfen in der Einlaufphase, überschüssige Nährstoffe aufzunehmen, während strukturgebende Arten wie Froschlöffel (Echinodorus) dem Aquarium langfristig Stabilität und Tiefe verleihen. Schwimmpflanzen können zusätzlich das Licht leicht dämpfen und den Fischen Sicherheit geben, sollten jedoch nicht die gesamte Wasseroberfläche bedecken. Wer unsicher bzgl. der Pflanzenauswahl ist für den halten wir viele unterschiedliche Pflanzensortimente bereit nach verschiedenen Themen und für verschiedene Beckengrößen!
Tipp: Wenn Sie ein Nano-Aquarium für Zwerggarnelen einrichten möchten, empfehlen wir Ihnen unbedingt die Verwendung von In-Vitro-Pflanzen da Topf- und Bundpflanzen eventuell Reste von Dünger anhaften können die eventuell den Garnelen schaden könnten. Bei den Laborgezogenen Pflanzen ist dies ausgeschlossen! Garnelen reagieren sehr empfindlich auf Kupfer, daher diese kleine Vorsichtsmaßnahme!
Beim Einrichten des Aquarium sollten in der Regel auch gleich die Aquariumpflanzen eingebracht werden.
Beleuchtung heute: LED, Rhythmus & Kontrolle
Zu den wichtigsten Bestandteilen der Aquariumtechnik gehört die Beleuchtung. Für die Aquarienbeleuchtung stehen heute überwiegend energieeffiziente LED-Leuchten zur Verfügung, die speziell für den Einsatz im Aquarium entwickelt wurden. Sie bieten ein ausgewogenes Lichtspektrum, das sowohl das Pflanzenwachstum unterstützt als auch die Farben der Fische natürlich zur Geltung bringt. Entscheidend ist dabei weniger eine bestimmte Farbtemperatur, sondern eine gleichmäßige Ausleuchtung und eine zur Beckengröße passende Lichtintensität.
Gerade in neu eingerichteten Aquarien hat sich eine zurückhaltende Startbeleuchtung bewährt. In den ersten Wochen reichen meist 6–7 Stunden Licht pro Tag völlig aus. So können sich Pflanzen und Mikroorganismen aneinander anpassen, ohne dass überschüssiges Licht sofort Algen begünstigt. Mit zunehmender Stabilität des Aquariums lässt sich die Beleuchtungsdauer später schrittweise verlängern, sofern die Pflanzen dies erfordern, 12 Stunden sollte man jedoch nie überschreiten.
Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus ist für Fische essenziell und lässt sich am einfachsten über eine Zeitschaltuhr realisieren. Hochwertige LED-Systeme bieten darüber hinaus Controller, mit denen sich sanfte Sonnenauf- und -untergänge, Dimmphasen oder Nachtlicht simulieren lassen. Das wirkt nicht nur natürlicher, sondern reduziert auch Stress für die Tiere und sorgt für einen harmonischen Tagesablauf im Aquarium.
Bei Komplettsystemen wie auch in unseren Bildern (ein Set von Eheim) wird eine passende Aquarium-Abdeckung mit integrierter Beleuchtung mitgeliefert, diese hat im Gegensatz zu den eleganten Aufsatzleuchten den Vorteil dass kaum Wasser verdunstet und die Temperaturen stabiler bleiben!
Nach dem vollständigen Befüllen wird als letzter Schritt nur noch die Beleuchtung auf dem Aquarium installiert.
Das endgültige Befüllen des Aquariums und die erste Zeit
Wasser marsch – Das Aquarium wird befüllt
Das endgültige Befüllen des Aquariums sollte langsam und kontrolliert erfolgen, idealerweise mit einem Wasserschlauch mit geringem Durchfluss, um Bodengrund und Einrichtung nicht aufzuwirbeln. Die Verwendung eines Wasseraufbereiters ist dabei sinnvoll, da Leitungswasser häufig Chlor, Chloramine oder Schwermetalle enthält, die für Fische, Wirbellose und Filterbakterien problematisch sein können. Wasser mit etwa 24–25 °C wird von den meisten Aquarienpflanzen gut vertragen und erleichtert den Start.
Nach dem vollständigen Befüllen und aufsetzen der Aquarienabdeckung oder Aufsetzlampe werden Filter, Heizung und Beleuchtung in Betrieb genommen. Nun beginnt die sogenannte Einlaufphase, in der sich im Filter und auf allen Oberflächen nützliche Bakterien ansiedeln. Diese Mikroorganismen sind für die Nitrifikation verantwortlich: Dabei wird zunächst giftiges Ammonium bzw. Ammoniak zu Nitrit und anschließend zu deutlich weniger problematischem Nitrat umgewandelt. Dieser Prozess benötigt Zeit und lässt sich nicht beschleunigen, ohne die Stabilität des Systems zu gefährden.
In den ersten Tagen sind optische Veränderungen völlig normal. Leichte Wassertrübungen, ein schmieriger Biofilm auf Wurzeln oder ein milchiger Belag auf Dekorationen sind typische Begleiterscheinungen der Einlaufphase und in der Regel harmlos. Wen das stört: Posthornschnecken lieben diese Beläge und werden sie gierig entfernen. Regelmäßige Wassertests helfen dabei, den Verlauf der Einlaufphase zu beobachten und insbesondere den sogenannten Nitritpeak (Ein Ansteigen von Nitrit) zu erkennen. Geduld ist in dieser Phase wichtiger als jede zusätzliche Technik – ein Aquarium entwickelt sein biologisches Gleichgewicht Schritt für Schritt. Starterbakterien können den Prozess unterstützen, ersetzen aber die Einlaufphase nicht komplett!
Der passende Tierbesatz wird ausgewählt
Der Zierfischbesatz sollte erst dann ins Aquarium eingeführt werden, wenn der biologische Kreislauf stabil läuft und der sogenannte Nitritpeak überstanden ist, also kein Nitrit mehr nachweisbar ist. Dies erkennt man zum einen an kristallklarem Wasser aber am besten und vor allem sichersten über regelmäßige Wassertests z.B. mit Teststreifen. Ein überlegter, schrittweiser Besatz verhindert Stress für Tiere und Filterbakterien und schafft ein harmonisches Miteinander im Becken.
Für Einsteiger sind ruhige, pflegeleichte Tiere ideal. Wichtig ist, die Bedürfnisse der Tiere in Bezug auf Verhalten, Endgröße, Temperatur und Wasserwerte zu berücksichtigen! Nicht die Anzahl der Liter allein entscheidet über den Besatz, sondern wie gut sich die Arten miteinander vertragen und wie gut das Becken auf Dauer biologisch stabil bleibt, deshalb schreiben wir bei all unseren Lebewesen immer ausführliche Haltungsbeschreibungen in denen alle Erfordernisse wie Platzbedarf, Wasserwerte, passende Einrichtung usw. erläutert werden.
Leicht einzuführende Wirbellose als Startbesatz sind beispielsweise Schnecken wie Posthornschnecken oder Turmdeckelschnecken. Sie helfen langfristig dabei, Algen und organische Reste zu reduzieren, sind robust und erzeugen wenig zusätzliche Belastung für das System. Ebenfalls gut geeignet für den Einstieg sind Zwerggarnelen, die durch ihre Aktivität das Becken beleben und gleichzeitig dauerhaft bei der Algenkontrolle unterstützen. Auf Rennschnecken sollte in den ersten 6 Wochen verzichtet werden da diese ohne Algenaufwuchs verhungern! Wirbellose dürfen bereits nach einer Woche ins Becken einziehen, während man bei Fischen unbedingt erst den Nitritpeak abwarten muss!
Bei Zierfischen empfiehlt es sich, mit kleineren, geselligen Arten zu beginnen und diese in Gruppen zu halten. Arten wie Panzerwelse gelten als besonders anfängerfreundlich, da sie aktiv am Boden leben, wenig aggressiv sind und auch bei leicht schwankenden Bedingungen zuverlässig Nahrung suchen. Nach ein paar Tagen dürfen dann – passend zu Wasserwerten und Beckengröße – zum Beispiel Salmler oder Lebendgebärende wie Guppys dazu.
Bewährt hat sich der Ansatz, Tiere nicht alle auf einmal einzusetzen, sondern in mehreren Schritten. Das gibt dem Filtersystem die Möglichkeit, sich an die erhöhte organische Last anzupassen und das Risiko von Wasserwert-Ausschlägen zu senken. Nach dem Einsetzen einer ersten Gruppe sollte man einige Tage warten und die Werte beobachten, bevor weitere Tiere dazukommen.
Beim Besatz gilt: Qualität vor Quantität! Lieber klein anfangen, die Wasserwerte stabil halten und den Bestand schrittweise aufbauen. So entsteht ein lebendiges, gesundes Aquarium, in dem sich Tiere und Pflanzen langfristig wohlfühlen.
Fazit: Aquarium einrichten – heute einfacher denn je
Ein Aquarium einzurichten ist längst kein kompliziertes Unterfangen mehr. Moderne Technik, durchdachte Bodengrundkonzepte und zuverlässige LED-Beleuchtung machen den Einstieg heute deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Wer sich Zeit für die Planung nimmt, den Besatz bewusst auswählt und dem Aquarium die notwendige Einlaufphase gönnt, schafft die Grundlage für ein dauerhaft stabiles und pflegeleichtes Becken.
Gleichzeitig bleibt das Aquarium ein Hobby mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten nach oben: Von einfachen Gesellschaftsbecken bis hin zu aufwendig gestalteten Aquascapes. Wichtig ist nicht Perfektion von Beginn an, sondern Verständnis für die biologischen Zusammenhänge – dann entwickelt sich das Aquarium Schritt für Schritt zu einem lebendigen Blickfang.