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Löwenkopfcichlide, Steatocranus tinanti

Die Löwenkopfcichliden, die man auch Grundelbuntbarsch nennt, stammen aus dem Kongo und leben dort bevorzugt in Stromschnellen und schnell fliessenden Flussteilen in Zentral- und Westafrika. Über die korrekte Einordnung der Tiere zu einer Gattung war man sich lange nicht einig, mal wurden sie den Gattungen Gobiochromis, mal Leptotilapia zugeordnet. Heute ist man sich einig, das es Steatocranus tinanti heißen muss. Seinen Verwandten, den Buckelkopfcichliden kennen bereits viele Aquarianer, doch auch dieser interessante Pflegling hat durch sein markantes Gesicht seinen Platz in der Aquaristik mehr als verdient. Die langgestreckten, grau-blauen Buntbarsche können bei Streß, Balz oder Gefahr ihr Aussehen verändern, an den Seiten treten dann langgezogene dunkle Seitenlinien auf. Angepasst an ihre Lebensweise in freier Natur haben die Tiere eine verkleinerte Schwimmblase, dadurch halten sie sich meist in Bodennähe auf und bewegen sich sprunghaft.

Diese interessanten Pfleglinge beeindrucken nur durch ihr kurioses Äußeres nicht durch Größe, sie bleiben mit ca 12 cm recht klein, Weibchen erreichen meist sogar nur 10 cm. Männchen haben spitz zulaufende Flossen und sind etwas größer. Auch die Ausprägung der Ausbuchtungen am Kopf ist etwas intensiver, dadurch sind die Geschlechter relativ gut zu unterscheiden. Meist bilden sich bei den Löwenkopfcichliden stabile Paare, die ein Leben lang zusammen bleiben. In kleineren Becken sollte man auch nur ein einziges Paar halten. Ein zweites Paar empfiehlt sich erst bei sehr großen Aquarien. Generell sollte für ein Pärchen eine Kantenlänge von 110 cm nicht unterschritten werden.

Die Löwenkopfcichliden bevorzugen sauberes, eher weicheres Wasser mit einer GH nicht über 18, der ph sollte etwa neutral sein bei 6,5-7,5. Die Temperatur sollte 22 bis höchstens 27 Grad betragen, so das man in den Warmen Sommermonaten je nach Raumtemperatur meist auf eine Heizung verzichten kann. In den kühleren Monaten sollte diese aber nicht fehlen. Als Bodengrund sollten Sie eine dicke Schicht sehr feinen Kies oder Sand wählen, da die kauzigen Zierfische auch gern mal graben. Demzufolge bieten sich zur Bepflanzung auch eher Aufsitzerpflanzen wie Anubias, Kongofarn oder Javafarn an, diese können von den Barschen nicht ausgegraben werden, denn sie werden auf Wurzeln oder Steinen aufgebunden. Sie erhalten bei uns im Shop auch fertige Dekorationen, mit bereits aufgebunden Pflanzen. Natürlich können Sie sich diese aber auch leicht selbst herstellen. Außerdem sollten einige Höhlen angeboten werden, zum Beispiel Tonröhren oder (sicher fixierte!) Aufbauten aus Steinen oder Wurzeln.

Gefressen wird von Steatocranus tinanti fast alles, was ins Maul passt. Alle Arten von Lebend- und Frostfutter, sowie auch Flockenfutter oder Granulat. Bei der Vergesellschaftung ist also zu beachten, das die Beifische nicht zu klein sind, es sei denn, man möchte den Löwenkopfcichliden besonders teures Lebendfutter an bieten. Eine Vergesellschaftung mit den verschiedenen Synodontis-Arten (Fiederbartwelse) ist ideal, da diese die gleichen Wasserwerte bevorzugen und sie größenmäßig gut zusammenpassen, zudem bewohnen die Synodontis die oberen Beckenregionen und die Tiere kommen sich untereinander kaum in die Quere. Auch größere Salmler passen gut zu den Löwenköpfen. Von der Vergesellschaftung mit anderen Cichliden sollte man als unerfahrener Halter eher absehen, diese KANN gut gehen, muss aber nicht.

Eine Zucht im Aquarium ist möglich und schon oft gelungen. Zur Stimulation der Paarungsbereitschaft füttert man mit reichlich Mückenlarven und bietet verschiedene Versteckmöglichkeiten an, aber diese sollten ohnehin zur Verfügung stehen. Das Weibchen wird sich zum laichen in eine geeignete Höhle zurückziehen und dort ihr Gelege absetzen. Der Vater wird den Bereich um die Höhle verteidigen, während die Mutter bei den Eiern bleibt und auf das Gelege aufpasst. Die Tiere betreiben intensive Brutpflege und werden Ihre Larven nach dem Schlupf auch im Becken begleiten. Die 40-60 Larven werden nach etwa 3-6 Tagen schlüpfen und mit knapp 2 Wochen bereits frei im Becken schwimmen. Die kleinen Löwenkopfcichliden ernährt man am besten mit Artemien in unterschiedlicher Größe, auch Wasserflöhe sind geeignet. Ansonsten nehmen die kleinen auch Fisch(aufzucht)futter an, sollten aber unbedingt auch mit Lebend- bzw. Frostfutter gefüttert werden, damit sie sich gut entwickeln.

Bei Lieferung sind unsere Löwenkopfcichliden, Steatocranus tinanti, etwa 5-9 cm groß. Größenabweichungen sind möglich.

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