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Feuerfuß-Tausendfüßler, Alienostreptus bicoloripes

Auffällige Färbung

Schwarzer Körper mit orangeroten und gelben Beinen.

Riesige Länge

Bis etwa 18 cm lang, braucht ein geräumiges Terrarium.

Tiefes Substrat

Fühlt sich in feuchtem Laub-Holz-Substrat wohl.

Aus Vietnam

Stammt aus den Bergwäldern Vietnams, erst 2020 beschrieben.

Feuerfuß-Tausendfüßler, Alienostreptus bicoloripes


Auf einen Blick: Feuerfuß-Tausendfüßler, Alienostreptus bicoloripes
Deutscher Name:Feuerfuß-Tausendfüßler
Wissenschaftlich:Alienostreptus bicoloripes
Synonyme:Vietnamesischer Riesentausendfüßler, Zweifarbiger Riesentausendfüßler
Herkunft:Bergwälder in Vietnam (Provinz Gia Lai, etwa 500 bis 1200 m)
Lebensweise:Bodenbewohner in Laubstreu und morschem Holz, tag- und nachtaktiv
Gruppenhaltung:Friedlich, in großem Terrarium einzeln oder in kleiner Gruppe
Mindestgröße des Terrariums:Für ein bis zwei Tiere etwa 60 x 40 x 40 cm (B x T x H) oder größer
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Etwa 21 bis 25 °C, Luftfeuchtigkeit 75 bis 85 Prozent
Bodengrund und Substrattiefe:Mindestens 15 bis 20 cm Erde, Kokosfaser, Laub und morsches Laubholz
Futter:Laub, morsches Holz, Gemüse, Pilze und etwas Obst
Kalziumversorgung:Sepiaschale und Eierschalen dauerhaft anbieten
Häutung:Häutung in einer selbst gegrabenen Erdkammer, nicht stören
Fortpflanzung:Für diese Art liegen kaum Nachzuchterfahrungen vor
Maximale Größe:Etwa 16 bis 18 cm lang, Körperbreite rund 10 bis 14 mm
Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen:Rollt sich ein, Wehrsekret wird nur selten abgegeben
Im Detail: Feuerfuß-Tausendfüßler, Alienostreptus bicoloripes

Herkunft und Lebensraum von Feuerfuß-Tausendfüßler (Alienostreptus bicoloripes)

Der Feuerfuß-Tausendfüßler Alienostreptus bicoloripes zählt zu den Riesentausendfüßlern der Familie Harpagophoridae und wurde erst im Jahr 2020 wissenschaftlich beschrieben. Sein Verbreitungsgebiet liegt in Vietnam: Die ersten Tiere stammen aus den Bergwäldern der Provinz Gia Lai im zentralen Hochland, wo sie in Höhenlagen zwischen etwa 500 und 1200 Metern gefunden wurden. Dort wächst ein gemischter tropischer Laubwald mit Baumfarnen. Die Tiere leben auf dem Waldboden in der Laubstreu, von feuchten Bachrändern bis zu trockeneren Hängen und Rücken, und wurden dabei auch beim Fressen von Pilzen beobachtet. Jungtiere halten sich versteckt in nasser Laubstreu auf, erwachsene Tiere sind tagsüber wie nachts unterwegs. Der Handelsname beschreibt die Färbung treffend: Auf dem dunkelbraunen bis schwarzen Körper leuchten Fühler und Beine in Orange bis Rot und in Gelb. Der Name Feuerfuß wird im Handel auch für andere Arten verwendet, vor allem für den madagassischen Feuertausendfüßler, der eine ganz andere Art ist und nicht verwechselt werden darf. Ein ähnlich gefärbter Riesentausendfüßler aus Borneo gehört nach Ansicht der Fachleute nicht in dieselbe Gattung. Das Tier wird bei uns auf Bestellung besorgt und kann als Wildfang geliefert werden.

Lebensweise und Gruppenhaltung

Der Feuerfuß-Tausendfüßler lebt am Boden und ist in der Natur sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv. Er wühlt sich durch Laubstreu und lockeren Boden, frisst sich durch morsches Holz und Pilze und zieht sich bei Störung unter Rinde, Holz oder in die Erde zurück. Bei Gefahr rollt er sich spiralförmig ein. Jungtiere verstecken sich viel und bevorzugen sehr feuchte Laubschichten, erwachsene Tiere zeigen sich häufiger an der Oberfläche. Im Terrarium sieht man sie am besten am Abend, wenn sie ihre Runden drehen.

Terrarium

Wegen der Länge von bis zu 18 cm sollte das Terrarium großzügig bemessen sein. Für ein bis zwei erwachsene Tiere sind etwa 60 x 40 x 40 cm eine sinnvolle Größe, für eine Gruppe entsprechend mehr. Wichtiger als die Höhe sind Grundfläche und Bodentiefe. Der Deckel muss fest schließen, weil kräftige Tausendfüßler Deckel anheben und aus kleinen Lücken entkommen können. Seitliche Lüftungsflächen sorgen für Luftaustausch, ohne dass das Substrat austrocknet.

Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe

Das Substrat ist das Herzstück der Haltung. Bewährt hat sich eine mindestens 15 bis 20 cm hohe Schicht aus ungedüngter Erde, Kokosfaser und feinem Laub, ergänzt durch reichlich morsches Laubholz, etwa Buche oder Eiche, und Rindenstücke zum Verstecken. Das Substrat wird gleichmäßig feucht gehalten, darf aber nicht nass und matschig sein. Eine dicke Laubschicht an der Oberfläche dient zugleich als Futter und Deckung. Verbrauchtes Substrat wird teilweise erneuert, ohne die Grabgänge der Tiere zu zerstören.

Klima und Beleuchtung

Aus der Herkunft in den Bergwäldern ergeben sich mäßig warme Bedingungen. Als Richtwert gelten etwa 21 bis 25 °C, nachts darf es etwas kühler werden. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 75 bis 85 Prozent und wird durch regelmäßiges Besprühen der Laubschicht gehalten, wobei das Substrat in der Tiefe stets leicht feucht bleibt. Zu trockene Haltung ist die häufigste Ursache für Probleme bei der Häutung. Starke Hitze und direkte Sonne sind zu vermeiden. Die Werte sind aus dem Lebensraum und der Haltung verwandter Riesentausendfüßler abgeleitet.

Fütterung und Kalziumversorgung

Tausendfüßler ernähren sich überwiegend von zersetztem Pflanzenmaterial. Angeboten werden Laub, morsches Holz und Pilze, dazu frisches Gemüse wie Gurke, Zucchini, Karotte oder Süßkartoffel sowie gelegentlich etwas Obst. Ab und zu nehmen sie auch eiweißhaltige Kost wie Fischflocken auf. Futterreste werden nach ein bis zwei Tagen entfernt, damit sie nicht schimmeln und keine Fruchtfliegen anlocken. Frisches Wasser steht in einer flachen Schale bereit, die so tief sein darf, dass keine Tiere hineinfallen und ertrinken.

Häutung im Substrat

Zur Häutung gräbt sich das Tier eine Kammer im Substrat und bleibt dort mehrere Wochen. In dieser Zeit sind Störungen zu vermeiden, die Kammer wird nicht geöffnet und das Tier nicht ausgegraben. Frisch gehäutete Tiere sind weich und empfindlich und färben sich erst nach einiger Zeit wieder aus. Die abgestreifte Haut wird häufig gefressen und liefert Kalzium. Für den Aufbau des Panzers sollte immer eine Kalziumquelle wie Sepiaschale, zerkleinerte Eierschalen oder Kalkstein im Terrarium liegen.

Fortpflanzung

Zur Nachzucht des Feuerfuß-Tausendfüßlers liegen bislang kaum Erfahrungen vor. Bei verwandten Riesentausendfüßlern legt das Weibchen die Eier in eine Erdkapsel im Substrat, die Jungtiere schlüpfen nach einigen Wochen und bleiben zunächst in der Kapsel. Zur Fortpflanzung braucht es gesunde, gut ernährte Tiere beiderlei Geschlechts, tiefes Substrat und viel Ruhe. Ob und wie die Art in Menschenobhut vermehrt wird, ist offen.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Tiere werden nach der Erstbeschreibung etwa 16 bis 18 cm lang, Männchen sind mit rund 10 mm Breite etwas schlanker als Weibchen mit knapp 14 mm. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.

Wehrsekrete und Sicherheit

Der Feuerfuß-Tausendfüßler ist harmlos und beißt nicht. Bei Störung rollt er sich ein, bei den Freilandfängen wurde nur selten ein Wehrsekret abgegeben. Wie bei vielen Tausendfüßlern kann das Sekret Haut und besonders Augen reizen, deshalb nach dem Hantieren im Terrarium die Hände waschen und nicht ins Gesicht fassen. Zum Umsetzen Tiere vorsichtig mit der Hand unterstützen und nicht ruckartig anheben.

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