Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Interaquaristik Onlineshop

Yucatán-Vogelspinne, Tliltocatl epicureanum

Grabende Bodenart

Gräbt stabile Wohnröhren in tiefem, festem Bodengrund.

Sichere Fallhöhe

Eine flache Einrichtung senkt das Risiko schwerer Stürze.

Rostrote Behaarung

Rostrote Hinterleibshaare setzen einen warmen Farbakzent.

Feuchte mit Gefälle

Wasserschale und Feuchtegefälle unterstützen Häutungen.

Yucatán-Vogelspinne, Tliltocatl epicureanum


Auf einen Blick: Yucatán-Vogelspinne, Tliltocatl epicureanum
Deutscher Name:Yucatán-Vogelspinne
Wissenschaftlich:Tliltocatl epicureanum
Synonyme:Yucatán-Rostrumpf-Vogelspinne, Yucatán Rust-Rump Tarantula
Herkunft:Nördliche und zentrale Halbinsel Yucatán in Mexiko
Lebensweise:Bodenbewohnend bis grabend, einzelgängerisch und standorttreu
Aktivitätszeit:Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv; lauernder Jäger
Haltungstyp:Einzelhaltung im flachen, ausbruchsicheren Terrarium
Mindestgröße des Terrariums:Für adulte Tiere etwa 35 × 30 × 25 cm oder größer
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Warm, gut belüftet; Oberfläche überwiegend trocken mit Feuchtegefälle
Bodengrund:Mindestens 12–15 cm tiefer, grabfähiger Erde-Lehm-Bodengrund
Verstecke und Gespinst:Vorgegrabene Röhre unter fest verankerter Korkrinde oder Wurzel
Futter:Passend große Futterinsekten wie Schaben, Grillen und Heuschrecken
Gift und Abwehrverhalten:Brennhaare und schmerzhafter Giftbiss möglich; nicht handhaben
Körpergröße und Beinspannweite:Etwa 5–7 cm Körperlänge und ungefähr 12–15 cm Beinspannweite
Lebenserwartung:Weibchen vermutlich 20 Jahre und mehr; Männchen deutlich kürzer
Im Detail: Yucatán-Vogelspinne, Tliltocatl epicureanum

Herkunft und Lebensraum von Yucatán-Vogelspinne (Tliltocatl epicureanum)

Tliltocatl epicureanus ist eine mexikanische Vogelspinne mit einem vergleichsweise kleinen natürlichen Verbreitungsgebiet auf der Halbinsel Yucatán. Nachgewiesen ist sie vor allem im Norden und im zentralen Teil des Bundesstaates Yucatán sowie in angrenzenden Bereichen von Quintana Roo. Auch die historische Typuslokalität Chichén Itzá liegt in dieser Region. Als wichtigster Lebensraum gelten subtropische bis tropische Trockenwälder mit ausgeprägtem Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten. Einzelne Nachweise stammen außerdem aus Weideland, Plantagen und stärker veränderten ehemaligen Waldflächen; diese Ersatzlebensräume besitzen für die Art jedoch nur eine untergeordnete Bedeutung. Die Spinne lebt am Boden und legt ihre Rückzüge bevorzugt unter größeren Steinen, Wurzeln oder anderem stabilem Material an. Beobachtete Wohnröhren verlaufen schräg in den Boden und enden in einer geschützten Kammer. Der Eingang wird mit Gespinst ausgekleidet und zeitweise mit einer dünnen Seidenschicht verschlossen. Dadurch entsteht innerhalb der Röhre ein geschütztes Mikroklima, obwohl die Bodenoberfläche zeitweise deutlich abtrocknet. Für die Terrarienhaltung ist daher weder ein sumpfiges noch ein dauerhaft staubtrockenes Becken passend: Entscheidend sind grabfähiger Boden, ein Feuchtegefälle und gute Belüftung.

Lebensweise und Haltungstyp

Die Art ist eine kräftig gebaute, grabende Bodenbewohnerin. Sie erweitert vorhandene Hohlräume oder legt eine eigene Wohnröhre an, in deren Nähe sie einen großen Teil ihres Lebens verbringt. Ab der Dämmerung wartet sie häufig am Eingang auf vorbeilaufende Beute. Außerhalb von Fütterung, Umbauarbeiten und Fortpflanzungszeit bewegt sie sich meist wenig. Adulte Weibchen sind besonders standorttreu, während geschlechtsreife Männchen aktiv nach Partnerinnen suchen. Eine Vergesellschaftung ist nicht artgerecht, da Vogelspinnen einzelgängerisch leben und Artgenossen als Konkurrenz oder Beute behandeln können.

Terrarium

Für ein adultes Tier eignet sich ein eher flaches Terrarium ab etwa 35 × 30 × 25 cm. Wichtiger als große Höhe sind ausreichend Grundfläche und ein tiefer, tragfähiger Bodengrund. Zwischen Bodenoberfläche und Deckel sollte nur wenig freie Fallhöhe verbleiben, höchstens ungefähr eine bis anderthalb Körperlängen der Spinne. Schwere Steine oder Dekorationen müssen direkt auf dem Terrarienboden stehen und gegen Untergraben gesichert sein. Schiebe- und Lüftungsflächen sind sorgfältig gegen Ausbruch zu sichern; Klemmstellen an Türen dürfen nicht entstehen.

Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe

Eine mindestens 12–15 cm hohe, im hinteren Bereich gern noch tiefere Schicht aus ungedüngter Terrarienerde mit Lehmanteil ermöglicht stabile Grabgänge. Das Material wird leicht angedrückt, ohne steinhart zu werden. Sehr lockere Kokosfaser allein ist weniger geeignet, weil Röhren darin leichter zusammenfallen. Unter einer fest verankerten Korkrinde oder Wurzel sollte ein Anfangstunnel vorbereitet werden. Die Spinne kann diesen übernehmen, erweitern und mit Seide auskleiden. Laub auf der Oberfläche bietet zusätzliche Deckung, darf aber nicht dauerhaft nass liegen.

Klima und Beleuchtung

Bewährt hat sich ein Temperaturbereich von etwa 22–26 °C am Tag mit einer moderaten Nachtabsenkung auf ungefähr 18–22 °C. Dauerhafte starke Hitze und direkt auf das Tier gerichtete Heizquellen sind zu vermeiden. Die Oberfläche darf überwiegend abtrocknen, während eine Ecke oder tiefere Bodenschicht leicht feucht gehalten wird. Eine stets gefüllte, standsichere Wasserschale gehört unabhängig von gemessenen Luftfeuchtewerten zur Grundausstattung. Staunässe, beschlagene Scheiben und muffiger Bodengrund weisen auf zu viel Wasser oder zu geringe Lüftung hin. Das Terrarium sollte zugleich nicht vollständig austrocknen, besonders wenn sich das Tier zur Häutung zurückgezogen hat.

Fütterung und Wasserversorgung

Gefüttert werden lebende, schadstofffrei gezüchtete Futtertiere in passender Größe, beispielsweise Schaben, Grillen oder kleinere Heuschrecken. Bei adulten Tieren genügt meist ein maßvolles Angebot im Abstand von etwa ein bis zwei Wochen; Körperzustand, Aktivität und Jahresrhythmus sind wichtiger als ein starrer Plan. Ein sehr praller Hinterleib erhöht bei einem Sturz das Verletzungsrisiko und ist ein Zeichen, die Fütterung zu pausieren. Nicht gefressene Beutetiere und Futterreste werden spätestens am Folgetag entfernt. Kleine Wirbeltiere sind als Futter weder erforderlich noch empfehlenswert.

Häutung

Vor einer Häutung zieht sich Tliltocatl epicureanus oft tief in die Wohnröhre zurück, verschließt deren Eingang und verweigert über längere Zeit Nahrung. Dieser Rückzug darf nicht geöffnet werden. Futtertiere sind zu entfernen, da sie eine wehrlose Spinne während oder kurz nach der Häutung verletzen können. Frisches Wasser muss jederzeit vorhanden sein, ohne den Rückzugsort zu fluten. Nach der Häutung bleibt das Tier ungestört, bis die Fangklauen wieder vollständig dunkel und ausgehärtet sind. Bei größeren Tieren kann dies rund sieben bis zehn Tage dauern. Die zurückgelassene Exuvie eignet sich bei ausreichender Erhaltung zur Geschlechtsbestimmung.

Einzelhaltung und sicherer Umgang

Auch ruhig wirkende Tiere sollten nicht auf die Hand genommen werden. Für die Spinne bringt das Handling keinen Nutzen, während ein überraschender Sprint oder kurzer Sturz schwere Verletzungen des Hinterleibs verursachen kann. Arbeiten im Terrarium erfolgen langsam mit langen Werkzeugen und möglichst außerhalb der direkten Laufrichtung. Für Umsetzungen sind Fangbecher und ein kontrollierter, bodennaher Arbeitsplatz sicherer. Kinder, andere Haustiere und unbeteiligte Personen sollten währenddessen keinen Zugang haben.

Geschlechtsunterschiede

Adulte Weibchen wirken meist kompakter und besitzen einen kräftigeren Hinterleib. Geschlechtsreife Männchen sind häufig schlanker und langbeiniger; an den Tastern sind die zu Begattungsorganen umgebildeten Bulben erkennbar. Weitere Merkmale können artspezifische Schienbeinfortsätze an den Vorderbeinen sein. Eine zuverlässige Bestimmung gelingt am besten anhand der Innenseite einer gut erhaltenen Häutung. Weibchen können nach Erreichen der Geschlechtsreife noch viele Jahre leben. Adulte Männchen stellen das Wachstum weitgehend ein, wandern häufiger umher und besitzen gewöhnlich nur noch eine deutlich kürzere Lebenserwartung.

Fortpflanzung

Die Nachzucht gehört in erfahrene Hände. Aus Freilandbeobachtungen ist bekannt, dass wandernde adulte Männchen besonders zwischen August und Januar auftreten; ein Schwerpunkt liegt während der Regenzeit um Oktober. Vor einer Verpaarung müssen Artzugehörigkeit, Reife und Geschlecht sicher feststehen. Das Männchen benötigt beim kontrollierten Zusammensetzen stets einen freien Rückzugsweg, da ein Angriff durch das Weibchen möglich ist. Nach erfolgreicher Paarung kann das Weibchen einen Eikokon herstellen und den Rückzug stark verschließen. Da artspezifische Zuchtdaten nur begrenzt dokumentiert sind und zahlreiche Jungtiere entstehen können, müssen Unterbringung, Futterversorgung, Einzeldosen und Abnehmer bereits vor dem Ansatz geplant sein.

Größe und Lebenserwartung

Für adulte Weibchen sind Körperlängen bis etwa 7 cm dokumentiert, adulte Männchen bleiben mit ungefähr 5–6 cm meist etwas kleiner und schlanker. In der Terraristik wird häufig eine Beinspannweite von rund 12–15 cm genannt. Da standardisierte artspezifische Messreihen zur Beinspannweite und Lebenserwartung nur eingeschränkt verfügbar sind, ist diese Spanne als vorsichtige Praxisangabe zu verstehen. Gemessen wird die Körperlänge ohne Fangklauen und Spinnwarzen; die Beinspannweite hängt zusätzlich von Haltung und Messmethode ab.

Gift, Brennhaare und Sicherheit

Bei Bedrohung kann die Art Brennhaare vom Hinterleib abstreifen. Diese verursachen auf Haut und Schleimhäuten teils anhaltenden Juckreiz und Entzündungen; Augenkontakt ist besonders ernst zu nehmen. Betroffene Stellen nicht reiben, und bei Augen- oder Atemwegsbeschwerden medizinischen Rat einholen. Zusätzlich kann die Spinne eine Drohhaltung einnehmen oder zubeißen. Ein Biss ist durch die kräftigen Fangklauen schmerzhaft und bringt Gift in die Wunde ein. Reaktionen sind individuell unterschiedlich; starke Schmerzen, Kreislaufprobleme oder allergische Symptome erfordern ärztliche Abklärung.

Nice-to-Know

Die dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung wird durch längere rostrote bis orangefarbene Haare auf dem Hinterleib ergänzt. Dadurch ähnelt die Art mehreren verwandten Tliltocatl-Arten, insbesondere Tliltocatl vagans; eine sichere Bestimmung allein anhand der Farbe ist nicht immer möglich. Tliltocatl epicureanus unterliegt den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und wird in der Europäischen Union in Anhang B geführt. Ein nachvollziehbarer Herkunftsnachweis beziehungsweise Kaufbeleg sollte deshalb dauerhaft aufbewahrt und bei einer Weitergabe mitgegeben werden.

0 von 0 Bewertungen

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Bewerten Sie dieses Produkt!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.


Fragen zum Artikel

Noch keine Fragen vorhanden.

Eigene Frage stellen

Die Antwort erscheint in der Regel etwa 30 Minuten nach Ihrer Frage.

Ähnliche Artikel

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch, Trachycephalus resinifictrix

39,99 €*

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Grüner Blattsteiger, Phyllobates aurotaenia

99,99 €*
%
5x Goldfisch im Mix, Carassius auratus (Kaltwasser)

29,99 €* 39,99 €* (25.01% gespart)

Durchschnittliche Bewertung von 4.9 von 5 Sternen

Amanogarnele, Caridina multidentata

Ab 1,59 €*

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Aulonocara spec. Dragon Blood albino, DNZ

18,99 €*

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Bitterlingsbarbe, Rohanella titteya, ehem. Puntius titteya

Ab 3,59 €*
%
Tipp

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Erbsenkugelfisch, Carinotetraodon travancoricus (Minifisch)

5,49 €* 7,49 €* (26.7% gespart)
%

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Gelbsaum-Prachtharnischwels, L81, Baryancistrus spec., 6-8 cm

62,99 €* 69,99 €* (10% gespart)
accordion

Häufige Fragen (FAQ)


 

Keine Suchergebnisse vorhanden.

Guten Tag!

Klicken Sie auf unsere Mitarbeiter zum Chatten oder mailen Sie an info@zierfisch365.de

avatar
avatar
Support Ramona
15144239870
Wir antworten werktags von 7.30-15.30 Uhr und oft auch darüber hinaus.
× whatsapp background preview