Sierra-Laubfrosch, Pseudacris sierra
87,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Sierra-Laubfrosch, Pseudacris sierra
| Deutscher Name: | Sierra-Laubfrosch |
| Wissenschaftlich: | Pseudacris sierra |
| Synonyme: | Sierra-Chorfrosch, Sierra-Baumfrosch |
| Herkunft: | Westliches Nordamerika |
| Lebensweise: | Überwiegend bodennah, dämmerungs- und nachtaktiv |
| Haltungsform: | Kühl geführtes, gut belüftetes Feuchtterrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für eine kleine Gruppe etwa 60 × 40 × 40 cm oder größer |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Gemäßigt, mit Temperaturgefälle und jahreszeitlicher Abkühlung |
| Beleuchtung: | Naturnaher Tag-Nacht-Rhythmus, schwache UVB-Versorgung möglich |
| Bodengrund: | Feuchte Erde mit Laub, Moos und trockeneren Rückzugszonen |
| Futter: | Kleine lebende Wirbellose |
| Maximale Größe: | Etwa 1,9–5 cm Kopf-Rumpf-Länge |
Lebensraum und Verhalten von Sierra-Laubfrosch (Pseudacris sierra)
Pseudacris sierra stammt aus dem westlichen Nordamerika. Das belegte Verbreitungsgebiet umfasst vor allem zentrale und nördliche Bereiche Kaliforniens sowie Teile Nevadas, Oregons, Idahos und Montanas; neuere Untersuchungen erweitern das bekannte Areal bis in den Südosten von British Columbia. Die Art besiedelt eine erstaunlich breite Höhenstufe vom Tiefland bis in Hochlagen der Sierra Nevada. Entsprechend vielfältig fallen ihre Lebensräume aus: Man findet sie in Grasland, feuchten Wiesen, lichten Wäldern, Buschland und landwirtschaftlich geprägten Landschaften. Entscheidend sind geschützte, ausreichend feuchte Rückzugsorte und erreichbare Laichgewässer. Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt dieser kleine Frosch überwiegend an Land. Er hält sich häufig am Boden, zwischen Gräsern, unter Holz, Steinen oder in anderen feuchten Verstecken auf, nutzt aber ebenso niedrige Sträucher und gelegentlich höhere Pflanzen. Zur Fortpflanzung wandern die Tiere an flache Teiche, Tümpel, Gräben, Sümpfe oder langsam fließende Gewässer. Das große Verbreitungsgebiet zeigt, dass nicht ein dauerhaft tropisch-nasses Klima, sondern ein abwechslungsreiches, gemäßigtes Mikroklima mit saisonalen Veränderungen nachgebildet werden sollte.
Die richtige Haltung
Geeignet ist ein ausbruchsicheres Horizontalterrarium mit guter Querlüftung. Obwohl der Name an einen ausgeprägten Baumfrosch denken lässt, nutzt die Art vor allem den Boden und niedrige Vegetation. Eine große Grundfläche ist daher wichtiger als beträchtliche Höhe. Laubschichten, Korkstücke, flache Rindenhöhlen, Wurzeln, Gräser und niedrige Zweige schaffen unterschiedliche Aufenthaltsplätze. Der Boden darf stellenweise feucht sein, sollte jedoch weder vernässen noch vollständig gleichförmig nass gehalten werden. Eine sehr flache, leicht erreichbare Wasserschale mit sauberem, aufbereitetem Wasser gehört zur Grundausstattung. Sie muss so gestaltet sein, dass die Tiere jederzeit sicher herausgelangen können. Gute Hygiene, regelmäßiger Wasserwechsel und das sofortige Entfernen von Futterresten sind bei der empfindlichen Amphibienhaut besonders wichtig. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist nicht zu empfehlen.
Die richtige Bepflanzung
Robuste, ungedüngt kultivierte Pflanzen strukturieren das Terrarium und bieten Sichtschutz. Geeignet sind niedrige Gräser, Farne, Moose und kompakte, ungiftige Blattpflanzen. Dichte Pflanzengruppen sollten sich mit offenen Bodenstellen und gut kontrollierbaren Futterplätzen abwechseln. Neu eingesetzte Pflanzen müssen frei von Pflanzenschutzmitteln, Blattglanz und Düngerresten sein. Eine Laubauflage über einem lockeren, wasserspeichernden Bodengrund schafft zusätzliche Verstecke; dauerhafte Staunässe ist dennoch zu vermeiden.
Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte
Die Art stammt aus gemäßigten Regionen und sollte nicht wie ein tropischer Frosch dauerhaft warm gehalten werden. Im Terrarium empfiehlt sich ein deutliches Temperaturgefälle mit überwiegend etwa 16–22 °C und nur mäßig wärmeren Bereichen bis ungefähr 24 °C. Nächtliche Abkühlung ist erwünscht; Temperaturen oberhalb von etwa 26 °C sollten vermieden werden. Statt gleichmäßig hoher Nässe sind feuchte Rückzugsplätze, mäßiges Sprühen und gut belüftete, etwas trockenere Bereiche anzubieten. Beleuchtet wird in einem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus mit einer wenig Wärme entwickelnden Tageslichtlampe. Eine schwache UVB-Quelle kann eine naturnahe Versorgung unterstützen, darf aber keine intensive Strahlungszone erzeugen. Das Supplementieren der Futtertiere muss auf Beleuchtung, Ernährung und tierärztliche Empfehlung abgestimmt werden. Für eine saisonale Abkühlung oder Winterruhe sind Herkunft, Gesundheitszustand und fachkundige Vorbereitung entscheidend.
Fütterung
Pseudacris sierra ernährt sich von kleinen lebenden Wirbellosen. Passend sind unter anderem kleine Heimchen, Fruchtfliegen, Springschwänze, Ofenfischchen, kleine Schaben und andere geeignete Futterinsekten. Das Futter sollte abwechslungsreich, gut ernährt und kleiner als der Abstand zwischen den Augen des Frosches sein. Frei gefangene Insekten aus möglicherweise belasteten Flächen sind ungeeignet. Eine kontrollierte Calcium- und Vitaminversorgung ist notwendig, muss jedoch zur verwendeten UVB-Beleuchtung und zum Alter der Tiere passen. Übermäßiges Einstäuben ist ebenso zu vermeiden wie eine einseitige Ernährung. Nicht gefressene Futtertiere werden zeitnah entfernt, damit sie die Frösche nicht beunruhigen oder verletzen.
Geschlechtsunterschiede
Ausgewachsene Weibchen werden gewöhnlich kräftiger und tendenziell größer als Männchen. Geschlechtsreife Männchen besitzen eine Schallblase und zeigen besonders während der Fortpflanzungszeit eine dunklere Kehlregion. Ihre lauten, zweiteiligen Rufe sind das auffälligste Geschlechtsmerkmal. Bei jungen oder außerhalb der Laichzeit gehaltenen Tieren ist eine sichere Unterscheidung deutlich schwieriger.
Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung
Die Fortpflanzung findet im Wasser statt und wird in der Natur durch jahreszeitliche Abkühlung, Niederschläge und anschließend geeignete Temperaturen angeregt. Rufende Männchen sammeln sich an flachen, ruhigen oder langsam fließenden Gewässern. Die Eier werden in mehreren kleinen Gruppen an Wasserpflanzen oder andere Strukturen geheftet; für die Art werden insgesamt ungefähr 400–750 Eier sowie Gruppen von etwa 9–80 Eiern beschrieben. Die Larvenentwicklung dauert unter günstigen natürlichen Bedingungen häufig rund zwei Monate, kann aber von Temperatur und Höhenlage beeinflusst werden. Eine verantwortbare Nachzucht erfordert ein getrenntes, hygienisch kontrolliertes Laichbecken, abgestimmte Saisonreize und Erfahrung mit der Aufzucht von Kaulquappen. Eine Abkühlungsphase darf nur mit gesunden, gut vorbereiteten Tieren durchgeführt werden.
Endgröße und Lebenserwartung
Die belegte Kopf-Rumpf-Länge liegt ungefähr zwischen 1,9 und 5 cm. Viele Tiere bleiben deutlich unter dem oberen Wert. Weibchen erreichen meist die kräftigere Statur, während Männchen häufig kleiner und schlanker wirken.
Nice-to-Know
Die Rückenfarbe kann grün, braun, grau, rötlich oder beinahe schwarz erscheinen und sich an Temperatur, Umgebung und Untergrund anpassen. Typisch ist häufig ein dunkler Streifen vom Auge entlang der Kopfseite. Trotz kleiner Haftscheiben und gelegentlicher Kletterausflüge verbringt die Art einen großen Teil ihrer Zeit bodennah. Die Rufe der Männchen sind für einen so kleinen Frosch überraschend kräftig und können in Wohnräumen deutlich hörbar sein.
Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen
Die Haut kann Abwehrsekrete abgeben, die Fressfeinde abschrecken und bei Menschen Schleimhäute oder empfindliche Haut reizen können. Die Tiere sind keine Streicheltiere und sollten nur angefasst werden, wenn es für Pflege oder Gesundheit unvermeidbar ist. Dabei sind angefeuchtete, puderfreie Handschuhe zu verwenden. Nach jedem Kontakt müssen Hände und verwendete Geräte gründlich gereinigt werden; Berührungen von Augen, Mund und offenen Wunden sind zu vermeiden.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel etwa 30 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)