Rot-orange Königsspringspinne, Phidippus regius
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Rot-orange Königsspringspinne, Phidippus regius
| Deutscher Name: | Rot-orange Königsspringspinne |
| Wissenschaftlich: | Phidippus regius |
| Synonyme: | Regius-Springspinne, Regal Jumping Spider |
| Herkunft: | Südöstliche USA und Karibik; auf der Osterinsel eingeführt |
| Lebensweise: | Kletternder Strauch- und Baumbewohner, einzeln halten |
| Aktivitätszeit: | Tagaktiv, visuell orientiert und sprungfreudig |
| Haltungstyp: | Hochformatiges, ausbruchsicheres Terrarium mit Querlüftung |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für adulte Tiere etwa 15 × 15 × 20 cm, besser 20 × 20 × 30 cm |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Tagsüber etwa 24–28 °C, nachts 20–22 °C; mäßig feucht und gut belüftet |
| Bodengrund: | Leicht feuchtigkeitsspeichernd, aber niemals dauerhaft nass |
| Verstecke und Gespinst: | Dichte Kletterstruktur und geschützte Plätze im oberen Bereich |
| Futter: | Passend große lebende Fliegen, Schaben oder Grillen |
| Gift und Abwehrverhalten: | Flüchtet oder springt; Giftbiss möglich, keine Brennhaare |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Körper meist 12–15 mm, maximal bis 22 mm; Beinspannweite großer Tiere etwa 35–über 40 mm |
| Lebenserwartung: | Meist etwa 1–2 Jahre ab Schlupf, Weibchen häufig länger |
Herkunft und Lebensraum von Rot-orange Königsspringspinne (Phidippus regius)
Die Königsspringspinne stammt aus warmen Regionen der südöstlichen Vereinigten Staaten und der Karibik. Besonders gut dokumentiert ist sie aus Florida sowie von den Bahamas und den Großen Antillen. Das gesamte natürliche Verbreitungsgebiet umfasst unterschiedliche lokale Klimabedingungen, weshalb Haltungswerte nicht unkritisch von einer bestimmten Fundortform auf jedes Tier übertragen werden sollten. Auf der Osterinsel gilt die Art als eingeführt. In ihrer Heimat bewohnt sie vor allem sonnige Felder, Säume, offenes Waldland und locker bewachsene Flächen; geschlossene, alte Laubwälder meidet sie eher. Junge Tiere halten sich häufig in krautiger Vegetation und eingerollten Blättern auf. Subadulte und adulte Spinnen sind öfter an Palmen, Palmettos, Sträuchern, Baumstämmen und Gebäudewänden zu finden. Sie bevorzugen übersichtliche, häufig relativ ebene Laufflächen, von denen aus sie Beute und mögliche Partner mit ihren leistungsfähigen Augen beobachten können. Der Zusatz „Rot/Orange“ bezeichnet hier eine Färbung im Handel, aber weder eine taxonomisch anerkannte Unterart noch einen gesicherten Fundort. Intensive Orange- und Rottöne treten besonders bei vielen Weibchen südlicher Populationen auf, können jedoch individuell deutlich variieren.
Lebensweise und Haltungstyp
Phidippus regius ist eine tagaktive, visuell jagende Springspinne. Sie baut kein Fangnetz, sondern schleicht sich an Beutetiere heran und überwältigt sie mit einem gezielten Sprung. Dabei führt sie meist einen Sicherungsfaden mit. Ruhe-, Häutungs- und Eikokongespinste werden bevorzugt weit oben zwischen Blättern, Korkstücken oder Ästen angelegt. Das Terrarium sollte daher mehr nutzbare Höhe als freie Bodenfläche bieten. Die Art wird einzeln gehalten, da Begegnungen mit Artgenossen außerhalb einer kontrollierten Paarung in Kannibalismus enden können.
Terrarium
Für ein adultes Tier ist ein hochformatiges Terrarium von etwa 15 × 15 × 20 cm als praktische Untergrenze gebräuchlich; ungefähr 20 × 20 × 30 cm erlaubt eine abwechslungsreichere Gestaltung. Entscheidend ist nicht allein das Volumen: Das Tier muss seine Beute finden können, und Spalten, Lüftungsöffnungen sowie Türbereiche müssen absolut ausbruchsicher sein. Jüngere Tiere benötigen entsprechend übersichtlichere, an ihren Entwicklungsstand angepasste Behälter. Äste, Kork, feste Blätter und raue Rückwände sollten bis in das obere Drittel reichen. Die Öffnung darf das bevorzugte Wohngespinst unter dem Deckel nicht bei jeder Pflege zerstören.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Da die Königsspringspinne überwiegend oberhalb des Bodens lebt, dient das Substrat vor allem der Feuchteregulierung und gegebenenfalls der Pflanzenpflege. Geeignet ist eine dünne Schicht ungedüngter Terrarienerde, Kokoshumus oder ein vergleichbares, strukturstabiles Gemisch mit etwas Moos. Ein Teil darf nach dem Sprühen leicht feucht bleiben, während andere Bereiche wieder abtrocknen. Staunässe, vernässtes Moos und dauerhaft beschlagene Scheiben sind zu vermeiden. Wichtiger als ein tiefer Bodengrund sind sichere Kletterwege und freie, gut beleuchtete Jagdflächen.
Klima und Beleuchtung
Ohne gesicherte Fundortangabe empfiehlt sich ein moderat warmes Klima mit etwa 24–28 °C am Tag und einer nächtlichen Absenkung auf ungefähr 20–22 °C. Ein heller, lokal etwas wärmerer Platz darf angeboten werden, sollte aber kontrolliert bleiben; direkte Sonne kann kleine Terrarien innerhalb kurzer Zeit gefährlich überhitzen. Eine relative Luftfeuchte im mittleren Bereich, grob etwa 55–75 %, ist meist praktikabel. Leichtes Sprühen an einer Seitenwand liefert Trinktropfen und zeitweise höhere Feuchte. Anschließend muss das Becken durch wirksame Quer- oder Doppellüftung abtrocknen können. Dauerhaft stickige Nässe begünstigt Schimmel und Probleme während der Häutung.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende, zum Entwicklungsstand passende Gliederfüßer. Fliegen sind wegen ihres Bewegungsmusters besonders geeignete Beutetiere; außerdem kommen kleine Schaben, Grillen oder andere weichhäutige Futterinsekten infrage. Sehr junge Spinnen erhalten entsprechend kleine Fliegen oder Fruchtfliegen. Die Futtermenge richtet sich besser nach Alter, Aktivität und Hinterleibsfülle als nach einem starren Kalender. Adulte Tiere benötigen häufig ein bis zwei passende Mahlzeiten pro Woche, Jungtiere meist kleinere Portionen in kürzeren Abständen. Nicht angenommene Grillen und ähnliche wehrhafte Futtertiere müssen entfernt werden, insbesondere vor einer Häutung. Trinkwasser wird als feiner Tropfenfilm an einer Terrarienwand angeboten; große, tiefe Wasserschalen sind ungeeignet.
Häutung
Zur Häutung zieht sich Phidippus regius in ein dichtes, meist hoch gelegenes Seidengespinst zurück. In dieser Phase stellt die Spinne oft bereits einige Tage vorher die Nahrungsaufnahme ein und reagiert deutlich weniger auf ihre Umgebung. Das Gespinst darf weder geöffnet noch umgesetzt werden. Alle frei laufenden Futtertiere sind zu entfernen, da sie die wehrlose Spinne verletzen können. Eine angemessene Grundfeuchte unterstützt den Ablauf, doch starkes Ansprühen des Gespinstes und dauerhaft nasse Luft sind ebenso zu vermeiden. Nach der Häutung bleibt das Tier im Rückzugsort, bis der neue Außenskelett und die Giftklauen ausgehärtet sind; erst danach wird wieder vorsichtig gefüttert.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Die aufmerksame Art wirkt häufig neugierig, ist aber kein Tier zum regelmäßigen Anfassen. Beim Öffnen des Terrariums kann sie überraschend weit und schnell springen. Pflegearbeiten erfolgen daher ruhig, möglichst über einer freien, gesicherten Fläche. Anders als schwere Vogelspinnen ist sie an Sprünge angepasst und sichert sich häufig mit einem Seidenfaden. Harte, unkontrollierte Stürze, Quetschungen und große offene Spalten bleiben dennoch zu vermeiden. Festhalten oder Einklemmen kann einen Abwehrbiss auslösen. Für das Umsetzen sind ein transparenter Fangbecher und ein weicher Pinsel sicherer als die Hand.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter sind bei dieser Art auffällig verschieden. Adulte Männchen sind überwiegend schwarz-weiß gezeichnet und besitzen kräftige, oft grün, blau oder violett schimmernde Cheliceren sowie verlängert wirkende Vorderbeine. Weibchen werden im Mittel größer und können grau, beige, braun, orange oder rötlich gefärbt sein; ihre Cheliceren schimmern häufig grünlich bis rotviolett. Der Handelszusatz „Rot/Orange“ passt deshalb typischerweise zu einem Weibchen, ersetzt aber keine sichere Geschlechtsbestimmung. Bei geschlechtsreifen Weibchen ist die Epigyne erkennbar, während adulte Männchen deutlich verdickte Pedipalpen tragen.
Fortpflanzung
Die Zucht erfordert Erfahrung, Platz und eine sichere Planung für sehr zahlreiche Jungtiere. Das Männchen wirbt mit artspezifischen Bewegungen und präsentiert dabei unter anderem die Vorderbeine. Eine Verpaarung darf nur unter enger Beobachtung stattfinden, da Kannibalismus möglich ist. Weibchen bauen für die Eiablage ein besonders dichtes Gespinst und können nach einer Paarung mehrere Kokons produzieren. Dokumentiert sind bis zu vier Gelege, wobei der erste Kokon im Mittel besonders viele Eier enthält. Muttertier und Kokon sollten nicht unnötig gestört werden. Sobald die Jungspinnen das Nest verlassen, müssen sie rechtzeitig getrennt und mit sehr kleiner Lebendbeute versorgt werden.
Größe und Lebenserwartung
Adulte Männchen erreichen durchschnittlich etwa 12 mm Körperlänge; dokumentiert ist eine breite Spanne von ungefähr 6–18 mm. Weibchen messen im Mittel etwa 15 mm und können etwa 7–22 mm erreichen. Große Weibchen kommen auf eine Beinspannweite um 35 mm, besonders große Männchen können durch ihre relativ langen Vorderbeine mehr als 40 mm überspannen. Körperfülle, Geschlecht und Herkunft führen zu deutlichen individuellen Unterschieden, weshalb diese Werte als biologische Spannbreite und nicht als feste Größenangabe zu verstehen sind.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Die Königsspringspinne setzt bei Störung meist auf Rückzug oder einen schnellen Sprung. Wird sie festgehalten oder gequetscht, kann sie jedoch beißen. Wie die meisten Spinnen besitzt sie Gift zur Überwältigung ihrer Beute. Ein Biss kann beim Menschen stechenden Schmerz und eine örtliche Reaktion verursachen; absichtliches Provozieren ist deshalb zu vermeiden. Bei ungewöhnlich starken oder anhaltenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Die Art besitzt keine Brennhaare. Ihr Gift gilt nicht als mit dem von medizinisch besonders bedeutsamen Spinnen vergleichbar, sollte aber dennoch nicht verharmlost werden.
Nice-to-Know
Mit ihren großen vorderen Mittelaugen kann Phidippus regius Entfernungen präzise einschätzen und Bewegungen aufmerksam verfolgen. Vor einem Sprung richtet sie den Körper aus und befestigt häufig einen Sicherungsfaden. Ihr kleines, beidseitig geöffnetes Wohngespinst dient nicht dem Beutefang, sondern als Schlafplatz, Häutungsraum und Schutz für den Kokon. Rot-orange Tiere sind keine eigenständige Art oder verbindlich definierte Zuchtform; Farbton, Zeichnung und Intensität können sich mit den Häutungen verändern.
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