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Kükenthals Putzergarnele, Lysmata kuekenthali
| Deutscher Name: | Kükenthals Putzergarnele |
| Wissenschaftlich: | Lysmata kuekenthali |
| Synonyme: | Kuekenthals Putzergarnele, Kükenthals Garnele, Kükenthal-Putzergarnele, Glasrosen-Garnele, Kükenthal's Cleaner Shrimp, Kuekenthal's Peppermint Shrimp |
| Herkunft: | Indopazifik, von Südafrika und den Seychellen über Sri Lanka und Indonesien bis in den Westpazifik und nach Japan |
| Lebensweise: | Überwiegend dämmerungs- bis nachtaktiv, tagsüber oft in Spalten und unter Überhängen; Allesfresser, der auch Glasrosen annimmt |
| Riffaquarium-tauglich: | Mit Vorsicht riffgeeignet: meist unauffällig bei Korallen, kann aber Futter von gefütterten LPS stibitzen und kleine Garnelen jagen |
| Verträglichkeit: | Paar oder kleine Gruppe empfehlenswert; friedlich zu den meisten Fischen, aber Futter für Drücker, Lippfische und andere Garnelenjäger |
| Wasserwerte: | Dichte 1,023–1,025, pH 8,1–8,4, KH etwa 7–12 °dKH, Temperatur 23–27 °C, Nitrat und Phosphat niedrig halten |
| Temperatur: | 23–27 °C |
| Beckengröße: | Ab etwa 50 bis 100 Litern, für eine Gruppe entsprechend größer |
| Futter: | Allesfresser: Frost- und Trockenfutter, Artemia, Mysis, Futterreste und je nach Tier auch Glasrosen |
| Maximale Größe: | Meist bis etwa 4–5 cm, Lebenserwartung nach Handelsangaben etwa 2–4 Jahre |
| Liefergröße: | ca. 2,0-4,0 cm |
Herkunft und Lebensraum von Kükenthals Putzergarnele (Lysmata kuekenthali)
Lysmata kuekenthali gehört zur Familie der Lysmatidae und wurde 1902 von dem niederländischen Zoologen Johannes Govertus de Man nach Material aus dem Indischen Archipel beschrieben, das Willy Kükenthal auf einer Forschungsreise in den Molukken und auf Borneo gesammelt hatte. Daher stammt auch der deutsche Name Kükenthals Putzergarnele. Verbreitet ist die Art im Indopazifik: Die Angaben reichen von Südafrika und den Seychellen über Sri Lanka und Indonesien bis in den Westpazifik und nach Japan. Manche Handelsquellen sprechen allgemeiner von tropischen und subtropischen Meeren, belastbar belegt ist vor allem der Indo-West-Pazifik. Die Tiere leben in Riffen, wo sie sich in Spalten, Höhlen und unter Überhängen aufhalten, oft nicht allein, sondern in Paaren oder größeren Ansammlungen. Für die Fundtiefe werden Bereiche von etwa 14 bis 267 Metern genannt. Weil die Art im Handel sowohl als Wildfang als auch vereinzelt als Nachzucht auftaucht, lässt sich die Herkunft eines einzelnen Tieres nur über die Angaben des Lieferanten klären; für diesen Artikel wird keine Nachzucht behauptet. Der Name „Putzergarnele“ ist eher ein Sammelbegriff der Gattung als eine Garantie für ausgeprägtes Putzverhalten.
Lebensweise und Verhalten
Kükenthals Putzergarnele ist ein ausgesprochener Riffbewohner, der den Tag gern geschützt in Felsspalten und unter Überhängen verbringt. Am aktivsten wird sie in der Dämmerung und nachts, wenn sie das Becken systematisch nach Fressbarem absucht. Je größer und ruhiger die Gruppe, desto selbstbewusster zeigen sich die Tiere; einzeln gehaltene Garnelen bleiben meist scheuer und sind seltener zu sehen. Äußerlich lassen sich bei dieser Art keine Geschlechter unterscheiden, Lysmata-Garnelen gelten als Zwitter. Zum Putzverhalten gibt es unterschiedliche Erfahrungen: Manche Händler und Pfleger beschreiben, dass die Garnelen Fischen Parasiten von der Haut zupfen und nach der Eingewöhnung sogar die Hand des Pflegers beputzen, andere beobachten kaum Putzdrang. Man sollte sie daher nicht allein als Putzerstation einplanen. Nachts können die Tiere springen; eine gut abgedeckte Beckenöffnung und gesicherte Pumpenansaugungen sind sinnvoll.
Eignung für das Riffaquarium
Im Riffaquarium ist die Art im Allgemeinen gut einsetzbar, aber nicht völlig unbedenklich. Sie knabbert nicht gezielt an Korallen, nutzt aber jede Gelegenheit, Futter zu erbeuten, und macht sich gern über frisch gefütterte LPS-Korallen her, um ihnen die Nahrung wegzunehmen. Im ungünstigen Fall kann das sowohl der Koralle als auch der Garnele schaden. Berichte aus dem Handel nennen außerdem, dass sie auch kleine Korallenpolypen oder Schnecken angehen kann. Ihr Ruf als Glasrosenfresser ist der Hauptgrund, weshalb sie häufig gekauft wird: Viele Pfleger berichten, dass sie Aiptasien fressen und dabei zum Teil effektiver sind als die verwandte Lysmata wurdemanni. Eine Garantie gibt es jedoch nicht; ob die Tiere tatsächlich an die Glasrosen gehen, hängt auch davon ab, wie reichlich im Becken gefüttert wird. Am besten funktioniert es erfahrungsgemäß bei einer noch überschaubaren, langsam wachsenden Glasrosenpopulation und mit mehreren Garnelen. Bleiben die Glasrosen dauerhaft aus, liegt das oft an den Garnelen; sterben sie, können die Anemonen zurückkehren.
Vergesellschaftung
Untereinander ist die Art sehr verträglich, ein Paar oder eine kleine Gruppe wird empfohlen und wirkt sich positiv auf das Verhalten aus. Gegenüber Fischen verhält sie sich friedlich, ist aber selbst Beute: Drückerfische, größere Lippfische, Kugelfische und andere Krebsfresser sehen sie als Futter. Auch zu anderen Garnelen sollte man vorsichtig sein. Es gibt Berichte, dass sie kleinere Arten wie Thor, Urocaridella oder Leander angeht; zierliche Garnelen sind deshalb keine sichere Gesellschaft. Gegenüber Einsiedlern, Schnecken und Seesternen sind keine verlässlichen Verträglichkeitsangaben bekannt; hier hilft nur genaue Beobachtung. Mit friedlichen Riffbarschen, Zwergkaiserfischen, Grundeln oder Anemonenfischen funktioniert die Vergesellschaftung in der Regel gut.
Wasserwerte und Temperatur
Gehalten wird die Garnele im stabilen, eingefahrenen Meerwasserbecken: Dichte 1,023–1,025 (bei 25 °C), entsprechend einem Salzgehalt von etwa 32–35 ‰, pH-Wert 8,1–8,4, Karbonathärte etwa 7–12 °dKH und Temperatur 23–27 °C (einzelne Quellen nennen 22–28 °C). Ammoniak und Nitrit müssen nicht nachweisbar sein, Nitrat und Phosphat sollten niedrig bleiben, da hohe Werte die Häutung stören und zu Verlusten führen können. Wie alle Krebstiere reagiert die Art empfindlich auf Dichteschwankungen und Kupfer; kupferhaltige Medikamente sind im Becken tabu. Magnesium, Calcium und Jod sollten im Riffaquarium regelmäßig im Auge behalten werden, da sie für die Häutung wichtig sind. Wasserwechsel von etwa 10–20 % in regelmäßigen Abständen helfen, die Werte stabil zu halten.
Aquarium und Einrichtung
Für ein Paar werden je nach Händler Becken ab etwa 50 bis 100 Litern genannt. Wer mehrere Tiere pflegen oder gezielt gegen Glasrosen einsetzen möchte, plant besser großzügiger. Wichtiger als das reine Volumen ist die Einrichtung: Ein Riffaufbau mit Höhlen, Spalten und Überhängen gibt den Tieren Rückzugsorte, in denen sie sich tagsüber sicher fühlen. Die Garnelen sollten nur in ein ausgereiftes Becken eingesetzt werden, das biologisch stabil läuft und nicht frisch eingerichtet ist. Eine Abdeckung verhindert nächtliche Sprünge.
Fütterung
Kükenthals Putzergarnele ist ein genügsamer Allesfresser und Resteverwerter. Sie nimmt Artemia, Mysis, Frostfutter (vor allem größere Sorten), Flocken- und Granulatfutter, kleine Fischstückchen und Futterreste an, die bei der Fütterung von Fischen und Korallen anfallen. In vielen Becken reichen diese Reste aus. Als Besonderheit gilt, dass sie Glasrosen frisst, wenn sie Hunger hat; sie sollte aber auch nicht darauf angewiesen sein, weil ein Verzicht auf Glasrosen keine Ernährungsgrundlage ist. Geschickt ist sie beim Futterklau, besonders an gefütterten LPS-Korallen. Gezielt gefüttert werden sollte abends oder nachts, wenn sie aktiv wird, damit sie nicht zu kurz kommt.
Häutung
Wie alle Garnelen wächst die Art in Etappen und streift dazu regelmäßig ihren Panzer ab. Unmittelbar danach ist sie weich und verletzlich und versteckt sich meist in einer Spalte; in dieser Zeit sollte man sie in Ruhe lassen. Die abgestreifte Hülle liegt als vollständige, durchsichtige Garnele im Becken. Das ist kein Sterbefall, sondern ein gutes Zeichen. Oft fressen die Tiere die Hülle selbst, um Mineralien zurückzugewinnen. Ein stabiler Haushalt an Magnesium, Calcium und Jod, niedrige Nitrat- und Phosphatwerte sowie möglichst konstante Dichte erleichtern die Häutung. Schwankungen der Wasserwerte oder Stress durch aggressive Mitbewohner können Häutungsprobleme begünstigen.
Eingewöhnung
Garnelen reagieren empfindlicher auf Dichteschwankungen als viele Fische, deshalb sollte das Angleichen langsam und gründlich erfolgen. Am besten bewährt sich die Tropfmethode: Die Tiere kommen mit dem Transportwasser in einen sauberen Eimer, aus dem Beckenwasser über einen dünnen Luftschlauch tropfenweise zugeführt wird, bis sich Temperatur und Salzgehalt über etwa ein bis zwei Stunden angeglichen haben. Danach werden die Garnelen ohne Transportwasser mit einem Kescher in das Becken gesetzt. Dimmt man das Licht vorübergehend, finden sie schneller ein Versteck. Gerade in den ersten Tagen sollte genügend Rückzugsraum vorhanden sein und die Fütterung eher abends erfolgen. Kupfer- oder invertebratenunverträgliche Mittel sind im Becken tabu.
Endgröße und Lebenserwartung
Die Garnele erreicht in der Regel etwa 4 bis 5 cm, vereinzelt werden bis 6 cm genannt; im Handel sind meist deutlich kleinere Tiere von etwa 2–4 cm üblich. Zur Lebenserwartung gibt es nur wenige Angaben: Händler nennen ein erreichbares Alter von etwa 2 bis 4 Jahren, und Pfleger berichten ähnlich von zwei bis drei Jahren Lebensdauer im Aquarium. Verlässliche Freilanddaten oder Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht bekannt. Die Spanne ist daher nur als Richtwert zu verstehen.
| Tiergruppe: | Garnelen |
|---|---|
| Riffverträglichkeit: | Mit Einschränkungen |
| Wassertemperatur: | 23 °C, 24 °C, 25 °C, 26 °C, 27 °C |
| Endgröße: | bis 5 cm |
| Haltungsform: | Gruppenhaltung, Paarhaltung |
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Meerwassertiere versendet?
Meerwasserfische, Garnelen, Seesterne, Korallen und Anemonen versenden wir ausschließlich mit dem zugelassenen Tierkurier GO! im Übernachtexpress. Jedes Tier beziehungsweise jede Koralle reist einzeln in einem Beutel mit Meerwasser und Sauerstoff, verpackt in einer isolierten Styroporbox – bei kühler Witterung zusätzlich mit Wärmepack.
Meerwassertiere führen wir als Bestellware mit einer Lieferzeit von 2–5 Tagen. Bitte sorge dafür, dass die Sendung am Liefertag angenommen werden kann, damit die Tiere schnell ins Aquarium kommen.
Wie gewöhne ich Meerwassertiere nach der Ankunft ein?
Dimme zunächst das Licht im Aquarium. Lege die geschlossenen Beutel 15–20 Minuten auf die Wasseroberfläche, damit sich die Temperatur angleicht. Gib dann mit der Tropfmethode langsam Aquarienwasser in ein Gefäß mit den Tieren, bis sich Salzgehalt und pH-Wert angeglichen haben – bei Fischen etwa 30–45 Minuten, bei Garnelen, Seesternen und Seeigeln deutlich langsamer über 60–90 Minuten, denn sie reagieren empfindlich auf Salzgehaltsschwankungen.
Setze die Tiere anschließend um, ohne das Transportwasser ins Aquarium zu geben. Seesterne, Muscheln und Schwämme sollten dabei möglichst nicht an die Luft kommen. Lass das Licht am ersten Tag gedimmt und füttere erst am nächsten Tag.
Was muss ich bei Korallen und Anemonen beachten?
Gewöhne Korallen langsam an das Licht: Platziere sie anfangs etwas tiefer oder schattiger und setze sie erst nach einigen Tagen an ihren endgültigen Platz. Halte Abstand zu Nachbarkorallen, denn viele Arten bilden Nesselfäden. Achte auf eine zur Art passende Strömung.
Anemonen können wandern – sichere Pumpen und Überläufe deshalb mit einem Schutzkorb. Bei Krustenanemonen (Zoanthus, Palythoa) beim Umgang immer Handschuhe und Augenschutz tragen, da sie Palytoxin enthalten können; die Kolonien niemals abkochen, abbürsten oder unter Druck abspülen.
Welche Wasserwerte brauchen Meerwassertiere?
Die meisten Riffbewohner fühlen sich in diesem Rahmen wohl: Salzgehalt 33–35 ‰ (Dichte etwa 1,023–1,025 bei 25 °C), Temperatur 24–26 °C, pH-Wert 8,0–8,4, KH 7–9 °dH, Calcium 400–450 mg/l und Magnesium 1.250–1.350 mg/l bei niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten. Wichtiger als einzelne Spitzenwerte ist, dass die Werte stabil bleiben.
Artspezifische Angaben findest du jeweils in der Artikelbeschreibung.