Schwarzflossen-Prachtbarsch, Benitochromis nigrodorsalis
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Schwarzflossen-Prachtbarsch, Benitochromis nigrodorsalis
| Deutscher Name: | Schwarzflossen-Prachtbarsch |
| Wissenschaftlich: | Benitochromis nigrodorsalis |
| Synonyme: | Schwarzrücken-Prachtbuntbarsche, Schwarzrücken-Prachtbuntbarsch, Schwarzflossen Prachtbarsch, Chromidotilapia finleyi "Moliwe" (früherer Handelsname), Benitochromis nigrodorsalis "Moliwe" |
| Herkunft: | Westafrika: Küstenregion Westkameruns (Moliwe, Douala) und Insel Bioko |
| Gesellschafts-Aquarium: | Paarweise oder in großer Gruppe; innerartlich oft rau, zu anderen Arten meist verträglich |
| Wasserwerte: | pH 6,0–7,0; weich bis mittelhart (ca. 3–10 °dGH, bis 15 °dGH toleriert) |
| Temperatur: | 23–27 °C, ideal 24–26 °C |
| Beckengröße: | Paar ab ca. 240 Liter, Gruppe ab ca. 300 Liter (Angaben variieren) |
| Bepflanzung: | Sandboden, dichte Randbepflanzung, Wurzeln, Steine und Laub als Verstecke |
| Futter: | Allesfresser mit Hang zu tierischer Kost: Frost- und Lebendfutter, Flocken, Sticks |
| Geschlechts-Unterschiede: | Erst bei adulten Tieren: Männchen größer und farbiger, Weibchen fülliger mit kräftig rosa Bauch |
| Zucht möglich: | Biparentaler, ovophiler Maulbrüter; beide Eltern übernehmen Eier und Jungfische |
| Maximale Größe: | Etwa 10–12 cm, Männchen teils bis 14 cm; Liefergröße hier 3–4 cm |
| Liefergröße: | ca. 3,0-4,0 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Nicht empfehlenswert: Garnelennachwuchs wird gefressen, kleine Garnelen gelten als Beute |
Herkunft von Schwarzflossen-Prachtbarsch (Benitochromis nigrodorsalis)
Benitochromis nigrodorsalis ist ein Buntbarsch aus Westafrika und wurde erst 2001 von Anton Lamboj wissenschaftlich beschrieben. Davor tauchten die Tiere im Handel unter der Bezeichnung Chromidotilapia finleyi „Moliwe“ auf. Die Art gehört zur Gattung Benitochromis, die nur in Kamerun und Äquatorialguinea einschließlich der Insel Bioko vorkommt. Die Gattung ist nah mit den bekannten Prachtbuntbarschen der Gattung Pelvicachromis verwandt, unterscheidet sich aber deutlich durch das Maulbrüten. Das Verbreitungsgebiet der Art ist klein: Sie lebt in küstennahen Flüssen und Bächen im Westen Kameruns, bekannt sind vor allem Fundorte rund um Moliwe und Douala am Fuß des Kamerunbergs, außerdem Bioko. Dort besiedelt sie Regenwaldbäche sowie die Randbereiche und Zuflüsse von Sumpfwäldern. Gemessen wurden in solchen Gewässern meist leicht saure bis neutrale Werte mit pH 6,0 bis 7,0 und weichem bis mittelhartem Wasser. Von der Weltnaturschutzunion wird die Art als stark gefährdet (Endangered) geführt, unter anderem wegen ihres winzigen Areals und der Landnutzung, etwa durch Ölpalmplantagen entlang des Moliwe-Flusses. Wer diese Art pflegt, hält also eine echte Rarität, und jede erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist wertvoll. Die hier angebotenen Jungtiere von 3–4 cm sind noch weit von ihrer Endgröße entfernt.
Vergesellschaftung
Der Schwarzflossen-Prachtbarsch lebt im Aquarium bevorzugt paarweise, zeigt aber ein ausgeprägtes Revierverhalten. Gegenüber Artgenossen kann er ausgesprochen ruppig werden, und Paare gelten als nicht immer stabil. Am sichersten ist es, mehrere Jungtiere gemeinsam aufwachsen zu lassen, damit sich Paare selbst finden. Eine Gruppe sollte nur in einem großen, reich strukturierten Becken mit mehr Weibchen als Männchen gehalten werden, denn nur dort können sich unterlegene Tiere aus dem Weg gehen. Zwei Paare in kleineren Becken führen leicht zu Dauerstress. Anderen Fischen gegenüber ist die Art meist friedlich, nur zur Laichzeit kann sie deutlich schärfer auftreten. Als Mitbewohner passen mittelgroße, schnelle Arten der mittleren und oberen Wasserschichten, etwa größere Salmler, Barben oder kräftige Killifische. Sehr kleine, zarte Fische sollten nicht dazugesetzt werden. Von der gemeinsamen Haltung mit anderen Benitochromis-Arten ist abzuraten: Die Weibchen ähneln sich stark, und es kann zu Hybriden kommen.
Passende Wasserparameter
Ideal ist weiches bis mittelhartes, leicht saures bis neutrales Wasser mit pH 6,0–7,0. Für die Gesamthärte nennen seriöse Quellen unterschiedliche Spannen: aus dem Lebensraum werden etwa 3–10 °dGH berichtet, im Aquarium werden auch Werte bis etwa 15 °dGH vertragen. Wichtiger als der exakte Wert ist eine stabile, saubere Wasserqualität. Regelmäßige Teilwasserwechsel mit temperiertem Wasser, eine gute, aber nicht zu starke Strömung und eine Filterung, die den Boden nicht aufwirbelt, haben sich bewährt. Eine leichte Huminstoff-Färbung durch Wurzeln und Laub passt gut zum natürlichen Lebensraum. Bei der Eingewöhnung der kleinen Jungtiere sollten die Werte möglichst nah an denen des Vorbesitzers liegen und nur langsam angepasst werden.
Haltungstemperatur
Als Wohlfühlbereich gelten 24–26 °C; kurzzeitig werden je nach Quelle auch etwa 23–27 °C genannt. Im Dauerbetrieb sollte die Temperatur möglichst konstant bleiben, vor allem während der Maulbrutphase.
Beckengröße
Die Angaben zur Mindestgröße schwanken je nach Quelle von etwa 160 Litern bis 300 Litern. Für ein Paar der späteren, bis zu 12–14 cm großen Tiere empfehlen wir mindestens 240 Liter mit rund 120 cm Kantenlänge. Für eine Gruppe sind 300 Liter und mehr sinnvoll, damit sich Reviere abgrenzen lassen. Die kleinen Jungtiere können zunächst auch in einem kleineren Aufzuchtbecken heranwachsen, sollten aber rechtzeitig umziehen.
Bepflanzung
Das Becken sollte sandig und strukturreich eingerichtet sein. Feiner Sand erlaubt das natürliche Graben und Wühlen und schont die Barteln und Mäuler. Wurzeln, Steine und Schieferplatten schaffen Reviergrenzen und Rückzugsorte, eine dichte Randbepflanzung bietet zusätzlichen Sichtschutz. Laub und Wurzeln erinnern an die Regenwaldbäche der Heimat. Für das Ablaichen sind möglichst waagerechte, glatte Flächen wie flache Steine oder Platten hilfreich, auf denen die Eier abgelegt werden. Zwischen den Aufbauten sollte freier Schwimmraum bleiben.
Futter
Die Art ist ein Allesfresser mit deutlicher Neigung zu tierischer Nahrung. In der Natur dürften Insektenlarven, kleine Krebstiere, Detritus und Aufwuchs eine Rolle spielen. Im Aquarium werden Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven, Artemia, Daphnien und Mysis gern genommen, ebenso hochwertige Flocken, Sticks oder Granulat, gern auch mit pflanzlichem Anteil. Gefüttert wird abwechslungsreich in kleinen Portionen mehrmals täglich; Jungtiere von 3–4 cm bekommen entsprechend fein zerkleinertes oder kleines Futter. Besonders kräftiges Futter sollte vor der Laichzeit angeboten werden.
Geschlechtsunterschiede
Bei den 3–4 cm kleinen Jungtieren lässt sich das Geschlecht noch nicht erkennen. Später sind die Männchen meist größer und farbiger, mit ausgezogener Rücken- und Afterflosse. Die Weibchen wirken fülliger und zeigen einen intensiver und großflächiger rosa gefärbten Bauch. Die Flossenunterschiede gelten nicht bei allen Tieren als zuverlässig, deshalb ist der Bauch ein wichtiges Merkmal. Jungtiere haben zudem einen Fleck im hinteren Rückenflossenbereich, den sogenannten Tilapia-Fleck.
Zucht
Die Art ist ein ovophiler Maulbrüter: Das Gelege wird auf einer möglichst waagerechten Unterlage abgelegt, die Eier werden befruchtet und sofort ins Maul genommen. Anders als bei vielen anderen Maulbrütern kümmern sich häufig beide Eltern um die Brut und geben Eier und später Jungfische mehrmals am Tag untereinander weiter. In anderen Haltungsberichten übernimmt hauptsächlich das Weibchen die Maulbrut über etwa drei Wochen. Wichtig sind ein ruhiges Becken, Rückzugsmöglichkeiten und ein harmonisches Paar, denn Paare trennen sich nicht selten im Streit. Bei Artgenossen ohne Partner wurde in Fachliteratur auch Selbstbefruchtung beschrieben, die aber nicht der Regelfall ist. Die Jungfische sind nach der Maulbrut groß genug für feines Futter wie frisch geschlüpfte Artemia oder fein zerriebenes Flockenfutter.
Endgröße
Erwachsene Tiere erreichen in der Regel etwa 10–12 cm, Männchen können bis etwa 14 cm lang werden. Die hier angebotenen Jungtiere sind mit 3–4 cm noch deutlich kleiner und wachsen bei guter Pflege über mehrere Monate heran. Kleinere Literaturangaben beziehen sich vermutlich auf die Standardlänge.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Adulte Garnelen: Die Art frisst in der Natur auch Krebstiere, daher gelten kleine Zwerggarnelen als Beute und werden nicht zur Vergesellschaftung empfohlen. Größere Garnelen können in einem sehr strukturreichen Becken eine Chance haben, eine sichere Verträglichkeit ist aber nicht belegt. Garnelennachwuchs: Er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gefressen und kommt neben diesen Buntbarschen praktisch nicht durch. Auch Garneleneier gehören nach Berichten zum Nahrungsspektrum. Eine Garnelenhaltung im selben Becken ist deshalb nicht empfehlenswert.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.