Schrecklicher Pfeilgiftfrosch „Black Föös Tesoros“, Phyllobates terribilis
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Schrecklicher Pfeilgiftfrosch „Black Föös Tesoros“, Phyllobates terribilis
| Deutscher Name: | Schrecklicher Pfeilgiftfrosch „Black Föös Tesoros“ |
| Wissenschaftlich: | Phyllobates terribilis |
| Synonyme: | Goldener Blattsteiger, Goldener Pfeilgiftfrosch, Schrecklicher Blattsteiger |
| Herkunft: | Kolumbien, westlich der Anden |
| Lebensweise: | tagaktiv, überwiegend bodennah, gelegentlich kletternd |
| Haltungsform: | paarweise oder in sorgfältig beobachteter Gruppe im Regenwaldterrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | für ein Paar mindestens 50 × 50 × 50 cm; für vier Tiere etwa 90 × 50 × 40 cm oder größer |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | warm und sehr feucht, mit guter Lüftung und trocknenden Teilbereichen |
| Beleuchtung: | etwa 12 Stunden Pflanzenlicht; schwacher UV-Anteil möglich |
| Bodengrund: | Drainageschicht, lockeres Waldsubstrat und reichlich trockenes Laub |
| Futter: | Fruchtfliegen und weitere kleine Futterinsekten mit Supplementierung |
| Maximale Größe: | Weibchen bis etwa 4,7 cm, Männchen bis etwa 4,5 cm |
Lebensraum und Verhalten von Schrecklicher Pfeilgiftfrosch „Black Föös Tesoros“ (Phyllobates terribilis)
Phyllobates terribilis ist ausschließlich aus Kolumbien bekannt und besitzt dort ein bemerkenswert kleines Verbreitungsgebiet an der regenreichen Pazifikseite westlich der Anden. Nachgewiesene Vorkommen liegen vor allem in den Einzugsgebieten der Flüsse Saija und Naya sowie bei Boca Yurumanguí in den Departamentos Cauca und Valle del Cauca. Besiedelt werden warme, ausgesprochen feuchte Tieflandregenwälder in Höhen von ungefähr 30 bis 400 Metern. Die Frösche leben überwiegend in der bodennahen Laubschicht von Primär- und Sekundärwäldern, häufig in hügeligem Gelände nahe kleiner Fließgewässer. Das natürliche Klima ist durch sehr hohe Niederschläge und eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit geprägt. Farbtypen können kleinräumig nebeneinander auftreten, ohne dass ihre Handelsbezeichnungen stets einen sicher belegten Fundort kennzeichnen. Schwarzfüßige, ansonsten gelbe bis orangefarbene Tiere sind sowohl aus dem natürlichen Erscheinungsbild als auch aus Terrarienlinien bekannt. Der Zusatz „Black Föös Tesoros“ sollte deshalb als Handels- beziehungsweise Linienbezeichnung verstanden werden, solange seine genaue züchterische Bedeutung und Herkunft nicht durch zugehörige Dokumente bestätigt sind. Die Art ist durch ihr begrenztes Areal und den Verlust geeigneter Regenwälder besonders schutzbedürftig.
Die richtige Haltung
Diese kräftige Pfeilgiftfroschart bewohnt den Boden, nutzt jedoch ebenso niedrige Äste, bepflanzte Rückwände und kleine Plattformen. Das Terrarium sollte daher viel nutzbare Grundfläche bieten, ohne auf strukturierte Seiten- und Rückwände zu verzichten. Für ein Paar gilt ein Würfel mit 50 cm Kantenlänge als Untergrenze; mehr Raum erleichtert die Gestaltung unterschiedlicher Klimazonen. Für vier Tiere ist etwa 90 × 50 × 40 cm ein sinnvoller Ausgangspunkt. Mehrere Verstecke, Futterplätze und Laichhöhlen reduzieren Konkurrenz. Eine flache Wasserstelle mit ungefähr 2 cm Wasserstand ist einzuplanen; tiefe, steilwandige Becken sind ungeeignet. Drosophila-dichte Lüftungsflächen sorgen für Luftaustausch, während ein Ablauf oder eine Drainage Staunässe verhindert. Paar- und Gruppenhaltung sind möglich, das Sozialverhalten muss jedoch aufmerksam kontrolliert werden. Aufreiten, Festhalten oder Verdrängen am Futterplatz können eine Trennung erforderlich machen. Eine übersichtliche Artenhaltung ist gegenüber einer Vergesellschaftung vorzuziehen.
Die richtige Bepflanzung
Eine üppige, belastbare Regenwaldbepflanzung gehört zur funktionalen Einrichtung. Bromelien, rankende Pflanzen, Farne und andere wärmeliebende Arten schaffen Sichtschutz, Schlafplätze und ein ausgeglichenes Mikroklima. Blatttrichter und dichtes Laub werden besonders von adulten Tieren gern als erhöhte Ruheplätze genutzt. Die Bepflanzung darf den Boden dennoch nicht vollständig versperren: Freie Laufwege, gut erreichbare Futterstellen und rasch abtrocknende Flächen bleiben wichtig. Kork, Wurzeln, flache Steine und kleine Plateaus erweitern den nutzbaren Raum. Eine Drainageschicht unter einem wasserdurchlässigen Trennvlies schützt das lockere Waldsubstrat vor Vernässung. Darüber kommen geeignete Terrarienerde, Moosbereiche und eine großzügige Lage aus trockenem Eichen- oder Buchenlaub. Dauerhaft durchnässtes Moos als alleiniger Bodengrund bietet keine ausreichende Struktur und begünstigt hygienische Probleme.
Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte
Am Boden und in schattigen Bereichen sind tagsüber etwa 22 bis 24 °C günstig. Höher gelegene, hellere Plätze dürfen deutlich wärmer werden; ein räumliches Gefälle ermöglicht den Fröschen eine selbstständige Auswahl. Eine flächige Erwärmung des gesamten Terrariums auf mehr als 30 °C ist zu vermeiden. Nachts darf die Temperatur auf normale Raumwerte absinken. Die Luftfeuchtigkeit bleibt hoch, soll aber durch Sprühpausen und eine wirksame Lüftung schwanken. Mehrmaliges kurzes Beregnen ist besser als ein ständig nasses Terrarium. Blätter und Einrichtungsgegenstände sollten zwischen den Sprühintervallen teilweise abtrocknen. Neben feuchten Rückzugsorten müssen daher trocknende Laub- oder Steinflächen vorhanden sein. Die Beleuchtung kann sich vorrangig nach den Pflanzen richten und ungefähr zwölf Stunden täglich laufen. Ein schwacher UV-Anteil kann angeboten werden, ist bei passender Supplementierung jedoch nicht zwingend erforderlich. Intensives UV-Licht und ungeschützte heiße Strahler sind ungeeignet.
Fütterung
Phyllobates terribilis nimmt im Vergleich zu vielen kleineren Pfeilgiftfröschen etwas kräftigere, weiterhin mundgerechte Beute an. Große flugunfähige Fruchtfliegen bilden ein bewährtes Grundfutter. Abwechslung bringen kleine Grillen, Ofenfischchen, Bohnenkäfer, Blattläuse, weiße Asseln und frisch gehäutete kleine Schaben. Sehr fettreiche Futtertiere eignen sich nur gelegentlich. Erwachsene Tiere werden bedarfsgerecht in überschaubaren Portionen gefüttert; Jungtiere benötigen kleinere Beute und häufigere Mahlzeiten. Die Futterinsekten sollten selbst hochwertig ernährt und unmittelbar vor dem Verfüttern regelmäßig mit einem für Amphibien geeigneten Vitamin- und Mineralstoffpräparat bestäubt werden. Calciumversorgung und Vitamin D3 müssen aufeinander sowie auf die verwendete UV-Beleuchtung abgestimmt sein. Mehrere feste Futterstellen erleichtern die Kontrolle, ob alle Tiere Beute aufnehmen, und begrenzen den Verlust des Supplementpulvers im feuchten Terrarium.
Geschlechtsunterschiede
Weibchen werden meist etwas größer und wirken bei guter Kondition fülliger, während Männchen durchschnittlich geringfügig kleiner bleiben. Das sicherste praktische Merkmal geschlechtsreifer Männchen ist ihr ausdauernder, trillernder Ruf. Dieser ist tagsüber zu hören und wird häufig nach Beregnung oder Vernebelung intensiver. Körperform und Größe allein erlauben bei jungen oder noch nicht vollständig entwickelten Tieren keine verlässliche Geschlechtsbestimmung. Die Geschlechtsreife wird gewöhnlich erst deutlich nach Abschluss der Metamorphose erreicht.
Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung
Fortpflanzungsaktivitäten setzen häufig im Alter von etwa eineinhalb bis zwei Jahren ein. Das Männchen lockt das Weibchen mit trillernden Rufen zu einem geschützten, feuchten Ablageplatz. Geeignet sind mehrere über das Terrarium verteilte Laichhäuschen, halbierte Kokosnussschalen oder vergleichbare Höhlen mit glatter Ablagefläche. Ein Amplexus findet nicht statt. Ein Gelege umfasst abhängig von Alter und Kondition des Weibchens meist etwa 10 bis 30 Eier. Das Männchen betreut und befeuchtet den Laich. Nach dem Schlupf trägt es die Kaulquappen auf dem Rücken zu kleinen Wasseransammlungen. Für eine kontrollierte Nachzucht können Gelege bei ungefähr 22 bis 24 °C separat inkubiert werden; sie müssen feucht liegen, dürfen aber nicht vollständig unter Wasser stehen. Die aquatische Larvenaufzucht verlangt stabile Wasserhygiene, passendes Kleinstfutter und regelmäßige Kontrollen. Eine etwas kühlere und weniger regenreiche Ruhephase entlastet die Weibchen zwischen Fortpflanzungsperioden.
Endgröße und Lebenserwartung
Phyllobates terribilis gehört zu den größeren Pfeilgiftfröschen. Ausgewachsene Weibchen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von ungefähr 4,7 cm. Männchen bleiben mit bis zu etwa 4,5 cm meist geringfügig kleiner. Einzelne Tiere können von diesen Richtwerten etwas abweichen.
Nice-to-Know
Die Art ist tagaktiv, aufmerksam und bei guter Eingewöhnung häufig offen zu sehen. Jungtiere beginnen mit dunkler Grundfarbe und zwei hellen Rückenstreifen; die gelbe, orangefarbene oder grünliche Erwachsenenfärbung breitet sich erst während des Wachstums aus. Bei schwarzfüßigen Tieren können Füße, Zehen und Teile der Unterseite dunkel bleiben. Verschiedene Farb- und Zuchtlinien sollten getrennt geführt und nachvollziehbar dokumentiert werden. Der Zusatz „Black Föös Tesoros“ ist keine taxonomische Bezeichnung und kein sicher belegter natürlicher Fundortname.
Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen
Wild lebende Phyllobates terribilis können über ihre natürliche Nahrung hochwirksame Alkaloide, insbesondere Batrachotoxin, in der Haut anreichern. Kontrolliert nachgezogene Tiere gelten aufgrund des fehlenden natürlichen Nahrungsspektrums üblicherweise als nicht giftig; eine pauschale Aussage über Tiere unbekannter Herkunft ist dennoch nicht angebracht. Amphibien sollten grundsätzlich nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Falls ein Umsetzen unvermeidbar ist, eignen sich angefeuchtete, puderfreie Einmalhandschuhe. Hautkontakt, insbesondere mit Augen, Mund oder offenen Wunden, ist zu vermeiden. Nach Arbeiten im Terrarium sind Hände und verwendete Geräte gründlich zu reinigen. Rückstände von Seife, Desinfektionsmitteln, Cremes oder Nikotin können umgekehrt die empfindliche Froschhaut schädigen.
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