Peruanische Zwergvogelspinne aus EU-Nachzucht, Cyriocosmus aueri
32,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Peruanische Zwergvogelspinne aus EU-Nachzucht, Cyriocosmus aueri
| Deutscher Name: | Peruanische Zwergvogelspinne aus EU-Nachzucht |
| Wissenschaftlich: | Cyriocosmus aueri |
| Synonyme: | Peru-Zwergvogelspinne, Peruanische Zwerg-Rotbein-Vogelspinne, Peruvian Dwarf Redleg Tarantula |
| Herkunft: | Peru, Region Loreto im westlichen Amazonasgebiet |
| Lebensweise: | Bodenbewohnende, grabende Zwergvogelspinne mit Wohnröhre |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, häufig versteckt |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung im ausbruchssicheren Bodenterrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Adult etwa 15–20 × 15–20 × 15–20 cm |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Warm und mäßig feucht; etwa 24–27 °C am Tag, nachts kühler |
| Bodengrund: | Mindestens 8–10 cm grabfähige, humose Erde |
| Verstecke und Gespinst: | Röhrengespinst mit Korkstück, Laub oder vorgeformtem Gang |
| Futter: | Passend kleine Futterinsekten und andere geeignete Wirbellose |
| Gift und Abwehrverhalten: | Flucht, Rückzug, Brennhaare und im äußersten Fall Giftbiss |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Etwa 2–3 cm Körperlänge und ungefähr 4–6 cm Beinspannweite |
| Lebenserwartung: | Terraristische Erfahrungswerte: Weibchen etwa 8–10 Jahre, Männchen etwa 1–3 Jahre; Langzeitdaten sind begrenzt |
Herkunft und Lebensraum von Peruanische Zwergvogelspinne aus EU-Nachzucht (Cyriocosmus aueri)
Cyriocosmus aueri stammt aus dem peruanischen Teil des Amazonasbeckens. Gesicherte Nachweise liegen aus der Region Loreto vor, unter anderem aus der Umgebung von Iquitos, vom Rand des Amazonas bei Nuevo Umaral sowie aus dem Gebiet des Río Tigre. Damit bewohnt die Art eine warme, niederschlagsreiche Tieflandregion mit dichter Vegetation, humusreichen Böden und einer ausgeprägten Laubschicht. Am Typfundort wurden Tiere in ungefähr 30 cm langen Erdröhren gefunden. Das zeigt, dass diese kleine Vogelspinne keineswegs nur lose unter Laub sitzt, sondern einen geschützten, selbst angelegten Rückzugsraum nutzen kann. Die Röhre stabilisiert sie mit Gespinst und verlässt sie vor allem zur Nahrungssuche oder bei Störungen. Für die Haltung ist nicht allein die allgemein hohe Feuchtigkeit des Amazonasgebiets entscheidend. Wichtiger ist ein grabfähiges, leicht feuchtes Bodengefüge, das nicht vernässt und dennoch nicht vollständig austrocknet. Eine gute Belüftung bleibt unverzichtbar, weil stehende, dauerhaft nasse Luft im kleinen Terrarium schnell problematisch werden kann. Der natürliche Lebensraum sollte daher als feuchtwarmer Waldboden und nicht als sumpfiges Milieu verstanden werden.
Lebensweise und Haltungstyp
Diese Zwergvogelspinne lebt bodennah und legt bei geeigneter Einrichtung eine Wohnröhre an. Häufig werden ein vorhandener Spalt, ein Korkstück oder eine kleine Vertiefung als Ausgangspunkt angenommen und anschließend mit Erde und Gespinst ausgebaut. Ein Teil des Gespinsts kann sich rund um den Eingang über den Boden ziehen und dient vermutlich auch der Wahrnehmung von Beutetieren. Die Spinne ist oft in der Dämmerung oder nachts zu sehen, kann jedoch über längere Zeit verborgen bleiben. Das ist normales Verhalten und kein Grund, die Röhre zu öffnen. Cyriocosmus aueri wird einzeln gehalten, da auch bei kleinen Arten Verletzungen und Kannibalismus nicht ausgeschlossen werden können.
Terrarium
Für ein adultes Tier genügt aufgrund der geringen Endgröße meist ein bodenorientiertes Terrarium mit etwa 15–20 cm Kantenlänge. Wichtiger als viel freie Fläche sind ausreichende Substrattiefe, ein geeigneter Ansatzpunkt für die Wohnröhre und eine absolut sichere Abdeckung. Lüftungsschlitze und Türspalten müssen so fein sein, dass die kleine Spinne nicht hindurchpasst. Als Bodenbewohnerin benötigt sie keine große Höhe. Zwischen Substratoberfläche und Deckel sollte nur eine niedrige, zur Beinspannweite passende Fallstrecke verbleiben. Ein Sturz auf harte Dekoration kann den Hinterleib schwer verletzen. Steine und schwere Einrichtungsstücke dürfen nicht untergraben und zum Einsturz gebracht werden können.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Geeignet ist eine mindestens 8–10 cm hohe Schicht aus ungedüngter Terrarienerde, humoser Walderde oder einer strukturstabilen, grabfähigen Mischung. Das Substrat soll eine Röhre halten, ohne hart zu verkrusten. Ein leichtes Feuchtegefälle ist sinnvoll: Tiefere Bereiche dürfen mäßig feucht bleiben, während die Oberfläche stellenweise abtrocknen kann. Staunässe, schlammiger Boden und dauerhaft tropfnasses Moos sind zu vermeiden. Laubstreu bietet Deckung und unterstützt ein naturnahes Mikroklima. Ein schräg eingegrabenes Stück Korkrinde oder eine vorgeformte kleine Vertiefung erleichtert den Beginn des Röhrenbaus.
Klima und Beleuchtung
Tagsüber sind etwa 24–27 °C gut geeignet, nachts kann die Temperatur auf ungefähr 20–22 °C sinken. Eine punktuelle Überhitzung des kleinen Behälters ist gefährlicher als eine kurze, moderate Abkühlung. Heizmatten gehören deshalb nicht unter den grabfähigen Boden; falls eine Beheizung erforderlich ist, wird sie von außen seitlich angebracht und thermostatisch geregelt. Als Orientierung werden häufig 70–85 % relative Luftfeuchte genannt, doch der Zustand des Substrats ist aussagekräftiger als ein einzelner Hygrometerwert. Ein Teil des Bodens bleibt leicht feucht, zugleich sorgen seitliche und obere Lüftungsflächen für Luftaustausch. Eine kleine, flache Wasserschale sollte adulten Tieren ständig zur Verfügung stehen.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende, passend dimensionierte Wirbellose wie kleine Heimchen, Grillen, Schaben oder Fliegenlarven. Die Beute sollte höchstens ungefähr der Körpergröße der Spinne entsprechen; bei sehr kleinen Tieren eignen sich entsprechend winzige Futtertiere oder frisch getötete Beute, die zeitnah wieder entfernt wird. Erwachsene Tiere benötigen gewöhnlich keine tägliche Fütterung. Entscheidend sind Körperzustand, Aktivität und die Annahme der Beute. Nicht gefressene Futtertiere sollten spätestens am folgenden Tag entfernt werden, besonders vor einer Häutung. Ein stark vergrößerter Hinterleib ist ein Zeichen, die Futtermenge zu reduzieren.
Häutung
Vor einer Häutung zieht sich Cyriocosmus aueri häufig tiefer in die Röhre zurück, verschließt den Eingang teilweise mit Erde oder Gespinst und verweigert Futter. Das Versteck darf dann nicht geöffnet werden. Futtertiere werden entfernt, damit sie die wehrlose Spinne nicht stören oder verletzen. Während der Häutung liegt das Tier oft auf dem Rücken; dies ist ein normaler Teil des Vorgangs. Das Substrat sollte in dieser Phase in tieferen Schichten leicht feucht bleiben, ohne die Wohnröhre zu fluten. Nach der Häutung wird erst wieder gefüttert, wenn die Fangzähne vollständig ausgehärtet und dunkel gefärbt sind. Bei adulten Tieren dauert dies meist mehrere Tage.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Auf ein Anfassen sollte vollständig verzichtet werden. Die kleine Spinne kann überraschend schnell beschleunigen und ist wegen ihrer geringen Größe schwer wiederzufinden. Zugleich ist ihr Hinterleib empfindlich gegenüber Stürzen und Druck. Pflegearbeiten gelingen sicherer mit einem Fangbecher, langen Werkzeugen und ruhigen Bewegungen. Auch ein gewöhnlich zurückhaltendes Tier kann bei Bedrängung fliehen, Brennhaare einsetzen oder beißen. Cyriocosmus aueri eignet sich daher als Beobachtungstier und nicht als Tier für direkten Körperkontakt.
Geschlechtsunterschiede
Adulte Weibchen wirken meist kräftiger und erreichen eine größere Körperlänge als ausgewachsene Männchen. In der wissenschaftlichen Beschreibung maß das untersuchte Weibchen 27,3 mm Körperlänge, der männliche Holotyp 19,2 mm. Geschlechtsreife Männchen besitzen verdickte Endglieder der Pedipalpen mit Begattungsorganen sowie Schienbeinfortsätze am ersten Beinpaar. Weibchen verfügen über paarige, spiralig aufgebaute Spermatheken. Bei jungen Tieren ist eine sichere äußerliche Geschlechtsbestimmung kaum möglich. Am zuverlässigsten gelingt sie anhand einer gut erhaltenen Exuvie unter ausreichender Vergrößerung; eine reine Beurteilung nach Körperform oder Färbung bleibt unsicher.
Fortpflanzung
Zur kontrollierten Verpaarung wird ein adultes Männchen in das Terrarium eines gut genährten, geschlechtsreifen Weibchens gesetzt. Beide Tiere müssen dabei durchgehend beobachtet werden, da Abwehrreaktionen und Kannibalismus möglich sind. Eine vorhandene Wohnröhre und erkennbare Gespinstsignale können die Annäherung erleichtern. Nach erfolgter Paarung wird das Männchen wieder getrennt. Das Weibchen benötigt anschließend besonders viel Ruhe, stabile Feuchtigkeit und ein ungestörtes Versteck. Eine Eikokonablage ist trotz beobachteter Paarung nicht garantiert. Belastbare, einheitliche Angaben zu Entwicklungsdauer und Kokongröße sind für diese Art nur eingeschränkt verfügbar, weshalb feste Zuchtversprechen nicht angebracht sind.
Größe und Lebenserwartung
Cyriocosmus aueri gehört zu den klein bleibenden Vogelspinnen. Erwachsene Tiere erreichen ungefähr 2–3 cm Körperlänge; die Beinspannweite liegt meist im Bereich von etwa 4–6 cm. Das wissenschaftlich vermessene Weibchen war 27,3 mm lang, der männliche Holotyp 19,2 mm. Für Weibchen werden in der Terraristik etwa 8–10 Jahre Lebenserwartung genannt. Männchen leben deutlich kürzer und erreichen insgesamt ungefähr 1–3 Jahre, wobei ihre verbleibende Lebenszeit nach der Reifehäutung begrenzt ist. Wissenschaftlich dokumentierte Langzeitbeobachtungen sind bei der erst 2016 beschriebenen Art noch knapp, daher sollten diese Werte als vorsichtige Erfahrungsbereiche verstanden werden.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Bei Störungen zieht sich die Art bevorzugt in ihre Röhre zurück oder flüchtet. Als neuweltliche Vogelspinne besitzt sie Brennhaare, die abgestreift oder aktiv in Richtung eines Störers befördert werden können. Hautkontakt kann Juckreiz und Reizungen verursachen; besonders Augen und Atemwege sind zu schützen. Zusätzlich verfügt die Spinne über Giftklauen und kann bei starker Bedrängung beißen. Artspezifische medizinische Daten zur Giftwirkung sind kaum verfügbar. Ein Biss ist deshalb nicht zu verharmlosen und sollte durch berührungsfreie Haltung, geeignete Werkzeuge und eine ausbruchssichere Unterbringung konsequent vermieden werden.
Nice-to-Know
Die Art wurde 2016 wissenschaftlich beschrieben und nach Hans-Werner Auer benannt, der an der Auffindung der untersuchten Tiere beteiligt war. Im Handel fällt Cyriocosmus aueri durch orangebraune Beinpartien, den dunklen Grundton und eine helle, mitunter herzförmig wirkende Zeichnung auf dem Hinterleib auf. Dieses Merkmal erklärt englische Handelsbezeichnungen mit dem Zusatz „Love Heart“, ist aber kein Ersatz für eine fachgerechte Artbestimmung. Das Tier verbindet eine sehr kompakte Endgröße mit ausgeprägtem Grab- und Gespinstverhalten. Dadurch lässt sich auch in einem kleinen Terrarium ein bemerkenswert strukturierter Lebensraum gestalten und beobachten.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel innerhalb von 30 bis 45 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)