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Namibische Stachel-Samtspinne, Gandanameno echinata

Markanter Röhrenbau

Webt dichte Wohnröhren zwischen Kork, Rinde und Spalten.

Trockene Haltung

Bevorzugt luftige, überwiegend trockene Bedingungen.

Ruhiger Lauerjäger

Jagt meist direkt am trichterförmigen Gespinsteingang.

Ohne Brennhaare

Besitzt keine Brennhaare; ein Biss ist dennoch zu vermeiden.

Namibische Stachel-Samtspinne, Gandanameno echinata


Auf einen Blick: Namibische Stachel-Samtspinne, Gandanameno echinata
Deutscher Name:Namibische Stachel-Samtspinne
Wissenschaftlich:Gandanameno echinata
Synonyme:Namibische Samtspinne, Schwarze Samtspinne, Namibian Spiny Velvet Spider, Tree Velvet Spider
Herkunft:Namibia
Lebensweise:Spaltenbewohnende Röhrenspinne, teils bodennah und teils an Rinde lebend
Aktivitätszeit:Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, gelegentlich auch tagsüber sichtbar
Haltungstyp:Trockenes, gut belüftetes Spinnenterrarium mit niedriger Fallhöhe
Mindestgröße des Terrariums:Für ein adultes Tier etwa 20 × 20 × 20 cm oder größer
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Warm, gut belüftet und überwiegend trocken; einzelne Bereiche sparsam befeuchten
Bodengrund:Grabfähige, strukturstabile Erde-Lehm-Sand-Mischung
Verstecke und Gespinst:Korkrinde, feste Spalten und zahlreiche Ankerpunkte für die Wohnröhre
Futter:Passend große Insekten wie Schaben, Heimchen, Fliegen oder Heuschrecken
Gift und Abwehrverhalten:Giftbiss möglich; keine Brennhaare, direkter Kontakt ist dennoch zu vermeiden
Körpergröße und Beinspannweite:Weibchen vermutlich etwa 20–30 mm Körperlänge und rund 45–65 mm Beinspannweite
Lebenserwartung:Weibchen mehrere Jahre, mindestens vier Jahre sind aus Beobachtungen belegt
Im Detail: Namibische Stachel-Samtspinne, Gandanameno echinata

Herkunft und Lebensraum von Namibische Stachel-Samtspinne (Gandanameno echinata)

Gandanameno echinata ist nach aktueller Taxonomie eine gültige Art aus Namibia. Der historische Typusfundort liegt bei Rooibank südwestlich von Walvis Bay. Weitere Beobachtungen, die dieser Art zugerechnet wurden, stammen aus namibischer Dornbuschsavanne. Dort wurden die Spinnen in seidenen Wohnröhren unter Steinen sowie in Spalten der Borke von Kameldornbäumen gefunden. Ihr Lebensraum ist damit nicht als gleichförmige Sandwüste zu verstehen: Entscheidend sind geschützte Hohlräume, feste Oberflächen für das Gespinst und ein warmes, meist trockenes Mikroklima. Je nach Standort können Tageshitze, kühlere Nächte und örtlich erhöhte Feuchtigkeit durch Tau oder Nebel zusammentreffen. Die Tiere verlassen sich nicht auf eine offene Jagdfläche, sondern lauern am Eingang ihrer Röhre auf vorbeikommende Beute. Bei Angaben zu dieser Art ist etwas Vorsicht angebracht, denn die Abgrenzung der fünf beschriebenen Gandanameno-Arten gilt fachlich als schwierig. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten mehrere früher verwendete äußere Unterscheidungsmerkmale nicht eindeutig bestätigen. Handelsherkunft und Zuchtlinien sollten deshalb möglichst lückenlos dokumentiert sein.

Lebensweise und Haltungstyp

Die Namibische Stachel-Samtspinne lebt in einer dicht ausgesponnenen Wohnröhre, die sie in Spalten unter Steinen, zwischen Rindenstücken oder hinter lockerer Borke anlegt. Sie ist weder eine typische tief grabende Bodenspinne noch ein ausgesprochener freilebender Baumbewohner. Im Terrarium passt daher eine strukturreiche, bodennahe bis halbhohe Einrichtung am besten. Das Tier verbringt viel Zeit verborgen, sitzt bei Ruhe jedoch häufig unmittelbar hinter dem erweiterten Röhreneingang. Erschütterungen oder Bewegungen von Beutetieren werden über das Gespinst wahrgenommen. Eine sichere Einzelhaltung ist zu bevorzugen. Ansammlungen wurden zwar in der Natur beobachtet, daraus lässt sich jedoch keine verlässlich konfliktfreie Gruppenhaltung ableiten.

Terrarium

Für ein adultes Einzeltier ist ein gut belüftetes Terrarium ab etwa 20 × 20 × 20 cm sinnvoll. Ein etwas höheres Becken kann genutzt werden, wenn Korkstücke und Äste stabil befestigt sind und die freie Fallstrecke gering bleibt. Große, offene Behälter ohne Kontaktpunkte entsprechen der versteckten Lebensweise nicht. Wichtiger als viel Leerraum sind enge Spalten, dunkle Rückzüge und mehrere Ansatzstellen für das Gespinst. Türen, Lüftungsflächen und Kabelöffnungen müssen ausbruchsicher schließen. Da auch kleine Tiere sehr schmale Zwischenräume nutzen, ist die Einrichtung vor dem Einsetzen sorgfältig auf Spalten nach außen zu prüfen.

Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe

Als Bodengrund eignet sich eine überwiegend trockene, formstabile Mischung aus ungedüngter Erde, Lehm und etwas Sand. Reiner, lockerer Sand bietet wenig Halt und ist für den Bau einer dauerhaften Wohnröhre weniger geeignet. Eine Substrathöhe von ungefähr 5–8 cm erlaubt es dem Tier, bodennahe Vertiefungen und Übergänge unter Kork anzulegen. Korkröhren, flache Rindenplatten und fest aufliegende Steine schaffen geschützte Spalten; schwere Dekoration muss direkt auf sicherem Untergrund stehen und darf nicht untergraben werden können. Trockene Blätter oder kleine Zweige liefern zusätzliche Ankerpunkte, sollten aber übersichtlich angeordnet bleiben.

Klima und Beleuchtung

Die Haltung sollte warm, luftig und eher trocken erfolgen. Tagsüber sind ungefähr 24–28 °C ein brauchbarer Orientierungsbereich, nachts darf die Temperatur deutlich in den unteren Zwanzigerbereich sinken. Dauerhafte Staunässe, nasses Substrat und stehende, feuchte Luft sind zu vermeiden. Statt das gesamte Terrarium regelmäßig zu besprühen, wird bei Bedarf nur eine Ecke leicht angefeuchtet oder es werden gelegentlich wenige Wassertropfen an das Gespinst gegeben. Ein kleines, flaches Wassergefäß kann bei größeren Tieren angeboten werden. Kräftige Querlüftung hilft, Schimmel und ein stickiges Mikroklima zu verhindern. Belastbare artspezifische Messreihen zur optimalen Luftfeuchte fehlen, daher sollte der Zustand von Gespinst, Substrat und Tier aufmerksam beobachtet werden.

Fütterung und Wasserversorgung

Gefüttert werden lebende, passend dimensionierte Insekten, beispielsweise kleine Schaben, Heimchen, Grillen, Fliegen oder junge Heuschrecken. Die Beute sollte den Körper der Spinne nicht deutlich übertreffen. Gandanameno echinata lauert bevorzugt am Röhreneingang und reagiert auf Schwingungen im Gespinst oft sehr schnell. Die Futtermenge richtet sich nach Entwicklungsstand und Hinterleib; dauerhaft prall gefütterte Tiere benötigen längere Pausen. Nicht erbeutete Futtertiere sind spätestens nach kurzer Zeit wieder zu entfernen, besonders vor einer Häutung. Beutereste können in der Wohnröhre gesammelt werden. Soweit gefahrlos erreichbar, sollten sie mit einer langen Pinzette entfernt werden, ohne das gesamte Gespinst zu zerstören.

Häutung

Vor einer Häutung zieht sich die Spinne meist tiefer in ihre Wohnröhre zurück, nimmt kein Futter mehr an und kann den Eingang stärker verspinnen. In dieser Phase darf das Gespinst weder geöffnet noch umgebaut werden. Futtertiere müssen entfernt werden, da sie die wehrlose Spinne verletzen können. Nach der Häutung bleibt das Außenskelett zunächst weich; gefüttert wird erst wieder, wenn Körper und Mundwerkzeuge vollständig ausgehärtet sind. Eine lokal verfügbare Wasserquelle ist sinnvoll, das Terrarium darf deshalb jedoch nicht flächig vernässt werden. Die abgestreifte Haut kann tief in der Röhre verbleiben und muss nicht um jeden Preis herausgeholt werden.

Einzelhaltung und sicherer Umgang

Diese Samtspinne ist ein Beobachtungstier und sollte nicht auf die Hand genommen werden. Auch ruhig wirkende Tiere können überraschend schnell reagieren oder sich in schmale Spalten zurückziehen. Für Pflegearbeiten sind lange Pinzetten, Fangbecher und ein zweiter verschließbarer Behälter empfehlenswert. Hektisches Anstupsen, Freilegen der Wohnröhre und wiederholtes Umsetzen verursachen unnötigen Stress. Muss das Tier umgesetzt werden, sollte es ohne direkten Körperkontakt langsam in einen Fangbehälter gelenkt werden. Die Fallhöhe ist jederzeit niedrig zu halten, da ein Sturz den empfindlichen Hinterleib schwer verletzen kann.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen werden kräftiger und leben überwiegend ortstreu in ihrer Wohnröhre. Adulte Männchen bleiben kleiner und schlanker, besitzen deutlich verdickte Pedipalpen und sind nach der Reifehäutung stärker auf Wanderschaft. Eine sichere Geschlechtsbestimmung sehr junger Tiere ist äußerlich kaum möglich. Zudem ist die morphologische Variabilität innerhalb der Gattung groß. Die Zuordnung sollte daher nicht allein anhand von Farbe, Körperfülle oder einzelnen borstigen Strukturen erfolgen.

Fortpflanzung

Die Nachzucht setzt sicher bestimmte, gesunde Tiere derselben dokumentierten Art voraus. Das Männchen wird kontrolliert zum Weibchen gesetzt, wobei jederzeit mit Abwehr und Verletzungen gerechnet werden muss. Eine Trennmöglichkeit muss bereitstehen. Für Weibchen sind mehrere aufeinanderfolgende Kokons dokumentiert; in einer mehrjährigen Beobachtung wurden ungefähr drei bis fünf Kokons innerhalb von vier Jahren angelegt. Ein Kokon kann zahlreiche Jungtiere enthalten. Frisch geschlüpfte Tiere bleiben zunächst für begrenzte Zeit zusammen, verlassen später aber die mütterliche Röhre und verteilen sich. Spätestens dann sind eine sorgfältige Vereinzelung, sehr kleine ausbruchsichere Behälter und winzige Futtertiere erforderlich. Eine dauerhaft sichere Gemeinschaftshaltung lässt sich daraus nicht ableiten.

Größe und Lebenserwartung

Belastbare, einheitliche Endmaße speziell für Gandanameno echinata sind in der Fachliteratur nur eingeschränkt verfügbar. Für adulte Weibchen kann vorsichtig von etwa 20–30 mm Körperlänge und grob 45–65 mm Beinspannweite ausgegangen werden. Adulte Männchen bleiben gewöhnlich kleiner und wirken langbeiniger. Körperfülle, Entwicklungsstand und Messmethode können die Angaben deutlich beeinflussen. Diese Größenwerte sollten daher als Haltungsorientierung und nicht als garantiertes Artmerkmal verstanden werden.

Gift, Brennhaare und Sicherheit

Bei Bedrängung zieht sich die Spinne meist in ihre Röhre zurück, kann aber auch rasch fliehen oder bei direktem Festhalten beißen. Wie andere echte Spinnen besitzt sie Giftdrüsen zur Überwältigung ihrer Beute. Die medizinische Bedeutung eines Bisses von Gandanameno echinata ist nicht ausreichend dokumentiert; ein Biss darf deshalb weder provoziert noch verharmlost werden. Bei einem Biss sind die Stelle zu reinigen, Beschwerden zu beobachten und bei stärkeren oder anhaltenden Symptomen medizinischer Rat einzuholen. Anders als viele Vogelspinnen besitzt diese Art keine Brennhaare. Das bedeutet jedoch nicht, dass direkter Umgang risikofrei ist.

Nice-to-Know

Der samtige Eindruck entsteht durch die dichte Behaarung des dunklen Körpers. Besonders kräftige Weibchen können an Beinen und Vorderkörper auffallend borstig oder stachelig wirken, woraus sich der verbreitete englische Handelsname ableitet. Charakteristisch ist jedoch vor allem die Lebensweise: Die Spinne baut keine frei im Raum hängende Fangfläche, sondern eine feste Wohnröhre mit erweitertem, empfindlichem Eingangsbereich. Die Abgrenzung der beschriebenen Arten innerhalb der Gattung Gandanameno ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Tiere ohne nachvollziehbare Herkunft sollten deshalb vorsichtshalber nicht zur Zucht miteinander verpaart werden.

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