Marmorierte Purpur-Springspinne, Phidippus purpuratus
145,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Marmorierte Purpur-Springspinne, Phidippus purpuratus
| Deutscher Name: | Marmorierte Purpur-Springspinne |
| Wissenschaftlich: | Phidippus purpuratus |
| Synonyme: | Purpur-Springspinne, Marbled Purple Jumping Spider |
| Herkunft: | Kanada und USA |
| Lebensweise: | Fels- und bodennah lebende Springspinne; Einzelgängerin |
| Aktivitätszeit: | Tagaktiv, aufmerksam und sprungfreudig |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung im ausbruchsicheren, gut belüfteten Terrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für adulte Tiere mindestens 15 × 15 × 20 cm, besser 20 × 20 × 30 cm |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Gemäßigt warm, eher trocken bis mäßig feucht, mit guter Querlüftung |
| Bodengrund: | Fester Humus-Sand-Lehm-Mix mit Laub und trockenen Bereichen |
| Verstecke und Gespinst: | Seidene Ruhe- und Häutungsnester unter Kork, Steinen oder in Spalten |
| Futter: | Passende lebende Fliegen, Schaben, Grillen und andere Futterinsekten |
| Gift und Abwehrverhalten: | Sprungflucht und möglicher Giftbiss; keine Brennhaare |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Etwa 5–12,5 mm Körperlänge; belastbare Artangaben zur Beinspannweite fehlen |
| Lebenserwartung: | Voraussichtlich etwa 1–2 Jahre; artspezifische Haltungsdaten sind begrenzt |
Herkunft und Lebensraum von Marmorierte Purpur-Springspinne (Phidippus purpuratus)
Phidippus purpuratus stammt aus Nordamerika und ist nach gesicherter taxonomischer Datenlage in Kanada und den USA verbreitet. Nachweise reichen von den kanadischen Provinzen im Westen und Osten bis in zahlreiche nördliche und östliche Bundesstaaten der USA; einzelne Funde liegen auch aus Florida vor. Trotz dieses weiten Areals handelt es sich nicht um eine typische tropische Springspinne. Die Art bewohnt vor allem offene, häufig eher trockene und steinige Lebensräume. Beobachtet wurde sie an Geröllhängen, felsigen Böschungen, Waldrändern, lichten Gehölzen und in offenen Waldlandschaften. Tiere wurden unter Steinen, loser Rinde, Holzstücken und Brettern gefunden, außerdem auf niedriger Vegetation und vereinzelt an Bäumen. Ruhe- und Eikokons liegen häufig geschützt in Spalten oder unter festen Gegenständen. Das große Verbreitungsgebiet umfasst unterschiedliche Klimazonen und ausgeprägte Jahreszeiten. Deshalb sollte die Terrarienhaltung nicht pauschal an den warm-feuchten Bedingungen tropischer Phidippus-Arten ausgerichtet werden. Eine helle, gut belüftete und zeitweise abtrocknende Einrichtung bildet die bekannten Lebensräume dieser Art plausibler ab. Die genaue Herkunft der jeweiligen Nachzucht bleibt dennoch wichtig, da Tiere aus unterschiedlichen Populationen abweichende Temperatur- und Saisonreize gewohnt sein können.
Lebensweise und Haltungstyp
Diese Springspinne jagt am Tag mit Hilfe ihres ausgeprägten Sehvermögens. Sie baut kein Fangnetz, sondern nähert sich ihrer Beute aufmerksam und überwältigt sie mit einem gezielten Sprung. Im Gegensatz zu ausgesprochenen Baumbewohnern wird Phidippus purpuratus häufig boden- und felsnah angetroffen. Trotzdem klettert die Art sicher und nutzt erhöhte Aussichtspunkte. Das Terrarium sollte daher sowohl eine strukturierte Bodenebene als auch senkrechte Korkstücke, niedrige Äste und gut erreichbare Ruheplätze bieten. Seidene Gespinste dienen als Schlafplatz, Häutungsnest und Schutz für Eier. Mehrere Tiere dürfen nicht dauerhaft gemeinsam gehalten werden, da Stress, Konkurrenz und Kannibalismus möglich sind.
Terrarium
Für ein adultes Tier ist ein ausbruchsicheres Terrarium ab etwa 15 × 15 × 20 cm nutzbar; 20 × 20 × 30 cm bietet mehr Raum für strukturierte Jagdflächen und unterschiedliche Mikrobereiche. Wichtiger als übermäßige Höhe sind eine sinnvoll gegliederte Einrichtung und engmaschig gesicherte Lüftungsöffnungen. Die Tür sollte nicht genau dort öffnen, wo die Spinne bevorzugt ihr Wohngespinst anlegt. Kork, standfest platzierte Steine, Rindenstücke und verzweigte Äste schaffen Laufwege und Sichtbarrieren. Harte Dekoration darf keine ungesicherten tiefen Fallstrecken bilden. Besonders ältere, frisch gehäutete oder sehr gut genährte Tiere können bei einem Sturz verletzt werden. Alle schweren Einrichtungsgegenstände müssen kippsicher stehen und dürfen die Spinne beim Graben oder Erkunden nicht einklemmen.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Ein etwa 3–5 cm hoher, formstabiler Bodengrund aus ungedüngter Erde beziehungsweise Terrarienhumus mit Sand- und Lehmanteil passt zu den häufig trockenen, steinigen Fundorten. Eine Laubauflage, kleine Rindenstücke und etwas Moos in einem begrenzten Bereich schaffen zusätzliche Deckung. Der Boden sollte nicht dauerhaft nass oder sumpfig werden. Einzelne leicht feuchte Zonen sind sinnvoll, während der größere Teil zwischendurch abtrocknen darf. Scharfkantige Steine, instabile Aufbauten und sehr staubige Substrate sind zu vermeiden. Da die Art auch unter Steinen und Holz Schutz sucht, sollten flache, gut abgestützte Verstecke in Bodennähe vorhanden sein. Gleichzeitig benötigt sie freie Flächen und erhöhte Punkte für die visuelle Jagd.
Klima und Beleuchtung
Aufgrund der weiten, überwiegend gemäßigten Verbreitung ist keine dauerhafte Tropenhitze erforderlich. Als vorsichtiger Ausgangspunkt eignen sich tagsüber etwa 20–24 °C und eine leichte nächtliche Absenkung auf ungefähr 17–20 °C. Kurzzeitig etwas höhere Raumtemperaturen werden eher vertragen als anhaltende Hitze; Werte über etwa 28 °C sollten ohne belastbare Herkunftsdaten vermieden werden. Eine relative Luftfeuchte im mittleren Bereich von ungefähr 50–65 % kann als Orientierung dienen, sofern kräftige Querlüftung vorhanden ist. Kleine Trinktropfen an einer Seitenwand oder auf Blättern genügen meist besser als ein offenes Wassergefäß. Nach dem leichten Sprühen muss die Einrichtung wieder abtrocknen können. Eine helle Tagesbeleuchtung von etwa zwölf Stunden unterstützt den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus und die aktive Jagd. Diese Werte sind praxisnahe Startpunkte, da artspezifisch geprüfte Terrarienparameter nur begrenzt vorliegen.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende, gut genährte Wirbellose in passender Größe. Geeignet sind beispielsweise Fruchtfliegen für kleine Jungtiere sowie größere Fliegen, kleine Schaben, Heimchen oder Grillen für kräftigere Tiere. Abwechslungsreiche Fütterung ist einer dauerhaften Ernährung mit nur einer Futtertierart vorzuziehen. Das Beutetier sollte die Spinne nicht deutlich überfordern. Gefressen wird nach Körperzustand statt nach starrem Kalender: Ein stark gerundeter Hinterleib spricht für eine längere Pause, ein deutlich schmalerer Hinterleib für erneuten Futterbedarf. Nicht angenommene Grillen oder andere wehrhafte Futtertiere müssen entfernt werden, besonders vor einer Häutung. Frisches Wasser wird in Form kleiner Tropfen angeboten; Staunässe und tiefe offene Wasserschalen sind zu vermeiden.
Häutung
Vor einer Häutung zieht sich Phidippus purpuratus in ein dichteres Seidennest zurück und kann die Nahrungsaufnahme über mehrere Tage einstellen. Dieses Gespinst darf nicht geöffnet, versetzt oder direkt besprüht werden. Futtertiere sind in dieser Phase vollständig zu entfernen, da die weiche Spinne nach dem Abstreifen der alten Haut nahezu wehrlos ist. Eine kleine Trinkmöglichkeit in Form von Tropfen und eine mäßige, nicht stickige Luftfeuchte unterstützen ein stabiles Mikroklima. Nach der Häutung bleibt das Tier zunächst im Nest, bis der neue Panzer und die Giftklauen ausgehärtet sind. Erst wenn es das Gespinst selbstständig verlassen hat und wieder sicher läuft, wird ein kleines, wenig wehrhaftes Futtertier angeboten. Häutungsprobleme können durch Austrocknung, Staunässe, schlechte Lüftung, Störungen oder ungeeignete Fallhöhen begünstigt werden.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Springspinnen wirken häufig neugierig, sind aber keine Tiere zum regelmäßigen Anfassen. Phidippus purpuratus kann unvermittelt springen und durch kleinste Spalten entkommen. Für Pflegearbeiten ist es sicherer, das Tier mit einem Fangbecher und einem weichen Pinsel ruhig umzusetzen. Freies Laufenlassen auf Hand, Tisch oder Kleidung birgt Absturz-, Quetsch- und Fluchtrisiken. Eine bedrängte Spinne kann beißen. Direkter Kontakt sollte deshalb auf unvermeidbare Situationen beschränkt bleiben. Ruhiges Beobachten im strukturierten Terrarium ermöglicht das natürliche Jagd- und Erkundungsverhalten, ohne das Tier unnötig zu stressen.
Geschlechtsunterschiede
Ausgewachsene Männchen lassen sich am zuverlässigsten an den deutlich verdickten, handschuhartig wirkenden Pedipalpen erkennen. Weibchen besitzen eine sichtbare Epigyne auf der Unterseite des Hinterleibs und erreichen häufig die größere Körperlänge. Zeichnung und Färbung können zwischen Individuen und Populationen variieren und reichen nicht allein für eine sichere Geschlechts- oder Artbestimmung aus. Jungtiere sind anhand äußerer Merkmale oft nicht zuverlässig zu sexen. Gerade innerhalb der ähnlichen Arten der purpuratus-Gruppe sollte eine Bestimmung nicht ausschließlich nach Fotos oder Handelsbezeichnungen erfolgen.
Fortpflanzung
Zur Paarung werden nur sicher bestimmte, adulte und gut genährte Tiere kontrolliert zusammengeführt. Das Männchen wirbt mit optischen Signalen und Bewegungen; dennoch kann das Weibchen abwehrend reagieren oder den Partner als Beute betrachten. Ein geräumiger, übersichtlicher Paarungsbehälter mit Fluchtwegen und ständiger Beobachtung ist daher erforderlich. Nach der Paarung werden beide Tiere wieder getrennt. Weibchen legen ihre Eikokons in dicht ausgekleideten Seidenverstecken an, in der Natur häufig geschützt unter Steinen oder in Hohlräumen. Der Kokon darf nicht gestört werden. Historische Beobachtungen zeigen eine erhebliche Schwankung der Nachkommenzahl. Jungtiere müssen rechtzeitig vereinzelt und mit entsprechend kleiner Beute versorgt werden. Da die Art aus jahreszeitlich geprägten Regionen stammt, können Herkunft, Überwinterung und saisonale Reize den Zuchtablauf beeinflussen.
Größe und Lebenserwartung
Veröffentlichte Angaben und dokumentierte Funde sprechen bei adulten Weibchen meist für etwa 8–12,5 mm Körperlänge, bei Männchen ungefähr für 5–9 mm. Einzeltiere können außerhalb dieser Spannen liegen. Eine belastbare, in seriösen Artbeschreibungen einheitlich ausgewiesene Beinspannweite ist für Phidippus purpuratus nicht verfügbar und sollte deshalb nicht als fester Artwert versprochen werden. Sie hängt zudem von Körpergröße, Geschlecht, Haltung und Beinstellung ab. Für die Planung des Terrariums ist entscheidend, dass die Spinne trotz ihrer kleinen Körpermaße Raum für kurze Sprünge, Jagdwege und ein ausreichend großes Häutungsnest erhält.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Bei Gefahr flüchtet die Art meist laufend oder mit einem Sprung und kann sich zusätzlich an einem Sicherheitsfaden ablassen. Sie besitzt keine Brennhaare. Wie andere echte Spinnen verfügt Phidippus purpuratus jedoch über Giftklauen und kann bei Bedrängung beißen. Ein Biss ist nicht mit einem harmlosen Nadelstich gleichzusetzen: Lokale Schmerzen, Rötung oder Schwellung sind möglich, während die individuelle Reaktion nicht vorhersehbar ist. Das Tier sollte deshalb nicht festgehalten oder provoziert werden. Bei stärkeren, anhaltenden oder allgemeinen Beschwerden ist medizinischer Rat einzuholen. Für Kinder oder Personen mit bekannten schweren allergischen Reaktionen ist ein unbeaufsichtigter Kontakt ungeeignet.
Nice-to-Know
Der englische Name Marbled Purple Jumping Spider wird gelegentlich sinngemäß als Marmorierte Purpur-Springspinne übertragen. Ein eindeutig etablierter deutscher Artname ist jedoch nicht belegt; der Handelsname sollte daher nicht mit einem wissenschaftlich abgesicherten Trivialnamen verwechselt werden. Phidippus purpuratus gehört zu einer Gruppe ähnlich aussehender Arten und kann unter anderem mit Phidippus borealis verwechselt werden. Für eine sichere Bestimmung sind Herkunft, Geschlecht und diagnostische Merkmale wichtiger als ein einzelner Farbton. Die Art fällt außerdem durch ihre ungewöhnlich boden- und felsnahe Lebensweise auf, bleibt aber eine geschickte Kletterin und aktive Springspinne.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel etwa 30 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)