Lapradei-Flösselhecht „Koliba Dragon“, Polypterus lapradei
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Lapradei-Flösselhecht „Koliba Dragon“, Polypterus lapradei
| Deutscher Name: | Lapradei-Flösselhecht „Koliba Dragon“ |
| Wissenschaftlich: | Polypterus lapradei |
| Synonyme: | Lapradei-Bichir, Laprade-Flösselhecht, Koliba-Flösselhecht, Koliba Bichir, Lapradei Bichir |
| Herkunft: | Tropisches Westafrika (u. a. Senegal, Gambia, Geba, Volta, Niger); „Koliba Dragon“ ist ein Handelsname |
| Gesellschafts-Aquarium: | Friedlicher, nachtaktiver Raubfisch; nur mit Tieren vergesellschaften, die zu groß zum Verschlucken sind |
| Wasserwerte: | pH ca. 6,0–7,5; 5–12 °dGH; weiches bis mittelhartes, sauberes Wasser |
| Temperatur: | 24–28 °C |
| Beckengröße: | Ab ca. 600 Liter, Kantenlänge mindestens 200 cm, fest abgedeckt |
| Bepflanzung: | Robuste, schattige Bepflanzung mit Wurzeln, Höhlen und freier Schwimmfläche |
| Futter: | Fleischfresser: Frostfutter, Fischfilet, Garnelenstücke, sinkende Raubfischsticks |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen mit breiterer, fleischiger Afterflosse; Weibchen mit schmalerer |
| Zucht möglich: | Im Aquarium sehr selten; Nachzuchten stammen meist aus Farmen |
| Maximale Größe: | Lieferung 15–20 cm; Endgröße im Aquarium oft ca. 45–60 cm, in der Natur mehr |
| Liefergröße: | ca. 15,0-20,0 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Nicht geeignet: Adulte Garnelen und Nachwuchs gelten als Beute |
Herkunft von Lapradei-Flösselhecht „Koliba Dragon“ (Polypterus lapradei)
Der Lapradei-Flösselhecht stammt aus dem tropischen Westafrika. Beschrieben wurde er 1869 anhand von Tieren aus dem Senegal. Als Verbreitungsgebiet werden in der Fachliteratur unter anderem die Flusssysteme von Senegal, Gambia, Geba, Volta und Niger genannt. Er lebt dort in flachen, langsam fließenden oder stehenden Gewässern des Tieflands, etwa in verkrauteten Flussarmen und Überschwemmungszonen, die zeitweise sauerstoffarm sein können. Damit kommt er dank seiner Lunge, einer zur Luftatmung umgebildeten Schwimmblase, gut zurecht. Der Zusatz „Koliba Dragon“ ist ein Handelsname und keine wissenschaftliche Bezeichnung. Er wird im Handel mit einer Fundortform aus dem Westen Afrikas, der Guinea-Region, in Verbindung gebracht und für Tiere mit markanter Zeichnung verwendet, die im Alter oft golden aufhellen. Ohne Dokumentation lässt sich ein einzelnes Tier jedoch nicht verlässlich einem bestimmten Fundort zuordnen, deshalb behandeln wir die Bezeichnung als Handelsvariante. Systematisch wird die Form teils als eigene Art, teils als Unterart des Nil-Flösselhechts (Polypterus bichir lapradei) geführt. Im Zierfischhandel ist der Name Polypterus lapradei gebräuchlich. Angebotene Tiere stammen häufig aus Farmen oder aus Wildfängen.
Vergesellschaftung
Der Lapradei-Flösselhecht ist ein ruhiger, überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Bodenbewohner, der tagsüber gern zwischen Wurzeln und Steinen ruht. Gegenüber Fischen, die zu groß zum Verschlucken sind, gilt er als verträglich. Alles, was ins Maul passt, wird dagegen als Beute betrachtet; Neons, kleine Welse oder Jungfische haben im selben Becken keine Chance. Als Gesellschaft kommen robuste, ähnlich große Fische wie große Buntbarsche oder kräftige Welse infrage, sofern sie ihn nicht bedrängen und ihm das Futter nicht wegschnappen. Manche Quellen beschreiben die Art als Einzelgänger. Mehrere Tiere sollten daher nur in sehr großen, gut strukturierten Becken und möglichst ähnlicher Größe gepflegt werden; Rangeleien sind möglich. Aktive Schwimmer, die sich ständig am Boden aufhalten, können ihn stören. Wegen der Art und ihres Platzbedarfs ist ein Artenbecken oder ein großes Raubfisch-Aquarium die beste Wahl.
Passende Wasserparameter
Der Lapradei-Flösselhecht kommt mit weichem bis mittelhartem Wasser zurecht. Als sinnvoller Rahmen werden ein pH-Wert von etwa 6,0 bis 7,5 und eine Gesamthärte von etwa 5 bis 12 °dGH genannt. Wichtiger als Zahlenwerte ist stabiles, sauberes Wasser: Er frisst viel eiweißreiches Futter, deshalb sind eine kräftige Filterung und regelmäßige, größere Teilwasserwechsel wichtig. Starke Strömung braucht er nicht; sie sollte moderat bleiben. Da er Luft an der Oberfläche atmet, muss zwischen Wasserspiegel und Abdeckung ein Luftraum bleiben, und die Luft darüber sollte nicht deutlich kälter sein als das Wasser. Empfindlich reagiert er auf Wasserverschlechterung und Futterreste. Neue Tiere sollten langsam an die Wasserwerte gewöhnt werden.
Haltungstemperatur
Wohl fühlt sich die Art bei etwa 24 bis 28 °C. Im oberen Bereich ist sie aktiver und frisst meist lebhafter, bei dauerhaft zu kühlem Wasser werden Stoffwechsel und Appetit gedämpft. Ein zuverlässiger Regelheizer mit Schutzkorb ist sinnvoll, weil kräftige Tiere Technik im Becken verschieben können.
Beckengröße
Auch wenn die Tiere mit 15 bis 20 cm noch klein wirken, sollte ihr Endmaß von Anfang an eingeplant werden. Für die dauerhafte Pflege werden Aquarien ab etwa 600 Litern empfohlen, mit einer Kantenlänge von mindestens 200 cm; für große Exemplare ist mehr Platz besser. Entscheidend ist die Bodenfläche, denn der Fisch hält sich vorwiegend am Grund auf. Das Becken muss sehr gut und fest abgedeckt sein, da Flösselhechte kräftig sind und aus Öffnungen herausspringen oder kriechen können, auch durch Kabel- und Schlauchdurchführungen. Ein Luftraum unter der Abdeckung ist wichtig.
Bepflanzung
Ein dämmriges, strukturiertes Becken mit Wurzeln, Steinaufbauten und stabilen Höhlen kommt der Art entgegen. Als Bodengrund eignen sich Sand oder feiner, abgerundeter Kies. Pflanzen sind möglich, sollten aber robust sein: Anubias, Javafarn und Speerblatt lassen sich an Holz oder Steinen befestigen, Schwimmpflanzen dämpfen das Licht. Das Dekor muss standfest und so aufgebaut sein, dass es nicht auf den Fisch fallen kann. Eine freie Bodenfläche zum Patrouillieren und Gänge, in denen er sich ganz verstecken kann, sind wichtiger als dichter Pflanzenwuchs.
Futter
Als Raubfisch nimmt der Lapradei-Flösselhecht vor allem tierische Kost. Gut geeignet sind Frostfutter wie Mückenlarven, Mysis, Garnelen- und Krill-Stücke, Fischfilet und Muscheln sowie sinkende Raubfischsticks oder Granulate. Kleinere Tiere nehmen auch Lebendfutter, das aber nicht nötig ist. Wegen der schwachen Augen findet er das Futter über den Geruch; füttere am besten abends oder bei gedimmtem Licht und lasse das Futter zum Boden sinken. Fettreiches Säugetierfleisch sollte nicht zum Alltag gehören. Junge Tiere werden täglich gefüttert, ausgewachsene Fische kommen mit etwas selteneren Mahlzeiten aus. Durch Nachfüttern bei Konkurrenten wird vermieden, dass er zu kurz kommt.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter lassen sich vor allem an der Afterflosse unterscheiden: Männchen haben eine breitere, fleischige Afterflosse, bei Weibchen ist sie schmaler und spitzer. Bei den jetzt angebotenen Jungtieren von 15 bis 20 cm ist der Unterschied noch nicht zuverlässig erkennbar, die Tiere werden daher in der Regel ungesext abgegeben.
Zucht
Eine Nachzucht im Heimaquarium gelingt nur sehr selten und erfordert sehr große Becken. Fische aus dem Handel stammen meist aus Farmen oder Wildfängen. Wir können für diese Art keine verlässliche Anleitung zur Aquarienzucht geben.
Endgröße
Die Tiere werden mit einer Länge von etwa 15 bis 20 cm geliefert und sind damit noch Jungfische. Im Aquarium werden häufig etwa 45 bis 60 cm erreicht, in der Natur werden bis zu 75 cm genannt. Die Angaben der Quellen schwanken. Da die Art kräftig und dick wird, wächst sie mit dem Alter nicht nur in die Länge, sondern auch deutlich in die Breite. Das Wachstum ist bei guter Fütterung zügig und muss bei der Beckenplanung berücksichtigt werden.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Eine Vergesellschaftung mit Garnelen ist nicht empfehlenswert. Erwachsene Zwerggarnelen und auch größere Arten gelten als Futter: Der Lapradei-Flösselhecht ist ein nachtaktiver Jäger mit großem Maul, der in der Dämmerung gezielt Beute am Boden sucht. Nachwuchs und Jungtiere sind noch kleiner und deshalb ohne jede Chance. Auch Schnecken und kleine Krebse sind nicht sicher. Garnelen sollten daher nur als Futter gedacht werden, nicht als Mitbewohner.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.