Königsspringspinne „Light“, Phidippus regius
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Königsspringspinne „Light“, Phidippus regius
| Deutscher Name: | Königsspringspinne „Light“ |
| Wissenschaftlich: | Phidippus regius |
| Synonyme: | Regius-Springspinne, Königliche Springspinne, Regal Jumping Spider |
| Herkunft: | Südosten der USA und Karibik; Schwerpunkt Florida |
| Lebensweise: | Tagaktiver Kletter- und Lauerjäger, einzeln zu halten |
| Aktivitätszeit: | Sehr aufmerksam, sprungfreudig und überwiegend bei Licht aktiv |
| Haltungstyp: | Hochformatiges, ausbruchsicheres Terrarium mit Querlüftung |
| Mindestgröße des Terrariums: | Adult etwa ab 15 × 15 × 20 cm, besser 20 × 20 × 30 cm |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Tagsüber etwa 24–28 °C, nachts kühler; ungefähr 50–70 % Luftfeuchte |
| Bodengrund: | Dünne, leicht feuchte Bodenschicht ohne Vernässung |
| Verstecke und Gespinst: | Äste, Kork und Blätter; dichtes Wohngespinst meist weit oben |
| Futter: | Passende lebende Fliegen, kleine Schaben und andere Futtertiere |
| Gift und Abwehrverhalten: | Giftbiss möglich; keine Brennhaare, Flucht und Sprung bevorzugt |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Körper meist 12–22 mm; Beinspannweite etwa 3,5–4 cm, teils darüber |
| Lebenserwartung: | Meist etwa 1–2 Jahre; Weibchen können länger leben |
Herkunft und Lebensraum von Königsspringspinne „Light“ (Phidippus regius)
Phidippus regius stammt aus warmen Regionen Nordamerikas und der Karibik. Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht im Südosten der USA ungefähr von Mississippi bis Virginia und besitzt seinen deutlichen Schwerpunkt auf der Halbinsel Florida. Hinzu kommen Vorkommen auf den Bahamas, Bermuda und den Großen Antillen, darunter Kuba, Hispaniola, Jamaika und Puerto Rico. Auf der Osterinsel gilt die Art als eingeschleppt. Besiedelt werden vor allem sonnige, strukturreiche Offenlandschaften, Feldränder, Gebüsche, lichte Waldsäume und offene Waldstücke. Geschlossene, dunkle Hartholzwälder werden dagegen weitgehend gemieden. Die Spinnen sitzen häufig erhöht auf Zweigen, Blättern, Palmen, Zäunen oder Gebäudeflächen und suchen ihre Umgebung mit den großen Hauptaugen nach Beute ab. Je nach Population unterscheiden sich besonders die Weibchen deutlich in Farbe und Zeichnung. Graue, beige, braune und orange Farbtöne sind möglich. Der Zusatz „Light“ ist jedoch kein wissenschaftlich definierter Fundort- oder Populationsname. Aus ihm darf daher weder eine bestimmte geografische Herkunft noch eine einheitlich vererbbare Farbform abgeleitet werden.
Lebensweise und Haltungstyp
Die Königsspringspinne ist kein Bodenbewohner, sondern ein tagaktiver, visuell orientierter Kletterjäger. Sie baut kein großflächiges Fangnetz, sondern verfolgt geeignete Beute mit kurzen, gezielten Sprüngen. Ein Sicherungsfaden bleibt dabei am Untergrund befestigt. Ruhe-, Häutungs- und Eiablageplätze entstehen als kompakte Gespinstkammern bevorzugt in oberen Ecken, zwischen Blättern oder unter Korkstücken. Das Tier sollte einzeln leben: Bei gemeinsamer Haltung besteht unabhängig vom Geschlecht ein erhebliches Risiko für Stress, Verletzungen und Kannibalismus. Eine helle Tagesphase unterstützt das natürliche Such- und Jagdverhalten, direkte pralle Sonne auf dem Terrarium ist jedoch wegen der schnellen Überhitzungsgefahr ungeeignet.
Terrarium
Für ein adultes Tier eignet sich ein hochformatiges Terrarium ab ungefähr 15 × 15 × 20 cm; etwa 20 × 20 × 30 cm bietet mehr Raum für Sprünge und eine abwechslungsreiche Struktur. Wichtiger als ein großes Bodenareal sind nutzbare Flächen im mittleren und oberen Bereich. Seitliche und obere Lüftungsflächen sorgen für Luftaustausch, ohne Zugluft zu erzeugen. Türen oder Öffnungen sollten möglichst unterhalb des bevorzugten Gespinstplatzes liegen, damit das Wohngespinst bei Pflegearbeiten nicht ständig beschädigt wird. Schmale Spalten müssen ausbruchsicher sein. Harte, unstrukturierte Fallstrecken sind zu vermeiden: Äste, Blätter und Kork bremsen einen Fehltritt, während der Boden ausreichend nachgiebig eingerichtet wird.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Da sich Phidippus regius überwiegend oberhalb des Bodens aufhält, genügt eine wenige Zentimeter starke, saugfähige Schicht aus ungedüngter Terrarienerde, Kokoshumus oder einem vergleichbaren lockeren Substrat. Sie fängt Sprühwasser auf und mildert Stürze. Der Untergrund darf stellenweise leicht feucht sein, sollte aber nie nass, verdichtet oder dauerhaft sumpfig bleiben. Staunässe und muffige Bereiche fördern Schimmel und belasten das Terrarienklima. Eine trockene Laubauflage kann zusätzliche Sicherheit bieten, darf jedoch keine Futterreste verdecken. Entscheidend sind fest verankerte Korkstücke, dünne Zweige, Pflanzen und Blätter, die bis unmittelbar unter die Decke reichen und genügend freie Sicht- und Sprungachsen lassen.
Klima und Beleuchtung
Bewährt hat sich tagsüber ein warmer Bereich von etwa 24–28 °C mit einer leichten nächtlichen Absenkung auf ungefähr 20–22 °C. Kurzzeitig abweichende Raumtemperaturen werden häufig toleriert, dauerhaft kühle oder überhitzte Bedingungen sind jedoch zu vermeiden. Eine sanfte Beleuchtung von oben schafft einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus und unterstützt die tagaktive Jagd. Heizquellen müssen thermostatgeregelt sein und dürfen das kleine Terrarium nicht punktuell austrocknen oder überhitzen. Eine Luftfeuchte von ungefähr 50–70 % bei guter Querlüftung ist ein sinnvoller Orientierungsbereich. Je nach Raumklima wird eine Seitenwand fein besprüht, sodass kleine Trinktropfen entstehen. Das Gespinst und die Spinne selbst sollten dabei nicht durchnässt werden. Zwischen den Sprühvorgängen müssen Oberflächen wieder abtrocknen können.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende, gut ernährte Futtertiere passender Größe. Besonders geeignet sind Fruchtfliegen für sehr kleine Entwicklungsstadien sowie größere Fliegen, Terflies, kleine Schaben, Heimchen oder Grillen für kräftigere Tiere. Fliegende Beute kommt dem sichtorientierten Jagdverhalten besonders entgegen. Das Futtertier sollte die Spinne nicht deutlich überfordern und muss im Terrarium gut auffindbar bleiben. Kräftige Grillen, Schabenlarven oder Mehlwürmer dürfen nicht unbeaufsichtigt zurückbleiben, da sie eine ruhende oder frisch gehäutete Spinne verletzen können. Futterreste und nicht erbeutete Tiere werden zeitnah entfernt. Gefüttert wird nach Körperzustand und Aktivität statt nach einem starren Tagesplan. Ein stark gefüllter Hinterleib spricht für eine Pause, während ein deutlich schmalerer Hinterleib auf Futterbedarf hinweisen kann.
Häutung
Zur Häutung zieht sich die Spinne in ein dichtes, häufig verschlossen wirkendes Gespinst im oberen Terrarienbereich zurück. In dieser Phase sind verringerte Aktivität und Futterverweigerung normal. Das Gespinst darf weder geöffnet noch versetzt werden. Alle frei laufenden Futtertiere müssen entfernt sein, weil die wehrlose Spinne während und unmittelbar nach der Häutung verletzt werden kann. Kleine Trinktropfen können vorsichtig an einer entfernten Wand angeboten werden, ohne die Gespinstkammer nass zu sprühen. Nach dem Abstreifen der alten Haut bleiben Körper und Giftklauen zunächst weich. Erst wenn das Tier das Gespinst selbstständig wieder verlässt, sicher klettert und aktiv auf Beute reagiert, wird erneut ein eher kleines Futtertier angeboten.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Phidippus regius ist ein Beobachtungstier und muss nicht auf die Hand genommen werden. Viele Individuen wirken aufmerksam und wenig hektisch, können aber unvermittelt weit springen oder an einem Sicherungsfaden absinken. Beim Umsetzen sind deshalb ein niedriger Arbeitsbereich, geschlossene Fenster und Türen sowie ein bereitstehender Fangbecher sinnvoll. Druck, Anpusten und das Einklemmen zwischen Fingern können eine Abwehrreaktion auslösen. Ein Sturz auf einen harten Boden kann besonders bei gut genährten adulten Tieren schwere Verletzungen verursachen. Für notwendige Arbeiten lässt sich die Spinne meist mit einem weichen Pinsel oder durch langsames Vorhalten eines geeigneten Behälters lenken.
Geschlechtsunterschiede
Adulte Männchen sind überwiegend schwarz und weiß gezeichnet. Ihre stark schillernden Cheliceren erscheinen je nach Lichteinfall grün, blau oder violett; die Vorderbeine wirken lang und deutlich befranst. Weibchen werden im Durchschnitt größer und kräftiger. Ihre Färbung ist variabler und kann Grau, Beige, Braun, Orange oder Mischungen daraus umfassen. Auch ihre Cheliceren schillern, werden aber teilweise von den dicht behaarten Pedipalpen verdeckt. Reife Männchen besitzen verdickte, handschuhartig wirkende Pedipalpen, während bei adulten Weibchen die Epigyne auf der Bauchseite erkennbar ist. Farbe allein genügt nicht in jedem Entwicklungsstadium für eine sichere Geschlechtsbestimmung.
Fortpflanzung
Die Zucht sollte nur mit getrennt gehaltenen, sicher bestimmten und gut konditionierten adulten Tieren versucht werden. Das Weibchen muss vor und während der kontrollierten Zusammenführung ausreichend gefüttert sein und jederzeit ausweichen können. Trotz ausgeprägter Balz besteht Kannibalismusgefahr; eine dauerhafte Paarhaltung ist ungeeignet. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen seine Eier in einer dichten Gespinstkammer ab und bewacht den Kokon. Weibchen können Spermien speichern und nacheinander mehrere befruchtete Kokons erzeugen. Auch unbefruchtete Weibchen können Eier ablegen. Der Kokon sollte nicht geöffnet oder vom Weibchen getrennt werden, da dessen Anwesenheit und ein ausgeglichenes Mikroklima für die Entwicklung bedeutsam sind. Die zahlreichen Jungspinnen benötigen nach dem Verlassen des Gespinstes geeignete Einzelbehälter und entsprechend kleine Futtertiere.
Größe und Lebenserwartung
Phidippus regius gehört zu den größten Springspinnen im östlichen Nordamerika. Adulte Männchen erreichen im Mittel etwa 12 mm Körperlänge, wobei ungefähr 6–18 mm dokumentiert sind. Weibchen liegen durchschnittlich bei etwa 15 mm und können ungefähr 7–22 mm Körperlänge erreichen. Die Spannweite erklärt sich unter anderem durch Geschlecht, Population und Körperzustand. Große Weibchen kommen mit ausgestreckten Beinen auf etwa 3,5 cm, während besonders langbeinige Männchen 4 cm überschreiten können. Körperlänge und Beinspannweite sollten daher nicht miteinander verwechselt werden. Männchen sind trotz ihrer längeren Vorderbeine meist leichter und schlanker als große Weibchen.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Wie fast alle Spinnen besitzt Phidippus regius Giftdrüsen und setzt das Gift zum Überwältigen der Beute ein. Gegenüber Menschen flieht die Art gewöhnlich oder springt davon. Wird sie festgehalten, gequetscht oder in die Enge gedrängt, kann sie jedoch beißen. Ein Biss kann schmerzhaft sein und lokale Rötung oder Schwellung verursachen; individuelle oder allergische Reaktionen lassen sich nicht sicher vorhersagen. Bei starken, zunehmenden oder allgemeinen Beschwerden ist medizinischer Rat erforderlich. Brennhaare wie bei manchen Vogelspinnen besitzt diese Springspinne nicht. Das größere Alltagsrisiko entsteht durch Entweichen oder einen tiefen Sturz des Tieres, weshalb ruhiges Arbeiten und ein ausbruchsicheres Terrarium wichtig sind.
Nice-to-Know
Die großen vorderen Hauptaugen liefern ein für Spinnen ungewöhnlich detailreiches Bild. Phidippus regius dreht sich daher oft sichtbar zu Bewegungen vor dem Terrarium und verfolgt Futtertiere mit präzisen Kopf- und Körperbewegungen. Vor einem Sprung prüft sie Entfernung und Untergrund und befestigt einen feinen Sicherungsfaden. Die Bezeichnung „Light“ ist im Handel nicht einheitlich geregelt. Sie kann auf einen besonders hell wirkenden Phänotyp oder eine Zuchtlinie hinweisen, erlaubt aber keine verlässliche Aussage über spätere Färbung, Geschlecht oder geografische Herkunft. Gerade Jungtiere können ihr Erscheinungsbild mit weiteren Häutungen deutlich verändern.
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