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Königsspringspinne „Hendry County groß“, Phidippus regius

Tagaktive Beobachterin

Jagt visuell bei Tageslicht und zeigt lebhaftes Verhalten.

Kompakte Einzelhaltung

Ein hohes, gut belüftetes Terrarium genügt ausgewachsen.

Sicheres Ruhegespinst

Webt oben ein Gespinst für Ruhe, Häutung und Eiablage.

Stattliche Springspinne

Bis 22 mm Körperlänge und bei großen Tieren etwa 4 cm Spannweite.

Königsspringspinne „Hendry County groß“, Phidippus regius


Auf einen Blick: Königsspringspinne „Hendry County groß“, Phidippus regius
Deutscher Name:Königsspringspinne „Hendry County groß“
Wissenschaftlich:Phidippus regius
Synonyme:Regal-Springspinne, Regal Jumping Spider, Regal Jumper
Herkunft:Südöstliche USA und Karibik; „Hendry County“ bezeichnet eine Handelslinie mit Bezug zu Florida
Lebensweise:Kletternder Einzelgänger auf Pflanzen, Gehölzen und anderen erhöhten Oberflächen
Aktivitätszeit:Tagaktiv, aufmerksam und ausgeprägt visuell jagend
Haltungstyp:Einzeln im hochformatigen, ausbruchsicheren Terrarium mit Querlüftung
Mindestgröße des Terrariums:Für adulte Tiere etwa ab 15 × 15 × 20 cm, vorzugsweise höher als breit
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Etwa 22–26 °C, mäßig feucht und stets gut belüftet
Bodengrund:Dünne Schicht Kokoshumus oder ungedüngte Erde; alternativ saugfähiges Papier
Verstecke und Gespinst:Äste, Kork und Blätter bis in den oberen Bereich; dort entsteht meist das Ruhegespinst
Futter:Passend große Fliegen, Schaben, Grillen und andere lebende Futterarthropoden
Gift und Abwehrverhalten:Flucht und Sprung; Giftbiss möglich, keine Brennhaare
Körpergröße und Beinspannweite:Körperlänge meist etwa 12–15 mm, maximal bis 22 mm; Beinspannweite großer Tiere etwa 3–4 cm
Lebenserwartung:In Haltung meist etwa 1–2 Jahre; Weibchen leben häufig länger als Männchen
Im Detail: Königsspringspinne „Hendry County groß“, Phidippus regius

Herkunft und Lebensraum von Königsspringspinne „Hendry County groß“ (Phidippus regius)

Phidippus regius ist im Südosten der Vereinigten Staaten sowie auf den Bahamas und den Großen Antillen verbreitet. Besonders häufig wird die Art von der Halbinsel Florida gemeldet. Dort besiedelt sie offene, sonnige bis halbschattige Landschaften, Feldränder, lichte Gehölze und strukturreiche Übergangszonen. Geschlossene, alte Laubwälder gehören dagegen nicht zu ihren bevorzugten Lebensräumen. Junge Tiere halten sich oft in der Krautvegetation auf, während ältere Exemplare häufiger Palmen, Palmettos, Sträucher, Baumstämme und Gebäudewände nutzen. Die Spinnen suchen dabei gern vergleichsweise breite, übersichtliche Oberflächen auf, von denen aus sie Beute mit ihren leistungsfähigen Augen entdecken können. Hendry County liegt im südlichen Florida und gehört zum belegten Verbreitungsgebiet der Art. Die Bezeichnung „Hendry County groß“ ist jedoch kein taxonomisch anerkannter Name, sondern ein Handels- beziehungsweise Zuchtlinienzusatz. Ohne dokumentierten Herkunftsnachweis lässt sich nicht sicher beurteilen, ob jedes so bezeichnete Tier unmittelbar auf Wildtiere aus diesem County zurückgeht. Auch eine grundsätzlich größere Endgröße dieser Linie ist wissenschaftlich nicht abgesichert; Körperbau, Geschlecht, Ernährung und individuelle Entwicklung beeinflussen den Größenunterschied erheblich.

Lebensweise und Haltungstyp

Die Königsspringspinne ist kein Boden- oder Röhrenbewohner, sondern ein beweglicher Kletter- und Sichtjäger. Sie läuft bevorzugt über Blätter, Zweige, Kork und andere erhöhte Flächen und beobachtet ihre Umgebung häufig aus einer gut einsehbaren Position. Ein Fangnetz baut sie nicht. Stattdessen nähert sie sich ihrer Beute vorsichtig und überwältigt sie mit einem gezielten Sprung. Dabei führt sie eine Sicherungsleine aus Spinnseide mit. Für Ruhephasen, Häutungen und die Eiablage fertigt sie ein dichtes, meist an zwei Seiten geöffnetes Wohngespinst an. Dieses liegt in Terrarien häufig nahe dem Deckel. Phidippus regius muss einzeln gehalten werden, da Artgenossen als Beute betrachtet werden können.

Terrarium

Für ein adultes Tier eignet sich ein hochformatiges Terrarium von ungefähr 15 × 15 × 20 cm oder etwas größer. Wichtiger als übermäßiges Volumen sind nutzbare Kletterflächen, gute Übersicht und eine sichere Querlüftung. Front- oder Seitentüren sind vorteilhaft, weil das Tier sein Ruhegespinst oft unmittelbar unter dem Deckel anlegt. Lüftungsöffnungen und Türspalten müssen so fein sein, dass weder die Spinne noch kleine Futtertiere entkommen können. Fest verankerte Zweige, Korkstücke, Blätter und raue Flächen sollten bis in das obere Drittel reichen. Harte, scharfkantige Dekoration und große freie Fallstrecken sind zu vermeiden. Obwohl Springspinnen eine Sicherungsleine verwenden, können unkontrollierte Stürze insbesondere bei schweren oder älteren Tieren zu Verletzungen führen.

Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe

Eine dünne Schicht Kokoshumus, ungedüngte Erde oder ein anderes schadstofffreies, leicht feuchtes Substrat hilft, Feuchtigkeit kurzfristig zu puffern. Auch saugfähiges Papier ist möglich und erleichtert die hygienische Kontrolle. Der Bodengrund darf weder vernässt noch dauerhaft sumpfig sein, denn stehende Nässe und schlechte Luftzirkulation fördern Schimmel und können der Spinne schaden. Wichtiger als ein tiefer Bodenaufbau ist die Strukturierung der oberen Terrarienhälfte. Äste und Kork müssen stabil befestigt sein. Klebrige Dekoration, offene Klebeflächen, Drahtschlaufen sowie grobe oder faserige Materialien, in denen sich Beine verfangen können, gehören nicht in die Einrichtung.

Klima und Beleuchtung

Für die Haltung wird ein heller Standort mit einem Tagesrhythmus und Temperaturen von etwa 22–26 °C empfohlen. Kurzzeitige, moderate Abweichungen werden meist vertragen, starke Hitze und direkt auf das kleine Terrarium gerichtete Wärmestrahler bergen jedoch ein erhebliches Überhitzungsrisiko. Bei kühler Raumhaltung darf Wärme nur kontrolliert und mit Thermometer zugeführt werden. Eine mäßige relative Luftfeuchte von ungefähr 60–75 % kann als Orientierung dienen; Angaben zur idealen Feuchte unterscheiden sich in der Haltungsliteratur. Entscheidend sind regelmäßige Trinkmöglichkeiten, ein zwischenzeitliches Abtrocknen und kräftiger Luftaustausch. Einige feine Tropfen an einer Seitenwand oder auf Blättern reichen meist aus. Das Terrarium darf nicht dauerhaft beschlagen oder nass bleiben. Eine offene Wasserschale ist bei kleinen Tieren unnötig und kann zum Risiko werden.

Fütterung und Wasserversorgung

Phidippus regius benötigt lebende, bewegliche Beutetiere, die sie mit den Augen erfassen und aktiv verfolgen kann. Geeignet sind unter anderem Fruchtfliegen für kleine Jungtiere sowie größere Fliegen, kleine Schaben, Grillen oder andere passend bemessene Futterarthropoden für ältere Tiere. Die Beute sollte die Spinne nicht überwältigen können. Besonders wehrhafte Grillen dürfen nicht unbeaufsichtigt im Terrarium bleiben, da sie eine ruhende oder sich häutende Spinne verletzen können. Futtermenge und Intervall richten sich nach Entwicklungsstadium, Aktivität und Hinterleibsumfang. Nicht gefressene Tiere und Futterreste werden zeitnah entfernt. Ein abwechslungsreicher Speiseplan ist günstiger als die dauerhafte Fütterung nur einer Beutetierart. Während der Häutungspause wird nicht gefüttert.

Häutung

Vor einer Häutung zieht sich die Königsspringspinne meist in ein dichter werdendes Gespinst zurück, nimmt weniger oder keine Nahrung an und wirkt deutlich ruhiger. Das Gespinst darf weder geöffnet noch umgesetzt werden. Futtertiere sind zu entfernen, damit sie die wehrlose Spinne nicht stören oder verletzen. Auch unmittelbar nach der Häutung bleibt das Außenskelett zunächst weich. Gefüttert wird erst wieder, wenn das Tier sein Gespinst selbstständig verlässt und sicher läuft. Eine verlässliche Versorgung mit Trinktropfen und eine mäßige, nicht staunasse Feuchte unterstützen diese empfindliche Phase. Schwierigkeiten beim Häuten können durch Austrocknung, Verletzungen, ungeeignete Strukturen oder allgemeine Schwäche begünstigt werden, lassen sich jedoch nicht auf einen einzelnen Haltungswert reduzieren.

Einzelhaltung und sicherer Umgang

Die Art eignet sich vor allem als Beobachtungstier. Viele Exemplare reagieren aufmerksam auf Bewegungen außerhalb des Terrariums, daraus sollte jedoch keine Zahmheit abgeleitet werden. Ein freiwilliges Übersteigen auf einen Zweig oder in einen Fangbecher ist sicherer als das Aufnehmen mit der Hand. Die Spinne kann unvermittelt und erstaunlich weit springen; Türen, Fenster und andere Fluchtwege sollten deshalb geschlossen sein. Festhalten oder Einklemmen kann einen Abwehrbiss auslösen und verletzt das empfindliche Tier leicht. Beim Umsetzen wird möglichst bodennah über einer freien, weichen Fläche gearbeitet. Kinder sollten nur unter unmittelbarer Aufsicht Kontakt zum Terrarium haben. Personen mit bekannten starken Reaktionen auf Tierbisse vermeiden direkten Hautkontakt.

Geschlechtsunterschiede

Phidippus regius zeigt einen auffälligen Geschlechtsdimorphismus. Adulte Männchen sind überwiegend schwarz und tragen kontrastreiche weiße Zeichnungselemente; ihre schillernden Cheliceren erscheinen häufig grünlich bis blauviolett. Weibchen sind durchschnittlich kräftiger und können grau, beige, braun oder intensiv orange gefärbt sein. Ihre Cheliceren schimmern je nach Individuum grünlich bis rötlich-violett. Ausgewachsene Männchen besitzen deutlich verdickte, an kleine Boxhandschuhe erinnernde Pedipalpen. Bei adulten Weibchen ist auf der Unterseite des Hinterleibs die Epigyne erkennbar. Farbe allein reicht insbesondere bei Jungtieren und ungewöhnlich gefärbten Weibchen nicht immer für eine sichere Geschlechtsbestimmung aus.

Fortpflanzung

Eine Verpaarung erfordert Erfahrung und ständige Beobachtung, da beide Partner räuberisch leben und Kannibalismus möglich ist. Das Männchen zeigt eine visuell geprägte Balz mit Bewegungen der Vorderbeine und seinen auffälligen Fransen. Weibchen können nach einer Paarung Sperma speichern und mehrere befruchtete Eikokons anlegen. Zur Eiablage entsteht ein besonders dichtes Gespinst, das nicht geöffnet werden darf. Die Gelege können sehr zahlreich sein; dokumentiert sind mehrere Kokons und insgesamt mehrere hundert Nachkommen eines Weibchens. Vor einer geplanten Zucht müssen deshalb ausreichend ausbruchsichere Aufzuchtbehälter, sehr kleine Futtertiere und genügend Zeit für die getrennte Versorgung vorhanden sein. Ein dauerhaftes Zusammenleben von Männchen und Weibchen ist nicht geeignet.

Größe und Lebenserwartung

Adulte Männchen erreichen im Mittel etwa 12 mm Körperlänge, dokumentiert ist eine Spanne von ungefähr 6–18 mm. Weibchen sind durchschnittlich größer und liegen häufig um 15 mm; besonders große Exemplare können bis zu 22 mm Körperlänge erreichen. Große Weibchen kommen auf eine Beinspannweite um 3,5 cm, während langbeinige Männchen trotz geringerer Körpermasse mehr als 4 cm überspannen können. Körperlänge und Beinspannweite dürfen daher nicht verwechselt werden. Der Zusatz „groß“ ist als Handelsbezeichnung zu verstehen und garantiert keine bestimmte Endgröße. In Haltung wird für Phidippus regius meist eine Lebenserwartung von etwa 1–2 Jahren ab dem Schlupf angegeben. Weibchen leben häufig länger als Männchen; Entwicklungsstadium, Temperatur, Geschlecht und individuelle Vorgeschichte können die verbleibende Lebenszeit deutlich beeinflussen.

Gift, Brennhaare und Sicherheit

Bei Störung beobachtet Phidippus regius zunächst, weicht aus, springt davon oder zieht sich in ihr Gespinst zurück. Sie besitzt keine Brennhaare. Wie fast alle Spinnen verfügt sie jedoch über Giftdrüsen und setzt ihr Gift zum Überwältigen von Beute ein. Ein Biss ist vor allem bei Festhalten oder Quetschen möglich und kann schmerzhaft sein. Schwere Verläufe gelten nicht als typisch, individuelle Reaktionen lassen sich dennoch nicht sicher vorhersagen. Die Art sollte deshalb nicht absichtlich zum Beißen provoziert oder frei auf Gesicht und Hals gesetzt werden. Nach einem Biss wird die Stelle gereinigt und beobachtet; bei starken, anhaltenden oder allgemeinen Beschwerden ist medizinischer Rat einzuholen.

Nice-to-Know

Die großen vorderen Mittelaugen ermöglichen der Königsspringspinne eine sehr genaue Wahrnehmung von Bewegungen und Entfernungen. Sie dreht ihren Vorderkörper häufig sichtbar zu interessanten Objekten und verfolgt diese mit dem Blick. Ihre Sprünge werden durch einen ständig mitgeführten Seidenfaden abgesichert. Neben der Jagd dient Seide vor allem dem Bau von Schlaf-, Häutungs- und Brutgespinsten. Der Handelszusatz „Hendry County“ verweist auf einen Landkreis im südlichen Florida, in dem Phidippus regius nachgewiesen ist. Er beschreibt keine eigene Unterart. Auch die Bezeichnung „groß“ ist kein wissenschaftlich definierter Größenstandard.

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