Kleine Blütenmantis, Pseudoharpax virescens
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Kleine Blütenmantis, Pseudoharpax virescens
| Deutscher Name: | Kleine Blütenmantis |
| Wissenschaftlich: | Pseudoharpax virescens |
| Synonyme: | Gambian Spotted-Eye Flower Mantis, Gambia-Blütenmantis |
| Herkunft: | West-, Zentral- und Ostafrika (Typusfundort Gambia) |
| Lebensweise: | Lauert auf Zweigen und Blüten, ahmt Blüten und Blätter nach |
| Aktivitätszeit: | Überwiegend tagaktiv, hungrige Jäger bei Tageslicht |
| Haltungsform: | Hohes, gut belüftetes Terrarium mit Pflanzen und Sitzästen |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für ein erwachsenes Tier etwa 15 x 10 x 10 cm (L x B x H) oder größer |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Etwa 24 °C (20 bis 30 °C), Luftfeuchtigkeit 50 bis 70 Prozent |
| Beleuchtung: | Hell und warm, am besten mit Tageslicht oder Terrarienlampe |
| Bodengrund und Einrichtung: | Wenig Bodengrund, etwas feuchtes Torfmoos oder Kokosfaser |
| Futter: | Fliegende Futterinsekten wie Fruchtfliegen und kleine Fliegen |
| Sozialverhalten: | Einzelhaltung; Erwachsene fressen Artgenossen |
| Entwicklung: | Unvollständige Entwicklung (Nymphen häuten sich bis zum Vollinsekt) |
| Maximale Größe: | Weibchen etwa 28 mm, Männchen etwa 25 mm |
| Lebenserwartung: | Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor. |
Herkunft und Lebensraum von Kleine Blütenmantis (Pseudoharpax virescens)
Pseudoharpax virescens gehört zu den kleinen Blütenmantiden und ist in weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara verbreitet. Die Art kommt von Westafrika über Zentralafrika bis nach Ostafrika vor, wobei zwei Unterarten unterschieden werden: Eine lebt im Westen und in der Mitte des Verbreitungsgebiets, die andere im zentralen und östlichen Teil. In der Terraristik wird sie häufig als Gambia-Blütenmantis oder Gambian Spotted-Eye Flower Mantis angeboten, weil die Art ursprünglich aus Gambia beschrieben wurde. Im Handel sind Tiere dieser Art meist Nachzuchten. Die Blütenmantis ist ein Meister der Tarnung: Sie sitzt zwischen Blüten und Blättern, sieht selbst wie ein Pflanzenteil aus und wartet auf Beute, die in Reichweite kommt. Die Farbe der Augen ändert sich dabei im Tagesverlauf, am Tag erscheinen sie hellgrün und in der Nacht dunkelrot. Der Name Spotted-Eye bezieht sich auf zwei augenähnliche Flecken auf dem Hinterleib der erwachsenen Weibchen. Weil die Tiere nur etwa drei Zentimeter groß werden, eignet sich die Art gut für kleine Terrarien, sie verlangt aber saubere, ruhige Haltungsbedingungen und regelmäßig frisches Futter.
Lebensweise und Verhalten
Blütenmantiden jagen aus dem Ansitz. Sie sitzen auf Zweigen, Blättern oder künstlichen Blüten und ahmen Pflanzenteile nach, bis Beute in Reichweite kommt. Bei der Jagd bewegen sie sich mit einem leicht schwankenden Gang, der einem im Wind wehenden Blatt gleicht. Trotz ihrer geringen Größe sind sie mutig und greifen auch deutlich größere Beutetiere an.
Terrarium
Für ein erwachsenes Tier genügt ein kleines Terrarium von etwa 15 x 10 x 10 cm, mehr Höhe als Breite ist von Vorteil, weil sich die Tiere beim Häuten aufhängen. Die Höhe sollte mindestens das Dreifache der Körperlänge betragen, die Breite mindestens das Doppelte. Der Deckel muss ausbruchsicher sein und die Belüftung gewährleisten, damit die Luft nicht stehen bleibt.
Bodengrund und Klettermöglichkeiten
Der Bodengrund spielt bei Mantiden eine geringe Rolle. Eine dünne Schicht Kokosfaser oder etwas feuchtes Torfmoos hält die Luftfeuchtigkeit und kann Fehlhäutungen vorbeugen. Wichtiger sind raue Rückwände und Äste, an denen die Tiere klettern und sich bei der Häutung festhalten können.
Bepflanzung und Einrichtung
Echte oder künstliche Pflanzen, dünne Äste und Rindenstücke bieten Sitzplätze und Sichtschutz. Kleine, ungiftige Zimmerpflanzen verbessern das Mikroklima. Die Tiere sollten stets an rauen Flächen Halt finden, damit sie sich ungestört häuten können.
Klima und Beleuchtung
Die Temperatur liegt am besten bei etwa 24 °C, nachts darf sie auf etwa 17 °C sinken, tagsüber werden 20 bis 30 °C vertragen. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 50 bis 70 Prozent liegen und wird mit sauberem Wasser etwa alle drei Tage durch Besprühen eines Teils der Terrarienwand gehalten. Je besser die Belüftung, desto häufiger muss gesprüht werden.
Fütterung und Wasserversorgung
Blütenmantiden fressen nur lebende, fliegende Insekten. Kleine Nymphen erhalten Fruchtfliegen, ältere Tiere kleine Fliegen und andere Futterinsekten, die etwa so groß sind wie ihr Vorderkörper. Die Weibchen sind meist sehr hungrig. Nicht gefressene Futtertiere werden entfernt, damit sie die Mantis nicht stören, besonders vor einer Häutung.
Einzel- oder Gruppenhaltung
Die Art ist kannibalisch und wird einzeln gehalten. Sehr kleine Nymphen lassen sich bei guter Fütterung noch kurze Zeit gemeinsam halten, später müssen sie getrennt werden. Auch bei der Verpaarung besteht für das Männchen ein Risiko, vom Weibchen gefressen zu werden.
Geschlechtsunterschiede
Männchen sind schlank, haben lange, rötliche Fühler und acht sichtbare Hinterleibssegmente auf der Unterseite. Weibchen sind kräftiger, haben kurze Fühler, zwei Flecken auf dem Hinterleib und nur sechs sichtbare Hinterleibssegmente. Ab dem vierten Nymphenstadium lassen sich die Geschlechter anhand der Segmentzahl unterscheiden.
Fortpflanzung und Eiablage
Die Nachzucht ist nicht schwer, setzt aber eine Verpaarung unter Aufsicht voraus. Etwa zwei bis vier Wochen nach der letzten Häutung wird das Männchen zum gut gefütterten Weibchen gesetzt, am besten wird das Weibchen dabei mit Futter abgelenkt. Die Verpaarung kann mehrere Stunden dauern. Die kleinen Eipakete enthalten etwa 15 Eier und werden an Äste oder den Deckel geklebt.
Entwicklung, Häutung und Metamorphose
Wie alle Gottesanbeterinnen entwickeln sich Blütenmantiden unvollständig, also ohne Puppenstadium. Aus dem Ei schlüpfen kleine Nymphen, die den erwachsenen Tieren schon ähneln und sich mehrmals häuten. Erst die letzte Häutung bringt die ausgewachsenen, geflügelten Tiere hervor. Bei jeder Häutung muss das Tier frei hängen können.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsene Weibchen werden etwa 28 mm lang, Männchen etwa 25 mm. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Abwehrverhalten und Sicherheit
Die Tiere sind harmlos und weder giftig noch aggressiv gegenüber Menschen. Bei Störung flüchten sie oder lassen sich fallen. Zum Umsetzen eignet sich ein Becher, den man behutsam unter das Tier schiebt, da die Mantis sehr empfindlich ist.
Nice-to-Know
Die Bezeichnung Blütenmantis wird im Handel für mehrere Arten verwendet, darunter die Gattungen Creobroter und Pseudoharpax. Wer eine bestimmte Art sucht, sollte deshalb auf den wissenschaftlichen Namen achten. Pseudoharpax virescens bleibt klein und ist ein guter Begleiter für Halter, die Mantiden gern beobachten, weil sie ihre Tarnung und das auffällige Augenspiel zeigt.
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