Java-Vogelspinne, Selenocosmia javanensis
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Java-Vogelspinne, Selenocosmia javanensis
| Deutscher Name: | Java-Vogelspinne |
| Wissenschaftlich: | Selenocosmia javanensis |
| Synonyme: | Javanische Gelbknie-Vogelspinne, Javan Yellowknee, Javanische Röhrenvogelspinne |
| Herkunft: | Südostasien; von Malaysia bis Indonesien einschließlich Java und Sulawesi angegeben |
| Lebensweise: | Ausgeprägter Röhrenbewohner, einzeln zu halten |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, sehr schnell |
| Haltungstyp: | Tief eingerichtetes Bodenterrarium mit sicherem Verschluss |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für adulte Tiere etwa 30 × 30 × 30 cm mit großer Substrattiefe |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Warm und tropisch; untere Bodenschichten leicht feucht, gut belüftet |
| Bodengrund: | Mindestens 15–20 cm grabfähiges, formstabiles Substrat |
| Verstecke und Gespinst: | Legt tiefe, dicht ausgesponnene Wohnröhren und Signalfäden an |
| Futter: | Passende Futterinsekten wie Schaben, Grillen und Heuschrecken |
| Gift und Abwehrverhalten: | Sehr wehrhaft und flink; Giftbiss möglich, keine Brennhaare |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Etwa 5–6 cm Körperlänge und ungefähr 12–15 cm Beinspannweite |
| Lebenserwartung: | Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor. |
Herkunft und Lebensraum von Java-Vogelspinne (Selenocosmia javanensis)
Selenocosmia javanensis ist eine südostasiatische Vogelspinne aus der Unterfamilie Selenocosmiinae. Der aktuelle taxonomische Katalog führt ein Verbreitungsgebiet von Malaysia bis Indonesien einschließlich Sulawesi; besonders eng ist die Art durch ihren Namen und ihre Beschreibungsgeschichte mit Java verbunden. Innerhalb dieses großen Raumes herrschen ganzjährig warme, niederschlagsreiche Bedingungen. Die Tiere leben am Boden und nutzen feuchte, grabfähige Erde, beispielsweise in bewaldeten oder dicht bewachsenen Lebensräumen. Dort entstehen mit Seide ausgekleidete Röhren, die Schutz vor Licht, Witterung und möglichen Fressfeinden bieten. Rund um den Eingang können Gespinstfäden als empfindliches Frühwarnsystem dienen. Die genaue Zuordnung einzelner regionaler Populationen ist allerdings nicht immer problemlos: Äußerlich ähnliche Selenocosmiinae wurden in der Vergangenheit wiederholt unter diesem Namen geführt, obwohl spätere Untersuchungen Unterschiede erkennen ließen. Auch die sehr weit gefasste Verbreitungsangabe sollte daher nicht mit einer gesicherten Herkunft jedes Handelstieres gleichgesetzt werden. Fundortbezeichnungen sind nur dann belastbar, wenn sie lückenlos dokumentiert wurden. Die Terrarienhaltung orientiert sich sinnvollerweise am Lebensbild einer tropischen, tief grabenden Röhrenbewohnerin.
Lebensweise und Haltungstyp
Diese Vogelspinne verbringt einen großen Teil ihres Lebens in einer selbst gegrabenen, mit Seide stabilisierten Wohnröhre. Besonders bei passender Substrattiefe kann sie sich über längere Zeit vollständig entziehen. Häufig liegt sie nachts am Eingang auf der Lauer und reagiert auf Erschütterungen der vorgelagerten Signalfäden. Sichtbarkeit ist daher kein zuverlässiger Maßstab für ihr Wohlbefinden. Selenocosmia javanensis wird einzeln gehalten; eine dauerhafte Vergesellschaftung mit Artgenossen oder anderen Terrarientieren ist nicht geeignet.
Terrarium
Für ein adultes Tier eignet sich ein sicher schließendes Bodenterrarium von ungefähr 30 × 30 × 30 cm. Entscheidend ist weniger große freie Lauffläche als eine tiefe, standfeste Grabzone. Mindestens 15–20 cm Substrat, bei geeigneter Beckenform gern mehr, ermöglichen den Bau einer vollständigen Wohnröhre. Die freie Höhe über dem Bodengrund sollte niedrig bleiben, damit ein Sturz nicht zu einer Verletzung des empfindlichen Hinterleibs führt. Seitliche Lüftungsflächen oder eine gute Querlüftung helfen, Staunässe und Schimmelbildung zu vermeiden. Eine flache Wasserschale gehört dauerhaft zur Einrichtung.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Geeignet ist eine grabfähige Mischung, die Röhren stabil hält und Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne schlammig zu werden. Bewährt haben sich ungedüngte Erde, Kokoshumus und etwas Lehm oder grabfähiger Terrarienhumus. Lockeres, ständig zusammenfallendes Material ist ungeeignet. Ein schräg eingesetztes Stück Korkrinde kann als Ansatzpunkt für die Röhre dienen, auch wenn die Spinne ihren endgültigen Bau meist selbst gestaltet. Die unteren Bodenschichten dürfen leicht feucht bleiben, während die Oberfläche stellenweise abtrocknen kann. Nasses, verdichtetes Substrat und stehende Nässe sind zu vermeiden.
Klima und Beleuchtung
Eine warme Haltung im Bereich von etwa 24–27 °C am Tag ist praxisgerecht; nachts darf die Temperatur moderat absinken. Eine punktuelle Überhitzung des Bodens muss vermieden werden, da sich das Tier zur Abkühlung in tiefere Schichten zurückzieht. Deshalb sollte nicht von unten beheizt werden. Wichtiger als ein dauerhaft hoher Messwert der Luftfeuchtigkeit ist ein sinnvoller Feuchteverlauf im Substrat: unten leicht feucht, oben nicht permanent nass. Gute Lüftung und eine stets gefüllte Wasserschale sorgen für ein stabiles Mikroklima. Kondenswasser, muffiger Geruch oder Schimmel zeigen an, dass Feuchtigkeit und Belüftung nicht im Gleichgewicht stehen.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden geeignete lebende Futtertiere, beispielsweise Schaben, Grillen oder kleinere Heuschrecken. Die Beute sollte zur Größe der Spinne passen und den Hinterleib nicht unnötig gefährden. Bei adulten Tieren genügt meist eine maßvolle Fütterung in größeren Abständen; Körperzustand, Temperatur und Häutungsphase bestimmen den tatsächlichen Bedarf. Nicht erbeutete Futtertiere sollten spätestens nach kurzer Zeit entfernt werden, insbesondere wenn sich die Spinne zurückgezogen oder ihre Röhre verschlossen hat. Trinkwasser muss unabhängig von der Fütterung jederzeit verfügbar sein.
Häutung
Vor einer Häutung nimmt Selenocosmia javanensis häufig kein Futter mehr an und zieht sich tief in ihre Röhre zurück. Der Eingang kann vollständig mit Substrat und Seide verschlossen werden. Dieses Verhalten darf nicht durch Aufgraben oder Öffnen der Röhre gestört werden. Verbliebene Futterinsekten sind zu entfernen, da sie die wehrlose Spinne verletzen könnten. Nach der Häutung braucht der neue Panzer Zeit zum Aushärten; bei größeren Tieren sollte mit der nächsten Fütterung gewöhnlich mindestens sieben bis vierzehn Tage gewartet werden. Wasser bleibt währenddessen verfügbar. Eine scheinbar lange Ruhephase ist bei einem verborgenen Röhrenbewohner nicht ungewöhnlich.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Diese Art ist kein Tier zum Anfassen. Sie kann sehr schnell beschleunigen, defensiv reagieren und bei Bedrängung zubeißen. Arbeiten im Terrarium sollten ruhig, vorausschauend und mit langen Werkzeugen erfolgen. Für Umsetzungen ist eine verschließbare Fangdose sicherer als der direkte Kontakt. Türen, Lüftungen und Kabeldurchführungen müssen ausbruchssicher sein. Wegen der Geschwindigkeit und des Giftbissrisikos eignet sich die Java-Vogelspinne vor allem für erfahrene Halter, die mit defensiven asiatischen Vogelspinnen vertraut sind.
Geschlechtsunterschiede
Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist am besten anhand einer gut erhaltenen Häutungshaut möglich. Bei Weibchen lassen sich im Inneren des Hinterleibs die Spermatheken erkennen. Geschlechtsreife Männchen besitzen deutlich ausgebildete Bulben an den Pedipalpen und wirken häufig schlanker und langbeiniger als Weibchen. Körperproportionen oder Färbung allein erlauben bei Jungtieren keine zuverlässige Bestimmung.
Fortpflanzung
Die Verpaarung gilt wegen der defensiven Lebensweise und des möglichen Kannibalismus als anspruchsvoll. Beide Tiere werden dauerhaft getrennt gehalten und nur kontrolliert zur Paarung zusammengeführt. Das Weibchen sollte gut konditioniert sein, während für das Männchen jederzeit ein freier Rückzugsweg vorhanden sein muss. Da sich das Geschehen häufig am Eingang einer tiefen Röhre abspielt, ist die Beobachtung erschwert. Angaben zu Kokonzeit und Nachkommenzahl schwanken in Haltungsberichten und sollten nicht als sicherer artspezifischer Richtwert behandelt werden. Zuchtversuche gehören in erfahrene Hände.
Größe und Lebenserwartung
Ausgewachsene Tiere erreichen ungefähr 5–6 cm Körperlänge; die Beinspannweite wird je nach Geschlecht und Messweise meist mit etwa 12–15 cm angegeben. Weibchen erscheinen gewöhnlich kräftiger, während adulte Männchen schlanker gebaut sein können. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Selenocosmia javanensis besitzt keine Brennhaare. Ihre Verteidigung beruht vor allem auf schneller Flucht, Drohhaltung, kräftigen Beißwerkzeugen und Gift. Bei starker Bedrängung kann sie zudem ein stridulierendes, zischend wirkendes Geräusch erzeugen. Ein Biss kann deutliche lokale Schmerzen verursachen; für asiatische Vogelspinnen sind darüber hinaus stärkere Beschwerden nicht auszuschließen. Jeder Biss sollte ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden, besonders bei starken Schmerzen, Muskelkrämpfen, Kreislaufproblemen oder allergischen Reaktionen. Auch Haustiere dürfen keinen Zugang zum Terrarium haben.
Nice-to-Know
Der Name Gelbknie-Vogelspinne kann ein auffälligeres Farbmuster erwarten lassen, als viele Tiere tatsächlich zeigen. Häufig überwiegen dunkle Braun- bis Schwarztöne, und Handelsnamen werden regional uneinheitlich verwendet. Besonders faszinierend ist die unterirdische Lebensweise: Ein großer Teil des sichtbaren Gespinstes liegt nicht offen im Terrarium, sondern stabilisiert die Wohnröhre und überträgt feinste Erschütterungen bis zur wartenden Spinne.
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Geschlechtsauswahl bei unseren Spinnen&Insekten
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.