Grüner Flossensauger, Beaufortia viridis
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Grüner Flossensauger, Beaufortia viridis
| Deutscher Name: | Grüner Flossensauger |
| Wissenschaftlich: | Beaufortia viridis |
| Synonyme: | Grüner Flossensauger, Wuming-Flossensauger, Wuming Hillstream Loach, Hillstream Loach |
| Herkunft: | Südchina (Guangxi, Yunnan), oberes Perlflusssystem; klare Gebirgsbäche |
| Gesellschafts-Aquarium: | Friedlich, am besten in einer kleinen Gruppe mit ruhigen, kühletoleranten Beifischen |
| Wasserwerte: | Sauberes, sauerstoffreiches Wasser; pH ca. 6,5–7,8, mittelhart, Nitrat niedrig |
| Temperatur: | ca. 18–24 °C; kurzzeitig etwas wärmer nur bei sehr guter Sauerstoffversorgung |
| Beckengröße: | Ab ca. 60 cm Kantenlänge, besser 80–100 cm mit deutlicher Strömung |
| Bepflanzung: | Glatte Steine und Kies, robuste Pflanzen oder Moose; viel Aufwuchs erwünscht |
| Futter: | Biofilm und Aufwuchs, ergänzend feines Frost-, Lebend- und Gelfutter |
| Geschlechts-Unterschiede: | Äußerlich bei dieser Art nicht verlässlich erkennbar |
| Zucht möglich: | Nachzuchten im Aquarium sind bislang nicht gesichert belegt |
| Maximale Größe: | Bis etwa 5–6 cm |
| Liefergröße: | ca. 3,0-4,0 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Adulte Garnelen meist unproblematisch, Garnelennachwuchs kann gelegentlich gefressen werden |
Herkunft von Grüner Flossensauger (Beaufortia viridis)
Beaufortia viridis gehört zu den Flossensaugern (Gastromyzontidae) und ist eine noch sehr junge Art: Sie wurde erst 2024 wissenschaftlich beschrieben. Zuvor wurden Tiere dieser Region häufig mit Beaufortia pingi verwechselt oder ihr zugerechnet. Ihr Verbreitungsgebiet liegt im Südwesten Chinas im oberen Einzugsgebiet des Perlflusses. Die Fundorte liegen in der Provinz Guangxi, etwa im Wuming-Fluss, einem Zufluss des You-Flusses, sowie bei Lingyun, und in der benachbarten Provinz Yunnan im Kreis Guangnan. Dort besiedelt sie klare, schnell fließende Gebirgs- und Hügelbäche mit steinigem Grund, wo sie sich mit ihrer scheibenförmig umgebildeten Bauchpartie und den Brustflossen an Steinen festsaugt und den Aufwuchs abweidet. Der Artname „viridis“ bedeutet „grün“ und verweist auf die dunkel blaugrüne bis grüne Körperfärbung, die von gleichmäßigen schwarzen Querstreifen überzogen wird. Im Handel taucht die Art bislang vereinzelt als Wildfang unter englischen Namen wie „Wuming Hillstream Loach“ auf; ein fest etablierter deutscher Handelsname existiert nicht. Weil es sich um eine Neubeschreibung handelt, sind gesicherte Haltungsdaten speziell für diese Art noch dünn. Vieles lässt sich aber gut von der Lebensweise nah verwandter Beaufortia-Arten ableiten.
Vergesellschaftung
Flossensauger sind ausgesprochen friedliche Tiere, die sich mit ihrer Haftscheibe vor allem mit der Futtersuche auf Steinen und Wurzeln beschäftigen. Sie sollten in einer kleinen Gruppe von mindestens vier bis sechs Tieren gepflegt werden, damit sie sich sicher fühlen und ihr natürliches Verhalten zeigen. Untereinander kann es um die besten Weideplätze zu harmlosen Drängeleien kommen; genug Steine und Sichtbarrieren entschärfen das. Als Beifische eignen sich ruhige, schlanke Arten, die kühleres, strömungsreiches Wasser mögen, etwa kleine Bärblinge oder Bitterlinge. Zu vermeiden sind große, robuste oder sehr hektische Fische, Buntbarsche und alle Arten, die dauerhaft deutlich wärmeres, stilles Wasser brauchen. Für ein tropisches Gesellschaftsbecken mit Temperaturen um 26 bis 28 °C ist die Art nicht geeignet.
Passende Wasserparameter
Wie viele Gebirgsbachbewohner reagiert diese Art empfindlich auf verschmutztes, sauerstoffarmes Wasser. Gefragt ist ein eingefahrenes Becken mit Ammonium und Nitrit stets unter der Nachweisgrenze und niedrigen Nitratwerten, am besten unter 20 mg/l. Als Orientierung, abgeleitet von nah verwandten Beaufortia-Arten, haben sich ein pH-Wert von etwa 6,5 bis 7,8 und mittelhartes Wasser (grob 4 bis 15 °dGH) bewährt. Wichtiger als exakte Zahlen ist Stabilität. Wöchentliche Teilwasserwechsel mit gleich temperiertem Wasser halten die Wasserqualität hoch. Spezifische Messwerte vom Naturstandort liegen für B. viridis bislang kaum vor, daher sollte man die Tiere behutsam eingewöhnen.
Haltungstemperatur
Als Bewohner kühler Gebirgsbäche fühlt sich die Art nach heutigem Kenntnisstand im Bereich von etwa 18 bis 24 °C am wohlsten. Die Angaben beruhen vor allem auf Erfahrungen mit verwandten Beaufortia-Arten und können je nach Quelle leicht abweichen. Dauerhaft über 25 bis 26 °C steigt das Risiko, dass der Sauerstoffgehalt sinkt und die Tiere gestresst werden. In warmen Sommern helfen Ventilator, Standort im kühleren Raum oder bei Bedarf ein Aquarienkühler. Ein Heizer wird in der Regel nur zum Abfangen kalter Winternächte benötigt.
Beckengröße
Für eine kleine Gruppe sollte das Becken mindestens 60 cm Kantenlänge (rund 54 bis 60 Liter) haben; deutlich besser sind 80 bis 100 cm, weil dort Strömung und Weidefläche sinnvoll aufgebaut werden können. Entscheidend sind weniger die Liter als die Oberfläche der Steine und eine kräftige, gleichmäßige Wasserbewegung. Ein leistungsfähiger Außenfilter, ergänzt durch eine Strömungspumpe oder einen Ausströmer, sorgt für Sauerstoff und Umwälzung. Das Becken sollte gut abgedeckt sein, da Flossensauger an Glas und Steinen klettern und gelegentlich Ausbruchsversuche unternehmen können.
Bepflanzung
Ein Strömungsbecken im Bachbiotop-Stil passt am besten: feiner Kies oder Sand als Boden, darauf glatt gerundete Flusssteine in unterschiedlicher Größe und etwas Wurzelholz. Die Steine dürfen gern von Beginn an mit Aufwuchs besiedelt werden; Becken mit eingelaufener, heller Beleuchtung entwickeln den begehrten Biofilm von selbst. Für Pflanzen eignen sich strömungsfeste Arten wie Anubias, Javafarn oder Moose, die auf Steine und Holz aufgebunden werden. Zarte Stängelpflanzen haben in starker Strömung meist wenig Freude. Zwischen den Steinen sollten Spalten und Höhlen als Rückzugsorte bleiben.
Futter
Im natürlichen Lebensraum weiden die Tiere Biofilm, Algenaufwuchs und darin lebende Kleinstlebewesen von den Steinen ab. Im Aquarium sollte daher immer ein gewisser Aufwuchs vorhanden sein; ein reines Fütterungskonzept ohne Weidefläche reicht oft nicht aus. Ergänzend nehmen sie häufig feines Frostfutter wie Cyclops, Artemia oder Mückenlarven, Lebendfutter und weiche Gelfutter für Welse oder Aufwuchsfresser an. Gefüttert wird am besten ein- bis zweimal täglich in kleinen Mengen, in die Nähe der Weideplätze, damit auch zurückhaltende Tiere genug erhalten. Nach dem Einsetzen lohnt es sich, die Körperfülle der Tiere zu beobachten, da Wildfänge anfangs oft schmal sind.
Geschlechtsunterschiede
Nach den bisherigen Beschreibungen der Art trägt B. viridis an den verzweigten Brustflossenstrahlen keine auffälligen Tuberkel, ein typisches Männchenmerkmal mancher Verwandter fehlt also. Äußerlich lassen sich die Geschlechter daher nicht zuverlässig bestimmen. Mit zunehmendem Alter können Weibchen eventuell etwas kräftiger und rundlicher wirken, was aber nicht für diese Art abgesichert ist.
Zucht
Über gelungene Nachzuchten von Beaufortia viridis im Aquarium liegen bislang keine gesicherten Berichte vor. Bei verwandten Flossensaugern gilt die Vermehrung als anspruchsvoll und gelingt vor allem in gut eingefahrenen, kühlen und stark durchströmten Becken mit viel Aufwuchs. Sollten Sie es versuchen, helfen eine Gruppe mit mehreren Tieren, stabile Bedingungen und saisonale Temperaturschwankungen als Impuls. Ein Erfolg ist nicht zu erwarten. Die Jungfische sind sehr klein und auf feinen Biofilm angewiesen.
Endgröße
Die Art bleibt klein. Die bei der Beschreibung vermessenen Tiere reichten bis knapp 60 mm Standardlänge, in Menschenobhut sind also ungefähr 5 bis 6 cm Gesamtlänge zu erwarten. Die angebotenen Tiere mit 3 bis 4 cm sind noch nicht ausgewachsen. Wie alt die Art im Aquarium wird, ist für B. viridis nicht dokumentiert; verwandte Flossensauger gelten bei guter Pflege als langlebig.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Adulte Garnelen werden von Flossensaugern in der Regel nicht als Beute angesehen, da die Fische mit ihrem unterständigen Saugmaul vor allem Aufwuchs abweiden; für Beaufortia viridis selbst gibt es dazu aber keine gesicherten Erfahrungsberichte. Ausgewachsene Zwerggarnelen, die kühles Wasser mögen, sind meist unproblematisch. Garnelennachwuchs und frisch geschlüpfte Jungtiere können dagegen opportunistisch mitgefressen werden, besonders in einem reinen Strömungsbecken mit wenig Versteckmöglichkeiten. Wer Garnelen zusammen halten möchte, sollte viele Moospolster und Spalten anbieten. Beachten Sie zudem, dass die kühle Temperatur und starke Strömung nicht zu allen Garnelenarten passen.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.