Gewächshausspringspinne, Hasarius andersoni
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Gewächshausspringspinne, Hasarius andersoni
| Deutscher Name: | Gewächshausspringspinne |
| Wissenschaftlich: | Hasarius andersoni |
| Synonyme: | Gewächshaushusar |
| Herkunft: | Ursprünglich Afrika und Naher Osten; heute in vielen warmen Regionen verbreitet |
| Lebensweise: | Kletternder, einzeln lebender Sichtjäger |
| Aktivitätszeit: | Tagaktiv und aufmerksam |
| Haltungstyp: | Hochformatiges Kleinterrarium zur Einzelhaltung |
| Mindestgröße des Terrariums: | Etwa 15 × 15 × 20 cm für ein adultes Tier |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Tagsüber etwa 22–26 °C, mäßig feucht und gut belüftet |
| Bodengrund: | Dünne, leicht feuchte Bodenschicht ohne Staunässe |
| Verstecke und Gespinst: | Gespinstrückzug oben zwischen Kork, Zweigen oder Blättern |
| Futter: | Kleine Fliegen, Drosophila und passend kleine Futtertiere |
| Gift und Abwehrverhalten: | Flucht und Sprung; Giftbiss möglich, keine Brennhaare |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Körperlänge etwa 4–9,5 mm; Beinspannweite grob 1,5–2 cm |
| Lebenserwartung: | Meist etwa 1–2 Jahre; artspezifische Angaben sind begrenzt |
Herkunft und Lebensraum von Gewächshausspringspinne (Hasarius andersoni)
Hasarius adansoni stammt nach heutiger taxonomischer und faunistischer Einordnung ursprünglich aus Afrika und dem Nahen Osten. Durch den internationalen Pflanzen- und Warenverkehr wurde die kleine Springspinne jedoch in zahlreiche weitere Gebiete verschleppt. Nachweise bestehen unter anderem aus Teilen Europas, Asiens, Amerikas, Australiens sowie von verschiedenen Inseln. In kühleren Regionen lebt sie überwiegend dort, wo dauerhaft warme Bedingungen herrschen, beispielsweise in Gewächshäusern, Tropenhäusern und ähnlich geschützten Gebäuden. Daher rührt auch der deutsche Name Gewächshausspringspinne. Die Art nutzt Wände, Pflanzen, Rindenstrukturen und andere übersichtliche Flächen, von denen aus sie kleine Beutetiere mit ihren leistungsfähigen Augen aufspürt. Sie ist kein typischer Bodenbewohner und baut kein großflächiges Fangnetz. Stattdessen bewegt sie sich kletternd durch ihren Lebensraum und legt kompakte Gespinströhren als Ruhe-, Häutungs- und Eiablageplatz an. Das weite heutige Verbreitungsgebiet darf nicht mit einem überall natürlichen Vorkommen gleichgesetzt werden. Gerade europäische Funde stehen häufig mit beheizten Innenräumen und Gewächshausbiotopen in Verbindung.
Lebensweise und Haltungstyp
Die Gewächshausspringspinne ist ein tagaktiver, visuell orientierter Lauer- und Pirschjäger. Sie beobachtet ihre Umgebung von erhöhten Plätzen, nähert sich Beute schrittweise und überwindet die letzte Distanz mit einem gezielten Sprung. Dabei sichert sie sich häufig mit einem Spinnfaden ab. Im Terrarium hält sie sich bevorzugt an Seitenwänden, Zweigen, Blättern und im oberen Bereich auf. Das Tier sollte einzeln gepflegt werden, da Begegnungen mit Artgenossen in Konkurrenz, Verletzungen oder Kannibalismus enden können. Ein klassisches Fangnetz wird nicht angelegt; kleine, dicht gesponnene Ruhekammern gehören jedoch zum normalen Verhalten.
Terrarium
Für ein adultes Einzeltier eignet sich ein gut belüftetes Kleinterrarium von ungefähr 15 × 15 × 20 cm. Wichtiger als große Bodenfläche ist nutzbare Höhe mit feinen Ästen, Korkstücken und künstlichen oder ungiftigen echten Pflanzen. Da Springspinnen ihre Gespinstruhe gern weit oben anlegen, sollte eine von vorn oder unten zu öffnende Konstruktion gewählt werden. So wird das Gespinst beim Öffnen möglichst nicht zerstört. Lüftungsschlitze und Türspalten müssen sehr fein und sicher ausgeführt sein. Zu viel unstrukturierter Raum erschwert der kleinen Spinne das Auffinden ihrer Beute.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Eine dünne Schicht aus ungedüngter Terrarienerde, Kokoshumus oder einem vergleichbaren saugfähigen Substrat genügt. Der Boden dient vor allem als Feuchtigkeitspuffer und als weiche Landefläche; graben wird die Art gewöhnlich nicht. Ein kleiner Bereich darf nach dem Sprühen leicht feucht bleiben, während andere Zonen rasch abtrocknen können. Dauerhaft nasses Substrat, Staunässe und schimmelnde Futterreste sind zu vermeiden. Harte, hohe und völlig freie Fallstrecken sollten trotz der geringen Körpermasse nicht geschaffen werden. Strukturierte Seitenflächen und dicht gesetzte Kletterelemente verkürzen mögliche Stürze.
Klima und Beleuchtung
Bewährt haben sich tagsüber etwa 22–26 °C mit einer moderaten nächtlichen Absenkung auf ungefähr 18–22 °C. Für die relative Luftfeuchte werden in Haltungsempfehlungen unterschiedliche Werte genannt; als vorsichtiger Arbeitsbereich eignen sich etwa 50–70 Prozent bei beständiger Querlüftung. Einzelne fein versprühte Tropfen an einer Terrarienwand bieten Trinkmöglichkeiten. Das Becken darf anschließend wieder teilweise abtrocknen. Feuchte, stehende Luft ist problematischer als eine kurzfristig niedrigere Luftfeuchtigkeit. Zusätzliche Wärme darf nur kontrolliert und niemals über eine ungesicherte Heizmatte unter dem kleinen Behälter eingebracht werden, da kompakte Terrarien rasch überhitzen.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende, zur Spinne passende Kleinstbeutetiere. Gut geeignet sind Drosophila, kleine Stuben- oder Goldfliegen sowie sehr kleine Grillen oder Schaben. Die Beute sollte den Jäger nicht deutlich überfordern. Häufigkeit und Menge richten sich nach Entwicklungsstand, Körperfülle und Jagdbereitschaft; ein dauerhaft prall gefülltes Hinterleib ist zu vermeiden. Nicht angenommene Futtertiere werden entfernt, besonders wenn sich die Spinne zur Häutung zurückzieht. Trinkwasser wird am sichersten in Form kleiner Sprühtropfen angeboten. Tiefe offene Wasserschalen sind bei dieser zierlichen Art unnötig und können zum Risiko werden.
Häutung
Vor einer Häutung nimmt die Aktivität meist ab, Futter wird verweigert und die Spinne zieht sich in eine dichter gesponnene Ruhekammer zurück. Dieses Gespinst darf weder geöffnet noch regelmäßig nassgesprüht werden. Während der Häutung und in der anschließenden Aushärtungsphase ist das Tier empfindlich gegenüber Störungen und wehrhaften Futterinsekten. Erst wenn die Spinne wieder sicher läuft und ihre Beutefangreaktion zeigt, wird vorsichtig gefüttert. Eine mäßige Grundfeuchte und verfügbare Trinktropfen unterstützen das Mikroklima, ohne das Gespinst zu vernässen. Auch adulte Weibchen können eine Gespinstruhe längere Zeit zur Eiablage nutzen, weshalb nicht jede längere Abwesenheit automatisch eine Häutung ankündigt.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Direktes Handling ist nicht zu empfehlen. Die kleine Springspinne kann unvermittelt abspringen, in schmale Spalten laufen und aufgrund ihrer Größe schnell aus dem Blick geraten. Für Pflegearbeiten wird sie am besten mit einem Fangbecher und einem weichen Pinsel umgesetzt, ohne sie einzuklemmen. Freies Herumlaufen auf Händen oder Möbeln birgt vor allem ein Flucht- und Quetschrisiko. Obwohl die geringe Körpermasse hohe Stürze weniger gefährlich erscheinen lässt, sollten harte Landeflächen und unnötige Fallhöhen vermieden werden. Ruhige Bewegungen vor dem Terrarium erleichtern die Beobachtung und verringern hektische Fluchtreaktionen.
Geschlechtsunterschiede
Adulte Weibchen sind meist kräftiger gebaut und erreichen etwa 7–9,5 mm Körperlänge. Ihre Färbung ist überwiegend rot- bis dunkelbraun, mit hellen Haarpartien und variabler Zeichnung auf dem Hinterleib. Männchen bleiben mit ungefähr 4–7,6 mm häufig kleiner und wirken kontrastreicher. Typisch sind ein dunkler, teils fast schwarzer Körper, rostrote Bereiche und auffallend weiß behaarte Taster sowie helle Bogen- und Punktzeichnungen. Für eine sichere Geschlechtsbestimmung müssen jedoch der Entwicklungsstand und die Geschlechtsorgane berücksichtigt werden. Farbe und Körperform allein können bei Jungtieren oder unmittelbar nach einer Häutung täuschen.
Fortpflanzung
Die Paarung sollte nur unter genauer Beobachtung in einem übersichtlich eingerichteten Behälter erfolgen. Das Männchen nähert sich mit artspezifischen Sicht- und Bewegungsreizen; dennoch kann jede Begegnung in Abwehr oder Kannibalismus umschlagen. Gut genährte Tiere und ausreichend Ausweichraum senken das Risiko, schließen es aber nicht aus. Nach der Paarung werden die Tiere wieder getrennt. Das Weibchen legt seine Eier in einer dicht versponnenen Kammer ab und kann mehr als einen Kokon erzeugen. Während dieser Zeit sollte das Gespinst ungestört bleiben. Die schlüpfenden Jungspinnen sind außerordentlich klein, müssen getrennt beziehungsweise in sorgfältig kontrollierten Gruppen aufgezogen und mit entsprechend winziger Beute versorgt werden. Zuchtergebnisse hängen stark von Kondition, Alter und Haltungsbedingungen ab.
Größe und Lebenserwartung
Die gesicherte Körperlänge adulter Männchen liegt ungefähr zwischen 4 und 7,6 mm, Weibchen erreichen etwa 7 bis 9,5 mm. Damit gehört die Art zu den kleinen Springspinnen. Für die Beinspannweite finden sich keine einheitlich vermessenen Standardangaben, da sie stark von Körperhaltung und Messmethode abhängt. Bei adulten Tieren kann grob mit etwa 1,5–2 cm gerechnet werden; dieser Wert sollte als vorsichtige Orientierung und nicht als diagnostisches Artmerkmal verstanden werden.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Bei Störung versucht Hasarius adansoni meist auszuweichen, sich abzuseilen oder wegzuspringen. Wird das Tier bedrängt oder eingeklemmt, ist ein Biss grundsätzlich möglich. Wie andere Spinnen besitzt die Art Gift zur Überwältigung ihrer Beute, sie verfügt jedoch nicht über Brennhaare. Eine medizinisch bedeutsame Wirkung ist für diese kleine Springspinne nicht bekannt; ein Biss sollte dennoch nicht provoziert oder verharmlost werden. Möglich sind lokale Schmerzen, Rötung oder Schwellung, während individuelle Überempfindlichkeiten nie vollständig auszuschließen sind. Nach einem Biss wird die Stelle gereinigt und bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden medizinisch abgeklärt.
Nice-to-Know
Die großen nach vorn gerichteten Hauptaugen verleihen Springspinnen ihren charakteristischen, aufmerksamen Ausdruck. Hasarius adansoni orientiert sich stark optisch und reagiert daher sichtbar auf Bewegungen außerhalb des Terrariums. Der Artname erinnert an den französischen Naturforscher Michel Adanson. Die Bezeichnung Gewächshausspringspinne beschreibt ihr häufiges Auftreten in warmen, künstlich geschaffenen Lebensräumen, bedeutet aber nicht, dass jedes Tier aus einem Gewächshaus stammt.
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