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Florida-Tausendfüßer, Narceus gordanus

Heimisch in Florida

Stammt aus sandigen Eichen-Buschwäldern der Halbinsel Florida

Dezente Rauchfarbe

Ringe von Rauchgrau bis Goldbeige mit zart abgesetzten Bändern

Friedlich in Gruppen

Gut zu mehreren und gemeinsam mit Asseln oder Springschwänzen

Fleißiger Laubzersetzer

Verwertet Falllaub und Mulm und lockert den Boden ständig auf

Florida-Tausendfüßer, Narceus gordanus


Auf einen Blick: Florida-Tausendfüßer, Narceus gordanus
Deutscher Name:Florida-Tausendfüßer
Wissenschaftlich:Narceus gordanus
Synonyme:Smokey Oak Millipede, Smoky Ghost Millipede, Smokey-Oak-Tausendfüßer
Herkunft:Halbinsel Florida (USA), sandige Eichen-Buschwälder und Sandhügel
Lebensweise:Nachtaktiv, gräbt viel und lebt überwiegend im Bodengrund
Gruppenhaltung:Friedlich, gut in Gruppen und mit Asseln oder Springschwänzen haltbar
Mindestgröße des Terrariums:Ab etwa 40 × 30 cm Grundfläche für eine kleine Gruppe
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Raumtemperatur bis 27 °C, unten feuchtes, oben leicht abtrocknendes Substrat
Bodengrund und Substrattiefe:Mindestens 15 cm Humus mit Eichenlaub, Weißholzmulm und etwas Sand
Futter:Zersetztes Laub und Morschholz, dazu Obst, Gemüse und gelegentlich Eiweiß
Kalziumversorgung:Sepiaschale, Eierschalen oder Kalkpulver dauerhaft im Substrat
Häutung:Häutung in einer Kammer im Boden, die Tiere dann nicht ausgraben
Fortpflanzung:Saisonal, Weibchen legen einzelne Eier in Kapseln aus Substrat
Maximale Größe:Etwa 6 bis 12 cm lang, bis rund 13 mm dick
Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen:Rollt sich ein und gibt ein färbendes, reizendes Sekret ab
Im Detail: Florida-Tausendfüßer, Narceus gordanus

Herkunft und Lebensraum von Florida-Tausendfüßer (Narceus gordanus)

Narceus gordanus ist ein Riesentausendfüßer aus der Familie der Spirobolidae und gehört zu den eigenständigen Narceus-Arten, deren Verbreitungsschwerpunkt auf der Halbinsel Florida liegt. Fachliche Übersichten führen ihn als in Florida heimische Art; einzelne Angaben reichen nordwärts bis in die angrenzenden Südoststaaten, diese Vorkommen sind aber weniger gut belegt. Anders als der weit verbreitete Amerikanische Riesentausendfüßer der Narceus-americanus-annularis-Gruppe, der feuchte Laubwälder im ganzen Osten Nordamerikas bewohnt, ist N. gordanus auf die trockeneren, sandigen Lebensräume Floridas spezialisiert. Man findet ihn in Eichen-Buschwäldern, im sogenannten Scrub und auf lichten Sandhügeln, etwa am Lake Wales Ridge in Zentralflorida, wo er sich den Lebensraum mit anderen bodenlebenden Tausendfüßern teilt. Tagsüber hält er sich in der obersten Bodenschicht, unter Falllaub oder unter morschen Stämmen verborgen, wo sich auch bei sommerlicher Hitze Feuchtigkeit hält. Seine zurückhaltende Färbung aus hell grünlich-beigen Ringen mit dunkleren Bändern lässt ihn auf dem hellen Sand und im Laub nahezu verschwinden, was ihm den englischen Namen Smokey Oak Millipede eingebracht hat. Von seinen Verwandten unterscheidet er sich durch etwas kürzere Beine, einen gedrungeneren, gleichmäßig runden Körper und eine tiefere Rinne am Kopf, in die er die Fühler einlegen kann. Unser Lagertier stammt von einem Lieferanten aus Florida.

Lebensweise und Gruppenhaltung

Der Florida-Tausendfüßer ist ein ruhiger, überwiegend nachtaktiver Bodenbewohner. Tagsüber gräbt er sich in das Substrat ein oder ruht unter Rinde und Laub, erst in der Dämmerung kommt er an die Oberfläche, um zu fressen und umherzuwandern. Nach einem kräftigen Übersprühen zeigen sich die Tiere oft auch tagsüber. Er ist friedlich und lässt sich problemlos in kleinen Gruppen halten; als Mitbewohner eignen sich Asseln und Springschwänze, die Futterreste und Schimmel in Schach halten. Räuberische Wirbellose oder grabende Echsen gehören dagegen nicht ins selbe Becken. Kleine, helle Milben auf dem Körper sind bei Narceus häufig und leben als harmlose Mitbewohner auf den Tieren; nur bei massenhaftem Auftreten sollte man die Feuchtigkeit und die Futterreste prüfen. Zum Beobachten ist die Art dankbar, zum häufigen Herumtragen weniger, denn jede Störung kostet sie Ruhe und kann das Abwehrsekret auslösen.

Terrarium

Für eine kleine Gruppe von drei bis fünf Tieren reicht ein Becken mit etwa 40 × 30 cm Grundfläche. Wichtiger als die Höhe über dem Boden ist die Tiefe des Substrats, denn die Tiere graben, häuten sich im Boden und legen dort ihre Eier ab. Ein Becken von rund 30 cm Höhe bietet genug Raum für eine Substratschicht von 15 bis 20 cm und eine Laubschicht darüber. Glas- oder Kunststoffbecken mit gut schließendem, fein belüftetem Deckel haben sich bewährt; eine zu starke Querlüftung trocknet den Boden dagegen schnell aus. Rinde, Korkstücke und morsche Holzstücke dienen als Verstecke, sollten aber nicht die gesamte Fläche abdecken, damit die Tiere jederzeit ungehindert graben können. Eine flache Wasserschale oder eine Ecke mit feuchtem Moos wird gern angenommen. Beleuchtung ist nicht nötig; normales Raumlicht genügt.

Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe

Das Substrat ist zugleich Lebensraum und Hauptnahrung. Bewährt hat sich ein lockeres Gemisch aus ungedüngter Laubwalderde oder Kokoshumus, reichlich zerkleinertem, angerottetem Eichen- oder Buchenlaub und fein zerfallenem Weißholzmulm aus Laubholz wie Buche oder Eiche. Ein kleiner Anteil Sand greift die Herkunft aus den sandigen Böden Floridas auf und hält die Mischung locker. Nadelholz, Torf in größeren Mengen und gedüngte Blumenerde gehören nicht hinein. Die unteren Schichten bleiben gleichmäßig feucht, ohne nass zu sein, die Oberfläche darf leicht abtrocknen. Obenauf liegt eine großzügige Schicht aus Falllaub, dazu einige morsche Weißholzstücke, die die Tiere langsam verwerten und die vor allem für die Eiablage wichtig sind. Abgefressenes Laub und aufgebrauchtes Substrat werden regelmäßig ergänzt, ohne den Boden komplett auszutauschen.

Klima und Beleuchtung

Die Art stammt aus dem warmen, subtropischen Klima Floridas und fühlt sich bei normaler Zimmertemperatur bis etwa 27 °C wohl; um 22 bis 26 °C ist ein guter Bereich. Kurzzeitig kühlere Nächte werden gut vertragen, dauerhaft kalte Standorte und Staunässe sollte man vermeiden. Entscheidend ist ein Feuchtegefälle im Boden: unten gleichmäßig feucht, oben etwas trockener. Gewässert wird gezielt in eine Ecke oder durch leichtes Übersprühen, sobald die oberen Zentimeter spürbar abtrocknen. Eine Heizmatte ist meist überflüssig; falls nötig, nur seitlich an einer kleinen Fläche, damit der Boden nicht austrocknet. Direkte Sonne auf dem Becken führt schnell zur Überhitzung und ist zu vermeiden.

Fütterung und Kalziumversorgung

Als Zersetzer frisst der Florida-Tausendfüßer vor allem angerottetes Laub, morsches Holz und andere organische Reste aus dem Boden. Eine gute Laub- und Mulmschicht ist daher die wichtigste Futterquelle. Ergänzend werden ein- bis zweimal pro Woche kleine Portionen Gemüse und Obst angeboten, etwa Gurke, Zucchini, Karotte, Süßkartoffel, Apfel, Birne oder Banane. Gelegentlich darf etwas Eiweiß dazukommen, zum Beispiel ein wenig Fischfutter, getrocknete Bachflohkrebse oder spezielles Tausendfüßerfutter. Reste werden nach ein bis zwei Tagen entfernt, bevor sie schimmeln. Gefüttert wird am besten abends, wenn die Tiere aktiv werden.

Häutung im Substrat

Tausendfüßer wachsen durch Häutungen und bekommen dabei als Jungtiere mit jeder Häutung neue Körperringe und Beinpaare hinzu. Vor der Häutung zieht sich der Florida-Tausendfüßer tief in den Boden zurück und legt eine kleine Kammer an, in der er mehrere Wochen ruhen kann. In dieser Zeit ist er besonders empfindlich: Tiere, die sich eingegraben haben, sollten nicht ausgegraben oder umgesetzt werden. Frisch gehäutete Tiere sind auffallend hell und weich und färben erst nach einigen Tagen nach. Ausreichend tiefes, gleichmäßig feuchtes Substrat und eine gute Kalkversorgung sind die wichtigsten Voraussetzungen für gelungene Häutungen; die alte Haut wird häufig gefressen und darf im Becken bleiben. Für einen festen Panzer sollten Sepiaschale, zerstoßene Eierschalen oder Kalkpulver stets im Substrat vorhanden sein.

Fortpflanzung

Die Geschlechter lassen sich bei erwachsenen Tieren gut unterscheiden: Bei Männchen sind die Beinpaare am siebten Körperring zu Begattungsorganen umgebildet, sodass dort eine deutliche Lücke in der Beinreihe sichtbar ist. Weibchen haben an dieser Stelle normal ausgebildete Beine. Die Art gilt als saisonaler Vermehrer; bei Narceus findet die Paarung meist im Frühjahr bis Frühsommer statt, und eine Zunahme der Feuchtigkeit bringt die Tiere dann häufig an die Oberfläche. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln ab und hüllen jedes in eine kleine Kapsel aus gekautem Substrat und Kot. Dafür benötigen sie reichlich morsches Weißholz und eine ungestörte, feuchte Substratschicht. Die winzigen Jungtiere schlüpfen nach einigen Wochen mit nur wenigen Körperringen und wachsen langsam heran; Narceus-Arten werden nach etwa ein bis zwei Jahren geschlechtsreif. Jungtiere können im Becken der Eltern bleiben, wenn genug Laub und Mulm vorhanden sind.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsen erreicht Narceus gordanus etwa 6 bis 12 cm Länge bei bis zu rund 13 mm Durchmesser und besitzt dann 45 bis 65 Körperringe. Er ist kräftig und gedrungen gebaut und bleibt im Mittel etwas kürzer als der Amerikanische Riesentausendfüßer. Zur Lebenserwartung liegen für diese Art nur wenige gesicherte Daten vor; aus der Haltung nahe verwandter Narceus-Arten werden bis zu etwa zehn Jahre berichtet. Bei guter Pflege kann man vorsichtig mit mehreren Jahren, oft fünf bis zehn Jahren, rechnen.

Wehrsekrete und Sicherheit

Wie alle Riesentausendfüßer ist auch diese Art völlig harmlos und weder giftig beißend noch stechend. Fühlt sie sich bedroht, rollt sie sich zu einer festen Spirale ein und schützt so Kopf und Unterseite. Bei stärkerer Störung gibt sie aus Drüsen an den Körperseiten ein übel riechendes Sekret ab, das reizende Benzochinone enthält. Es kann die Haut für einige Tage bräunlich bis orangefarben verfärben und empfindliche Haut reizen; in Augen oder Schleimhäuten brennt es deutlich. Nach jedem Kontakt sollten deshalb die Hände gründlich mit Seife gewaschen werden, und man sollte sich vorher nicht ins Gesicht oder an die Augen fassen. Kinder sollten die Tiere nur unter Aufsicht in die Hand nehmen. Wer die Tiere ruhig und selten anfasst, erlebt das Sekret kaum.

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