Endler-Guppy „Doppelschwert“, Poecilia wingei
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Endler-Guppy „Doppelschwert“, Poecilia wingei
| Deutscher Name: | Endler-Guppy „Doppelschwert“ |
| Wissenschaftlich: | Poecilia wingei |
| Synonyme: | Endlers Guppy, Endler-Lebendgebärender, Endlers Livebearer, Campoma-Guppy, Endler |
| Herkunft: | Nordostvenezuela (Paria-Halbinsel, Campoma-Region); im Handel als Nachzucht |
| Gesellschafts-Aquarium: | Friedlich; als Gruppe mit mehr Weibchen als Männchen halten |
| Wasserwerte: | Süßwasser, neutral bis leicht alkalisch, mittelhart bis hart; Salz nicht nötig |
| Temperatur: | ca. 22–27 °C |
| Beckengröße: | ab ca. 30 Litern für eine kleine Gruppe |
| Bepflanzung: | Dicht bepflanzt mit Schwimmpflanzen, Moos und freiem Schwimmraum |
| Futter: | Allesfresser: feines Flocken-, Frost- und Lebendfutter plus pflanzliche Anteile |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen kleiner und bunt mit Gonopodium; Weibchen größer und unauffällig |
| Zucht möglich: | Lebendgebärend; Nachwuchs ohne Brutpflege, Jungfische brauchen Verstecke |
| Maximale Größe: | Männchen ca. 2–3 cm, Weibchen ca. 3–4,5 cm |
| Liefergröße: | ca. 1,5-2,5 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Adulte größere Garnelen meist gut verträglich; Garnelennachwuchs wird gefressen |
Herkunft von Endler-Guppy „Doppelschwert“ (Poecilia wingei)
Der Endler-Guppy stammt aus dem Nordosten Venezuelas. Die Art wurde im Jahr 2005 als Poecilia wingei wissenschaftlich beschrieben und lebt in der Küstenregion der Paria-Halbinsel, vor allem in Lagunen, Bächen und Kanälen rund um Campoma und Cumaná. Entdeckt wurde der kleine Lebendgebärende bereits 1937, bekannt wurde er in der Aquaristik jedoch erst durch die Wiederentdeckung im Jahr 1975 an der Laguna de Patos. Diese Typuslokalität gilt heute wegen Verschmutzung als erloschen, und die Art wird in der Roten Liste als gefährdet geführt. Dass der Endler-Guppy eine eigene Art ist und nicht bloß eine Form des Guppys, wurde lange diskutiert; molekulare Untersuchungen sprechen für eine eigenständige Art, und die maßgeblichen Datenbanken führen sie als gültig. Zugleich lässt sie sich mit dem Guppy kreuzen und bringt fruchtbare Nachkommen hervor. Die Tiere im Handel sind Nachzuchten aus langjähriger Linienzucht. Die Zuchtform „Doppelschwert“ zeigt bei den Männchen nach oben und unten verlängerte Schwanzflossenstrahlen. Da viele im Handel angebotene Endler-Guppys Kreuzungen mit Guppys sein können, ist die genaue Abstammung einzelner Stämme nicht immer sicher belegt.
Vergesellschaftung
Endler-Guppys sind ausgesprochen friedliche, lebhafte Schwarmfische, die sich gut in kleinen Gesellschaftsaquarien halten lassen. Die Männchen balzen fast ununterbrochen, was für die Weibchen anstrengend sein kann. Deshalb sollte man immer mehr Weibchen als Männchen pflegen, als Faustregel zwei bis drei Weibchen pro Männchen. Als Mitbewohner passen ruhige, kleine Fische wie Zwergbärblinge, kleine Salmler, Panzerwelse oder Zwergkampffische eher nicht, da deren Flossenzupfen oder Futterneid die zarten Schwanzflossen belasten kann. Gut geeignet sind friedliche Bodenbewohner und andere ruhige Arten ähnlicher Größe. Von der Vergesellschaftung mit Guppys wird abgeraten, wenn man die Linie sortenrein halten möchte, da beide Arten sich verpaaren und fruchtbare Mischlinge entstehen. Auch mit Platys oder Schwertträgern sind unerwünschte Kreuzungen nicht zu erwarten, jedoch sind die größeren Tiere oft zu ruppig. Am besten gedeiht eine reine Endler-Gruppe oder eine Vergesellschaftung mit sehr friedlichen Arten.
Passende Wasserparameter
Endler-Guppys sind anpassungsfähig und kommen mit den meisten Leitungswasserwerten gut zurecht. Wohl fühlen sie sich in neutralem bis leicht alkalischem Wasser mit mittlerer bis hoher Härte; ein pH-Wert um 7 bis 8 und eine Gesamthärte im mittleren bis harten Bereich sind eine gute Orientierung. Sehr weiches, saures Wasser sollte vermieden werden. Obwohl einige Lebensräume in Küstennähe leicht brackig beeinflusst sein können, gilt die Art als Süßwasserfisch, und Salzzugabe ist im normalen Aquarium nicht nötig. Wichtiger sind saubere Verhältnisse: Bei kleinen Becken sollten regelmäßige Teilwasserwechsel erfolgen, und die Nitritwerte müssen unauffällig bleiben. Eine sanfte Filterung ohne starke Strömung ist ideal, denn die kleinen Tiere mit langen Flossen schwimmen lieber in ruhigem Wasser.
Haltungstemperatur
Als angenehme Haltungstemperatur gelten etwa 22 bis 27 °C, meist liegt der Bereich um 24 bis 26 °C. Bei höherer Temperatur laufen Stoffwechsel und Fortpflanzung schneller ab, die Tiere werden früher geschlechtsreif und altern meist schneller. Wer eine längere Lebensdauer anstrebt, hält sie im mittleren Bereich. Längere Zeit unter 20 °C sollte man vermeiden, und starke Temperaturschwankungen sind bei der geringen Größe der Tiere belastend.
Beckengröße
Für eine kleine Gruppe genügt ein Aquarium ab etwa 30 Litern. Da die Tiere sich leicht vermehren, ist ein etwas größeres Becken ab 40 bis 60 Litern auf Dauer sinnvoller, weil die Wasserqualität stabiler bleibt und der Bestand wachsen darf. Ein dicht abgedecktes Aquarium ist empfehlenswert, denn Endler-Guppys springen gelegentlich, vor allem bei Störungen oder beim Balzen.
Bepflanzung
Eine dichte Bepflanzung gibt den Tieren Sicherheit und dem Nachwuchs wichtige Verstecke. Gut bewährt haben sich Javamoos, feinfiedrige Pflanzen wie Hornkraut oder Wasserpest sowie Schwimmpflanzen, deren Wurzeln den Jungfischen Schutz bieten. Zugleich sollte im Vordergrund freier Schwimmraum bleiben, in dem die Männchen ihre Balz zeigen können. Feiner Sand oder Kies in dunkleren Tönen lässt die Farben der Männchen besonders gut zur Geltung kommen. Wurzeln und Steine bieten zusätzliche Strukturen, dürfen aber das Wasser nicht stark weich machen.
Futter
Der Endler-Guppy ist ein Allesfresser, der in der Natur kleine Bodentiere und Detritus verzehrt. Im Aquarium nimmt er feines Flockenfutter, Mikrogranulat, Frostfutter wie Artemia oder Cyclops und lebende Kleinkrebse gern an. Wichtig sind pflanzliche Anteile, etwa Spirulina-Flocken oder blanchierte Gemüsestückchen, sowie Algenaufwuchs, an dem die Tiere gerne knabbern. Gefüttert wird lieber mehrmals täglich in kleinen Mengen, die in wenigen Minuten gefressen sind, da die Tiere nur winzige Mägen haben und Futterreste das Wasser in kleinen Becken schnell belasten.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter unterscheiden sich deutlich, sobald die Tiere ausgewachsen sind. Die Männchen sind kleiner, schlanker und bunt gezeichnet; ihre Afterflosse ist zum Begattungsorgan (Gonopodium) umgebildet. Bei der Form „Doppelschwert“ tragen sie zusätzlich sowohl am oberen als auch am unteren Rand der Schwanzflosse verlängerte Strahlen. Die Weibchen sind größer, rundlicher und meist unauffällig graubraun gefärbt; trächtige Tiere zeigen einen dunklen Fleck am Bauch. Bei den angebotenen Jungtieren von etwa 1,5 bis 2,5 cm lässt sich das Geschlecht oft noch nicht sicher bestimmen, und die Färbung der Männchen entwickelt sich erst mit der Zeit.
Zucht
Der Endler-Guppy ist lebendgebärend und vermehrt sich im Aquarium freudig. Die Weibchen tragen meist etwa drei bis vier Wochen und bringen dann einige bis mehrere Dutzend voll entwickelte Jungfische zur Welt, die sofort schwimmen und Futter wie frisch geschlüpfte Artemia oder fein zerriebenes Flockenfutter annehmen. Eine Brutpflege gibt es nicht, und erwachsene Tiere fressen Jungfische gelegentlich. Dichte Pflanzen, Moos oder ein Ablaichkasten erhöhen die Überlebensrate. Wer eine Linie rein halten möchte, sollte Endler-Guppys nicht mit Guppys zusammen pflegen und auf eine möglichst breite Elterngruppe achten, da Inzucht die Vitalität verringern kann. Ob die Doppelschwert-Merkmale an den Nachwuchs vererbt werden, hängt von der Zuchtlinie ab.
Endgröße
Ausgewachsene Männchen bleiben meist bei etwa 2 bis 3 cm, die Weibchen werden mit rund 3 bis 4,5 cm etwas größer. Die angebotenen Jungtiere mit 1,5 bis 2,5 cm sind noch nicht ausgewachsen und entwickeln ihre Endfärbung und die Verlängerung der Schwanzflosse erst in den folgenden Wochen. Die Lebenserwartung liegt bei guter Pflege häufig bei etwa zwei bis drei Jahren.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Erwachsene, größere Garnelen wie Neocaridina-Arten oder Amanogarnelen werden in der Regel nicht ernsthaft bedrängt, da der Endler-Guppy ein sehr kleines Maul hat. Bei sehr kleinen oder gerade gehäuteten adulten Zwerggarnelen kann es jedoch zu Neugier und Anknabbern kommen. Garnelennachwuchs gehört dagegen zum natürlichen Beuteschema: Frisch geschlüpfte Jungtiere werden gefressen, wenn sie nicht ausreichend Schutz finden. Dichtes Moos, Wurzeln und feine Pflanzen erhöhen die Überlebensrate, eine sichere Aufzucht ist aber nicht garantiert. Wer ungestört Garnelen vermehren möchte, hält sie besser in einem eigenen Becken.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.