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Chinesische Falltürspinne, Cyclocosmia latusicosta

Tiefe Falltürröhre

Formstabiler Bodengrund ermöglicht die tiefe Wohnröhre

Markanter Schutzschild

Der gerippte Hinterleib verschließt die Röhre passgenau

Verborgene Lauerjägerin

Lauert meist unsichtbar direkt unter ihrer getarnten Falltür

Mäßig warm halten

Leicht feucht pflegen und hohe Fallräume konsequent meiden

Chinesische Falltürspinne, Cyclocosmia latusicosta


Auf einen Blick: Chinesische Falltürspinne, Cyclocosmia latusicosta
Deutscher Name:Chinesische Falltürspinne
Wissenschaftlich:Cyclocosmia latusicosta
Synonyme:Chinesische Sanduhrspinne, Chinesische Sanduhr-Falltürspinne
Herkunft:Südliches China und nördliches Vietnam
Lebensweise:Ausgesprochen standorttreuer Bodenbewohner in einer senkrechten Falltürröhre
Aktivitätszeit:Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv; meist verborgen lauernd
Haltungstyp:Einzelhaltung im tief befüllten Bodenterrarium
Mindestgröße des Terrariums:Ab etwa 20 × 20 cm Grundfläche mit mindestens 15–20 cm Bodengrund
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Mäßig warm, gut belüftet und im Untergrund gleichmäßig leicht feucht
Bodengrund:Formstabile Mischung aus Erde, Lehm und grabfähigen Zuschlägen
Verstecke und Gespinst:Seidenausgekleidete Wohnröhre mit getarnter, angeschlagener Falltür
Futter:Passend große Heimchen, Schaben und andere geeignete Futtertiere
Gift und Abwehrverhalten:Rückzug, Verschließen der Röhre mit dem Hinterleib; schmerzhafter Biss möglich
Körpergröße und Beinspannweite:Körperlänge etwa 2–3,4 cm; Beinspannweite ungefähr 5–7 cm
Lebenserwartung:Nicht belastbar dokumentiert; als mygalomorphe Falltürspinne mehrjährig
Im Detail: Chinesische Falltürspinne, Cyclocosmia latusicosta

Herkunft und Lebensraum von Chinesische Falltürspinne (Cyclocosmia latusicosta)

Cyclocosmia latusicosta stammt aus dem südlichen China und dem nördlichen Vietnam. Wissenschaftlich belegte Nachweise liegen aus den chinesischen Provinzen Guangxi und Yunnan sowie aus den vietnamesischen Provinzen Vinh Phuc und Ninh Binh vor. Zu den Fundgebieten gehören unter anderem Regionen nahe der chinesisch-vietnamesischen Grenze, der Tam-Dao-Nationalpark und der Cuc-Phuong-Nationalpark. Einzelne Tiere wurden außerdem auf einer Kautschukplantage gefunden. Die Art bewohnt tropische bis subtropische Landschaften, hält sich dort jedoch nicht offen auf. Typisch sind steile oder geneigte Erdböschungen mit sandig-lehmigem, grabfähigem Boden und einer schützenden Schicht aus feuchtem Laub. In diesen Boden gräbt die Spinne eine annähernd senkrechte Wohnröhre. Eine untersuchte Röhre war ungefähr 16 cm tief und innen mit einer dünnen Seidenschicht ausgekleidet. Der Eingang wurde von einer aus Erde, Moos und Gespinst aufgebauten Falltür verschlossen. Das Mikroklima in der Röhre ist ausgeglichener und feuchter als die offenere Umgebung. Für die Terrarienhaltung ist deshalb nicht eine dauerhaft nasse Oberfläche entscheidend, sondern ein tiefer, strukturstabiler Bodengrund, der im Inneren eine leichte Grundfeuchte hält. Der verbreitete Name „Chinesische Sanduhrspinne“ ist kein eindeutig festgelegter Artname und wird im Handel auch für andere Cyclocosmia-Arten verwendet.

Lebensweise und Haltungstyp

Diese Falltürspinne verbringt nahezu ihr gesamtes Leben in einer selbst gegrabenen, mit Seide ausgekleideten Röhre. Am Eingang sitzt eine bewegliche Falltür, die mit Bodenteilchen und Pflanzenresten so gut getarnt wird, dass sie kaum zu erkennen ist. Die Spinne lauert unmittelbar darunter auf vorbeilaufende Beute und zieht geeignete Futtertiere blitzschnell in den Gang. Sie ist kein Tier für ein häufig sichtbares Schauterrarium: Oft sind nur Veränderungen an der Falltür oder kurze nächtliche Jagdmomente zu beobachten. Ihre ausgeprägte Standorttreue macht sie besonders für geduldige Halter interessant, die natürliches Verhalten wichtiger finden als ständige Sichtbarkeit. Die Haltung erfolgt einzeln.

Terrarium

Für ein adultes Tier eignet sich ein kompakter, ausbruchsicherer Behälter ab ungefähr 20 × 20 cm Grundfläche. Entscheidender als eine große Bodenfläche ist eine nutzbare Substrattiefe von mindestens 15–20 cm, bei kräftigen Weibchen gern mehr. Über der fertig eingefüllten Erde sollte nur wenig freier Raum bleiben, denn schwere mygalomorphe Spinnen können sich bereits bei kurzen Stürzen verletzen. Gleichzeitig muss genügend Platz für die Falltür und das Öffnen des Behälters vorhanden sein. Seitliche Lüftungsflächen oder eine gut gesicherte Kreuzbelüftung helfen, stehende Nässe und Schimmel zu vermeiden. Wartungsarbeiten sollten möglich sein, ohne die Wohnröhre regelmäßig zu erschüttern oder freizulegen.

Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe

Der Bodengrund ist der wichtigste Teil der Einrichtung. Lockeres Kokoshumus allein kann beim Röhrenbau nachgeben und ist daher höchstens als Bestandteil einer Mischung sinnvoll. Bewährt ist ein fest andrückbares Gemisch aus ungedüngter Erde, lehmigem Boden und grabfähigen Zuschlägen. Es muss eine senkrechte Röhre dauerhaft tragen, darf aber nicht zu hart verdichtet sein. Eine leicht schräge Oberfläche und etwas Laub, Moos oder Rindenbruch bieten Material zum Tarnen der Falltür. Ein schmaler, vorgestochener Anfangsgang kann die Anlage einer Röhre erleichtern, sollte die Spinne aber nicht in eine ungeeignete Richtung zwingen. Dekorationen müssen stabil auf dem Beckenboden stehen, damit sie nicht durch Untergraben absacken.

Klima und Beleuchtung

Eine mäßig warme Haltung bei ungefähr 20–25 °C ist für diese aus tropischen bis subtropischen Regionen stammende Art praktikabel. Eine leichte nächtliche Abkühlung ist sinnvoll; dauerhafte Temperaturen über etwa 28 °C sollten vermieden werden. Der tiefere Bodengrund wird gleichmäßig leicht feucht gehalten, ohne schlammig oder vernässt zu sein. Die Oberfläche darf zeitweise etwas abtrocknen, während in der Tiefe eine stabile Restfeuchte erhalten bleibt. Starre Luftfeuchtewerte sind weniger aussagekräftig als der Zustand des Substrats. Gute Belüftung ist trotz der benötigten Bodenfeuchte unverzichtbar. Kondenswasser, muffiger Geruch und dauerhaft nasse Scheiben weisen auf zu viel Wasser oder zu wenig Luftaustausch hin.

Fütterung und Wasserversorgung

Cyclocosmia latusicosta ist eine Lauerjägerin. Geeignet sind lebende Heimchen, Schaben, Grillen und vergleichbare wirbellose Futtertiere in einer zur Spinne passenden Größe. Die Beute wird am besten abends in unmittelbarer Nähe der Falltür angeboten. Da die Art einen ruhigen Stoffwechsel besitzt und häufig lange verborgen bleibt, ist ein starrer Futterplan wenig sinnvoll. Körperzustand, Alter, Temperatur und bevorstehende Häutungen beeinflussen die Futteraufnahme deutlich. Nicht angenommene Futtertiere müssen spätestens am folgenden Tag entfernt werden, damit sie die Spinne während einer Häutung nicht stören oder verletzen. Sauberes Wasser kann in einem sehr flachen, standfesten Gefäß angeboten werden, ohne den Bereich über der Wohnröhre zu überfluten.

Häutung

Vor einer Häutung stellt die Spinne die Nahrungsaufnahme häufig für längere Zeit ein und kann ihre Falltür besonders fest verschließen. Die Röhre darf dann keinesfalls geöffnet oder ausgegraben werden. Auch nach der Häutung benötigt der neue Außenpanzer Zeit zum Aushärten, bevor wieder gefüttert wird. Während dieser Phase bleibt die Grundfeuchte des Bodens stabil, Staunässe ist jedoch weiterhin zu vermeiden. Futtertiere dürfen nicht im Terrarium verbleiben. Eine geschlossene Falltür ist bei dieser ausgesprochen verborgenen Art allein kein Notfallzeichen; wiederholtes Kontrollieren verursacht mehr Risiko als Nutzen.

Einzelhaltung und sicherer Umgang

Diese Spinne ist ein reines Beobachtungstier und sollte nicht auf die Hand genommen werden. Außerhalb ihrer Röhre bewegt sie sich vergleichsweise unsicher, kann plötzlich flüchten und ist durch Stürze gefährdet. Für notwendige Umsetzungen sind ein Fangbecher, ein langer weicher Pinsel und ein ruhig vorbereiteter Arbeitsbereich deutlich sicherer. Direkter Kontakt ist zu vermeiden. Die Wirkung des Giftes ist für diese Art medizinisch nicht ausreichend untersucht; ein Biss kann aufgrund der kräftigen Giftklauen zudem mechanisch schmerzhaft sein. Cyclocosmia latusicosta besitzt keine Brennhaare wie viele amerikanische Vogelspinnen.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen wirken gedrungen und besitzen kräftigere, relativ kürzere Beine. Wissenschaftlich vermessene Weibchen erreichten einschließlich der Giftklauen ungefähr 1,7–3,4 cm Körperlänge. Adulte Männchen wurden mit rund 2,0–2,1 cm gemessen und tragen längere Beine sowie deutlich umgebildete Begattungstaster. Anders als bei vielen anderen Falltürspinnen bleibt auch beim Männchen die auffällige, scheibenförmige Hinterleibsspitze erhalten. Eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung gelingt anhand äußerer Merkmale meist erst bei weiter entwickelten oder adulten Tieren. Bei Jungtieren ist eine Untersuchung geeigneter Häutungsreste aussagekräftiger als eine bloße Einschätzung von Körperform oder Färbung.

Fortpflanzung

Zur Fortpflanzung von Cyclocosmia latusicosta liegen nur wenige detaillierte Haltungsangaben vor. Wissenschaftlich untersuchte Männchen wurden teilweise aus bereits gesammelten, heranwachsenden Tieren aufgezogen. Eine kontrollierte Verpaarung sollte ausschließlich erfahrenen Haltern vorbehalten bleiben, da die Partner in getrennten Röhren leben und bei direktem Kontakt Verletzungs- oder Beuterisiko besteht. Voraussetzung sind sicher bestimmte, geschlechtsreife Tiere, ein störungsarmer Aufbau und die Möglichkeit, das Männchen jederzeit zu trennen. Belastbare artspezifische Angaben zu Paarungszeit, Kokonentwicklung, Gelegegröße und Aufzuchtrate sind nicht ausreichend verfügbar. Eine Nachzucht darf daher nicht nach allgemeinen Vogelspinnen-Schemata geplant oder als sicherer Erfolg erwartet werden.

Größe und Lebenserwartung

Die in taxonomischen Arbeiten dokumentierte Körperlänge adulter und größerer weiblicher Tiere liegt einschließlich der Giftklauen ungefähr zwischen 1,7 und 3,4 cm. Beschriebene adulte Männchen erreichten etwa 2,0–2,1 cm, besitzen aber längere Beine. Abhängig von Geschlecht, Körperhaltung und Messmethode ist eine Beinspannweite von ungefähr 5–7 cm plausibel. Angaben im Handel fallen teils deutlich unterschiedlich aus; die Spanne sollte deshalb am konkreten Tier überprüft werden. Auffällig ist der breite, abrupt endende Hinterleib mit seiner harten, gerippten Abschlussscheibe.

Gift, Brennhaare und Sicherheit

Bei Störung flüchtet Cyclocosmia latusicosta normalerweise kopfvoran in die Tiefe ihrer Röhre. Dort presst sie die stark verhärtete Scheibe am Hinterleibsende gegen die Röhrenwand und erzeugt so einen widerstandsfähigen falschen Abschluss. Diese als Phragmose bezeichnete Abwehr schützt den weicheren Vorderkörper. Wird die Spinne außerhalb ihres Baus bedrängt oder festgehalten, kann sie sich mit ihren kräftigen Giftklauen verteidigen. Die Giftwirkung beim Menschen ist für diese konkrete Art nicht ausreichend untersucht und darf nicht verharmlost werden. Direkter Kontakt ist daher zu vermeiden. Brennhaare sind nicht vorhanden, da es sich nicht um eine Vogelspinne handelt.

Nice-to-Know

Der Artname latusicosta verweist auf die auffallend breiten Rippen der Hinterleibsscheibe. Anzahl und Form dieser Rippen sowie kleine Vertiefungen auf der Scheibe gehören zu den Merkmalen, anhand derer Fachleute ähnliche Cyclocosmia-Arten unterscheiden. Eine Bestimmung nur nach Herkunft oder Handelsnamen ist unsicher. Der harte Hinterleibsabschluss dient nicht als Falltür, sondern verschließt bei Gefahr den tieferen Röhrenabschnitt. Die eigentliche Falltür befindet sich am Eingang und besteht aus Erde, Pflanzenmaterial und Seide. Gerade diese perfekte Tarnung erklärt, warum selbst gut eingerichtete Tiere nur selten vollständig zu sehen sind.

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