Bunte Baumvogelspinne aus Nachzucht, Avicularia bicegoi
294,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Bunte Baumvogelspinne aus Nachzucht, Avicularia bicegoi
| Deutscher Name: | Bunte Baumvogelspinne aus Nachzucht |
| Wissenschaftlich: | Avicularia bicegoi |
| Synonyme: | Brick Red Pinktoe, Grizzled Pinktoe, Brazilian Pinktoe |
| Herkunft: | Venezuela und nördliches Brasilien, besonders der Amazonasraum |
| Lebensweise: | Baumbewohnend; lebt in erhöhten Verstecken und Gespinströhren |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, bei Störung sehr flink |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung im hohen, ausbruchsicheren Baumvogelspinnen-Terrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Adult etwa 30 × 30 × 40 cm, mit wirksamer Quer- und Deckellüftung |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Warm und mäßig feucht, etwa 22–27 °C bei stetigem Luftaustausch |
| Bodengrund: | Feuchtigkeitsfähige Terrarienerde, stellenweise leicht feucht, nie vernässt |
| Verstecke und Gespinst: | Senkrechte Korkröhre, Äste, Blattwerk und viele Gespinstanker |
| Futter: | Passend große Heimchen, Grillen, Schaben oder Heuschrecken |
| Gift und Abwehrverhalten: | Flucht, Sprünge, Kotabgabe, direkter Brennhaarkontakt und möglicher Biss |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Etwa 5–6 cm Körperlänge und ungefähr 14–18 cm Beinspannweite |
| Lebenserwartung: | Weibchen etwa 10–15 Jahre, Männchen häufig etwa 2–4 Jahre |
Herkunft und Lebensraum von Bunte Baumvogelspinne aus Nachzucht (Avicularia bicegoi)
Avicularia variegata stammt aus dem nördlichen Südamerika. Das wissenschaftlich bestätigte Verbreitungsgebiet umfasst Venezuela und Brasilien; für Brasilien liegen Nachweise unter anderem aus den Bundesstaaten Roraima, Amapá, Amazonas und Pará vor. Die historischen Fundorte der heute zusammengeführten Namen liegen im unteren Amazonasgebiet: Avicularia variegata wurde anhand von Material aus Itacoatiara beschrieben, während das Typusexemplar von Avicularia bicegoi aus Manaus stammt. Besiedelt werden warme, niederschlagsreiche Landschaften mit Gehölzen, darunter tropische Tieflandwälder. Nachweise existieren auch aus baumreichen Bereichen im Umfeld von Manaus. Als baumbewohnende Vogelspinne nutzt die Art erhöhte Spalten, Astgabeln, Rindenbereiche und geeignete Hohlräume, die sie mit einem dichten Wohngespinst auskleidet. Innerhalb ihres weiten Areals treten unterschiedliche Farbformen auf. Die wissenschaftliche Revision unterscheidet mehrere Morphotypen, wertet diese derzeit jedoch als innerartliche Variation. Unter dem früheren Handelsnamen Avicularia bicegoi wurden zudem nicht immer Tiere gesicherter Herkunft angeboten. Ohne dokumentierten Fundort oder nachvollziehbare Zuchtlinie darf daher nicht automatisch angenommen werden, dass ein bestimmtes Farbmuster oder eine Handelslinie aus Manaus stammt.
Lebensweise und Haltungstyp
Diese Vogelspinne lebt überwiegend oberhalb des Bodens. Sie legt ihre Wohnröhre bevorzugt hinter senkrechter Rinde, in einer Korkröhre oder zwischen dicht angeordneten Ästen und Blättern an. Das Gespinst dient als Rückzugsraum, Häutungsplatz und Ausgangspunkt für nächtliche Beutezüge. Im Terrarium hält sich das Tier häufig im oberen Bereich auf und kann dort überraschend schnell die Richtung wechseln oder kurze Sprünge ausführen. Eine stabile, gut strukturierte Einrichtung ist deshalb wichtiger als eine große freie Bodenfläche. Die Haltung erfolgt einzeln; eine dauerhafte Vergesellschaftung ist nicht zu empfehlen.
Terrarium
Für ein adultes Tier eignet sich ein hochformatiges Terrarium von ungefähr 30 × 30 × 40 cm. Entscheidend sind große Lüftungsflächen im oberen Bereich und zusätzliche seitliche Öffnungen, damit verbrauchte, feuchte Luft zuverlässig entweichen kann. Türen und Kabeldurchführungen müssen ausbruchsicher schließen. Eine senkrechte Korkröhre, fest verankerte Äste und Blattwerk schaffen Rückzugsmöglichkeiten und Ansatzpunkte für das Röhrengespinst. Harte oder scharfkantige Dekoration sollte nicht unter bevorzugten Sitzplätzen liegen. Trotz der baumbewohnenden Lebensweise können unkontrollierte Stürze zu schweren Verletzungen führen; offene Fallstrecken sind daher sinnvoll zu unterbrechen.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Eine etwa 5–8 cm hohe Schicht aus ungedüngter Terrarienerde, humoser Walderde oder einem strukturstabilen Kokos-Erde-Gemisch dient vor allem als Feuchtigkeitspuffer. Das Substrat darf stellenweise leicht feucht sein, sollte an der Oberfläche jedoch regelmäßig abtrocknen können. Dauerhaft nasser Boden, stehendes Wasser und sumpfige Verhältnisse sind ungeeignet. Laub und etwas Moos können das Mikroklima unterstützen, dürfen aber die Luftzirkulation nicht behindern. Eine stets gefüllte, standfeste Wasserschale gehört auch bei einer ausgeprägt baumbewohnenden Art zur Grundausstattung.
Klima und Beleuchtung
Bewährt hat sich ein warmer Bereich von etwa 22–27 °C, nachts darf die Temperatur leicht absinken. Eine relative Luftfeuchte von ungefähr 65–80 Prozent kann als Orientierung dienen, ist aber niemals wichtiger als frische Luft. Das Terrarium sollte nicht dauerhaft nass gehalten werden. Besser sind eine gefüllte Wasserschale, zeitweise leicht feuchte Substratzonen und gelegentliche Wassertropfen an einer Seitenwand. Zwischen den Befeuchtungen muss Feuchtigkeit wieder abziehen können. Stauluft in Verbindung mit Nässe begünstigt Schimmel und belastet besonders Jungtiere. Heizmatten unter dem Terrarium und punktuell stark aufheizende Lampen sind ungeeignet; falls Zusatzwärme nötig ist, wird vorzugsweise der Raum kontrolliert temperiert.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende, zur Körpergröße passende Futtertiere wie Heimchen, Grillen, Schaben oder kleine Heuschrecken. Jungtiere erhalten entsprechend kleinere Beute, bei Bedarf auch frisch getötete Futtertiere. Die Futtermenge richtet sich nach Ernährungszustand, Wachstum und Häutungsrhythmus; ein prall gespanntes Hinterleib ist kein Fütterungsziel. Nicht angenommene Beute sollte spätestens am Folgetag entfernt werden, vor einer Häutung sofort. Wirbeltiere sind für eine ausgewogene Terrarienfütterung weder erforderlich noch empfehlenswert. Sauberes Trinkwasser muss ständig verfügbar sein.
Häutung
Avicularia variegata häutet sich meist innerhalb eines verstärkten Gespinstes im oberen Terrarienbereich. Vorher werden Futterverweigerung, geringere Aktivität und eine dichtere Versiegelung des Rückzugs beobachtet. In dieser Phase darf das Gespinst nicht geöffnet oder umgebaut werden. Sämtliche Futtertiere sind zu entfernen, da sie die wehrlose Spinne verletzen können. Auch nach der Häutung bleibt das Tier ungestört, bis die Fangklauen vollständig ausgehärtet und dunkel gefärbt sind. Erst dann wird vorsichtig wieder gefüttert. Eine gute Wasserversorgung und mäßige Feuchte unterstützen den Ablauf; starkes Sprühen direkt auf Tier oder Gespinst ist zu vermeiden.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Freies Handling ist nicht zu empfehlen. Die Art gilt zwar häufig als eher fluchtbereit als angriffslustig, kann aber blitzartig loslaufen, springen oder sich unvermittelt fallen lassen. Schon ein Sturz aus geringer Höhe kann das Hinterleib schwer verletzen. Hinzu kommen Brennhaare des Typs II, die bei direktem Kontakt übertragen werden können, sowie das grundsätzlich vorhandene Biss- und Giftrisiko. Für Pflegearbeiten wird das Tier besser mit einem Fangbecher und einem langen, weichen Hilfsmittel gesichert. Arbeiten sollten bei geschlossenen Türen, ruhiger Umgebung und möglichst bodennah erfolgen.
Geschlechtsunterschiede
Ausgewachsene Weibchen wirken meist kräftiger und besitzen einen kompakteren Hinterleib. Reife Männchen sind häufig schlanker und langbeiniger. Nach der Reifehäutung tragen sie verdickte, zu Begattungsorganen umgebildete Enden der Pedipalpen sowie eine artspezifische Tibiaapophyse am ersten Beinpaar. Eine verlässliche Geschlechtsbestimmung jüngerer Tiere erfolgt am besten anhand einer gut erhaltenen Exuvie. Eine bloße Beurteilung von Körperbau oder Färbung ist besonders bei Jungtieren unsicher.
Fortpflanzung
Für einen Zuchtversuch werden ausschließlich sicher bestimmte, geschlechtsreife und gut konditionierte Tiere zusammengebracht. Das Männchen wird kontrolliert in das Terrarium des Weibchens gesetzt; mehrere Fluchtwege und eine jederzeit mögliche Trennung sind wichtig. Die Begegnung muss überwacht werden, da Verletzungen und Kannibalismus nicht ausgeschlossen sind. Nach erfolgreicher Paarung wird das Männchen wieder separat gehalten. Ein später angelegter Eikokon und das umgebende Gespinst sollten möglichst wenig gestört werden. Bei der Aufzucht der Jungtiere sind kleine, hochformatige Behälter mit vielen Gespinstankern, zuverlässiger Querlüftung und nur mäßiger Feuchte besonders wichtig.
Größe und Lebenserwartung
Weibchen erreichen meist etwa 5–6 cm Körperlänge; die Beinspannweite wird in Haltungsangaben häufig mit ungefähr 14–18 cm beschrieben. Reife Männchen bleiben gewöhnlich schlanker und können trotz geringerer Körpermasse langbeinig erscheinen. Für einzelne Zuchtlinien finden sich abweichende, teils deutlich größere Angaben. Die Endgröße sollte deshalb anhand der dokumentierten Linie geprüft und nicht allein aus dem früheren Handelsnamen Avicularia bicegoi abgeleitet werden. Weibchen können bei guter Haltung etwa 10–15 Jahre leben. Männchen reifen früher und erreichen häufig nur ungefähr 2–4 Jahre Gesamtlebenszeit, wobei individuelle Abweichungen möglich sind. Lebenserwartung: Weibchen etwa 10–15 Jahre, Männchen häufig etwa 2–4 Jahre.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Bei Störung flüchtet die Art häufig schnell in ihr Gespinst, kann aber auch springen oder Kot gezielt in Richtung eines Störers abgeben. Wie andere Vertreter der Gattung besitzt sie Brennhaare des Typs II. Diese werden nicht als lockere Wolke abgestreift, sondern vor allem durch direkten Kontakt des Hinterleibs mit einem Angreifer übertragen. Sie können Haut und Schleimhäute reizen und dürfen keinesfalls in Augen oder Atemwege gelangen. Ein Biss ist ebenfalls möglich und kann Schmerzen sowie lokale Schwellungen verursachen; belastbare medizinische Daten speziell zu dieser Art sind begrenzt. Bei starken, anhaltenden oder allergischen Reaktionen ist medizinische Hilfe erforderlich.
Nice-to-Know
Jungtiere unterscheiden sich farblich deutlich von ausgewachsenen Tieren. Sie zeigen ein rötliches Hinterleibsmuster mit dunklen Zeichnungselementen, das sich im Laufe des Wachstums verändert. Bei adulten Tieren variiert die Färbung regional: Beschrieben sind unter anderem graue bis grünlich schimmernde Beine, helle oder gelbliche Beinringe und unterschiedlich kräftige rötliche Haare am Hinterleib. Avicularia bicegoi wurde 2017 mit Avicularia variegata synonymisiert. Der alte Name ist im Handel weiterhin anzutreffen, lässt ohne Herkunftsnachweis aber keine sichere Aussage über Morphotyp oder Fundort zu.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel innerhalb von 30 bis 45 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)