Baumvogelspinne aus Nachzucht, Avicularia lynnae
235,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Baumvogelspinne aus Nachzucht, Avicularia lynnae
| Deutscher Name: | Baumvogelspinne aus Nachzucht |
| Wissenschaftlich: | Avicularia lynnae |
| Synonyme: | keine gebräuchlichen Synonyme bekannt |
| Herkunft: | Ecuador und Peru, westliches Amazonasgebiet |
| Lebensweise: | Baumbewohnend; legt erhöhte Gespinstrückzüge an |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung im gut querbelüfteten Hochterrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für adulte Tiere etwa 20 × 20 × 30 cm, geräumiger vorteilhaft |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Warm, etwa 22–26 °C; leicht feucht und sehr gut belüftet |
| Bodengrund: | Feuchtigkeitsspeichernd, aber niemals vernässt |
| Verstecke und Gespinst: | Senkrechte Korkrinde, Blattwerk und erhöhte Ankerpunkte |
| Futter: | Passende lebende Futterinsekten |
| Gift und Abwehrverhalten: | Flucht, Sprünge, Brennhaare des Typs II und möglicher Biss |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Im Handel werden etwa 10–14 cm Beinspannweite genannt; nicht abschließend belegt |
| Lebenserwartung: | Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor. |
Herkunft und Lebensraum von Baumvogelspinne aus Nachzucht (Avicularia lynnae)
Avicularia lynnae ist aus Ecuador und Peru bekannt. Die wissenschaftlich untersuchten Exemplare stammen aus mehreren Bereichen des westlichen Amazonasraums, darunter Loreto und Madre de Dios in Peru sowie Pastaza in Ecuador. Der Typusfundort liegt am Río Tigre nahe Iquitos. Damit verbindet die Art tropisch-warme Tieflandregionen, deren Wälder durch hohe Niederschläge, dichte Vegetation und zahlreiche erhöhte Versteckmöglichkeiten geprägt sind. Ein dokumentiertes Tier wurde in einem Gespinstrückzug innerhalb eines eingerollten, lebenden Blattes gefunden; ein weiteres gelangte in ein Vogelfangnetz. Diese Beobachtungen stützen die Einordnung als baumbewohnende Vogelspinne, die Blattwerk und andere Strukturen oberhalb des Bodens nutzt. Die wenigen wissenschaftlichen Nachweise verteilen sich allerdings über ein großes Gebiet. Lokale Klimaunterschiede und möglicherweise voneinander abweichende Populationen lassen sich deshalb nicht ausschließen. Zudem wurde die Art wissenschaftlich bislang anhand männlicher Tiere beschrieben; Weibchen und Jungtiere waren in der Erstbeschreibung unbekannt. Herkunftsangaben und Artbestimmungen von Nachzuchten sollten daher besonders sorgfältig dokumentiert werden.
Lebensweise und Haltungstyp
Diese Vogelspinne lebt nicht in einer Bodenröhre, sondern richtet ihren Rückzug erhöht zwischen Blättern, Rindenstücken und geeigneten Spalten ein. Im Terrarium benötigt sie senkrechte Korkrinde, künstliches oder robustes echtes Blattwerk sowie mehrere Berührungspunkte, die sie miteinander verspinnen kann. Tagsüber hält sie sich häufig im Gespinst auf, während sie in der Dämmerung und nachts eher am Eingang oder auf der Einrichtung zu sehen ist. Einzelhaltung ist erforderlich. Trotz der baumbewohnenden Lebensweise sollten harte, scharfkantige Dekorationen und unnötig große freie Fallstrecken vermieden werden, da ein Sturz den Hinterleib schwer verletzen kann.
Terrarium
Für ein adultes Tier ist ein hochformatiges Terrarium ab etwa 20 × 20 × 30 cm ein sinnvoller Ausgangspunkt; etwa 30 × 30 × 40 cm bieten mehr Raum für Einrichtung und ein stabiles Mikroklima. Entscheidend ist weniger ein übermäßig großes Becken als eine sichere, funktionale Struktur mit Querlüftung, senkrechter Korkrinde und dicht erreichbaren Gespinstankern. Lüftungsflächen sollten ausbruchsicher sein. Klemmstellen an Türen sind zu vermeiden, und Wartungsarbeiten gelingen am ruhigsten, wenn sich der Rückzug nicht unmittelbar im Öffnungsbereich befindet.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Eine mehrere Zentimeter hohe Mischung aus ungedüngter Erde, Kokoshumus und etwas strukturgebendem Material eignet sich als Feuchtigkeitspuffer. Der Bodengrund darf stellenweise leicht feucht sein, sollte an der Oberfläche jedoch immer wieder abtrocknen können. Dauerhaft nasses Substrat, stehendes Wasser und ein sumpfiges Klima sind ungeeignet. Laub kann die Oberfläche strukturieren und Feuchtigkeit langsam abgeben. Obwohl die Spinne überwiegend erhöht lebt, schützt ein nicht zu harter Bodengrund bei einem Sturz besser als Stein, Kies oder nacktes Glas.
Klima und Beleuchtung
Als praxisnaher Ausgangsbereich eignen sich tagsüber etwa 22–26 °C, nachts darf die Temperatur etwas absinken. Eine dauerhaft hohe Luftfeuchte bei schlechter Belüftung ist zu vermeiden. Für Avicularia-Arten ist ein kontinuierlicher Luftaustausch besonders wichtig; ideal sind seitliche beziehungsweise gegenüberliegende Lüftungsflächen. Eine stets gefüllte Wasserschale und das gezielte leichte Anfeuchten eines Substratbereichs sind meist sinnvoller als häufiges Besprühen des gesamten Terrariums. Kondenswasser, muffiger Geruch oder dauerhaft nasse Scheiben weisen auf zu wenig Luftaustausch hin. Die artspezifischen Haltungsdaten sind noch lückenhaft, weshalb Temperatur und Feuchte aufmerksam am Verhalten und am Zustand des Terrariums kontrolliert werden sollten.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende, zur Spinne passende Futtertiere wie Grillen, Heimchen, Schaben oder kleinere Heuschrecken. Beute sollte nicht deutlich größer als der Vorderkörper der Spinne sein. Je nach Alter, Körperzustand und Temperatur genügen meist einzelne Fütterungen in angemessenen Abständen; ein straffer Hinterleib ist kein Anlass für zusätzliche Futtergaben. Nicht gefressene Tiere werden wieder entfernt, besonders wenn sich die Spinne zurückzieht oder eine Häutung bevorsteht. Frisches Wasser muss dauerhaft in einer stabil befestigten Schale verfügbar sein.
Häutung
Vor einer Häutung nimmt die Spinne häufig kein Futter mehr an, zieht sich in ihr Gespinst zurück und verschließt dessen Eingang teilweise oder vollständig. Dieser Rückzug darf nicht geöffnet werden. Futtertiere sind zu entfernen, da sie eine wehrlose Spinne während oder kurz nach der Häutung verletzen können. Während dieser Phase helfen eine gefüllte Wasserschale, ein leicht feuchter Substratbereich und zuverlässige Querlüftung. Nach der Häutung wird erst wieder gefüttert, wenn die Fangzähne vollständig ausgehärtet und dunkel gefärbt sind. Die abgestreifte Haut kann zur Geschlechtsbestimmung genutzt werden, sofern sie ausreichend vollständig erhalten ist.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Die Art sollte im Terrarium beobachtet und nicht auf die Hand genommen werden. Baumbewohnende Vogelspinnen können plötzlich beschleunigen, springen oder an glatten Flächen emporklettern. Dabei besteht nicht nur ein Entweichungs-, sondern auch ein erhebliches Sturzrisiko für das Tier. Für Umsetzungen eignen sich ein Fangbecher, ein langer weicher Pinsel und ein geschlossener Arbeitsbereich. Direkter Kontakt mit Brennhaaren und Fangzähnen ist zu vermeiden. Nach Arbeiten am Terrarium sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
Geschlechtsunterschiede
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung basiert auf adulten Männchen; ein sicher bestimmtes Weibchen wurde darin nicht beschrieben. Verlässliche artspezifische äußere Geschlechtsmerkmale für lebende Weibchen lassen sich deshalb derzeit nicht seriös angeben. Bei Nachzuchten ist die Untersuchung einer gut erhaltenen Häutung die schonendste Methode zur Geschlechtsbestimmung. Adulte Männchen besitzen ausgebildete Begattungsorgane an den Pedipalpen und zeigen nach der Reifehäutung häufig ein stärkeres Wanderverhalten.
Fortpflanzung
Zur kontrollierten Nachzucht und zum Paarungsverhalten dieser Art liegen nur wenige belastbare veröffentlichte Angaben vor. Vor einem Zuchtversuch sollten beide Tiere eindeutig bestimmt und geschlechtsreif sein. Die Zusammenführung muss unter ständiger Aufsicht in einem strukturierten, ausreichend großen Behälter erfolgen, da Verletzungen und Kannibalismus möglich sind. Ein Ausweichweg für das Männchen ist unverzichtbar. Wegen der schwierigen Abgrenzung nah verwandter Arten sind lückenlose Herkunftsnachweise besonders wichtig; Tiere mit unsicherer Bestimmung sollten nicht zur Erzeugung vermeintlich artreiner Nachzuchten eingesetzt werden.
Größe und Lebenserwartung
Im Hobby werden für Avicularia lynnae ungefähr 10–14 cm Beinspannweite genannt, während belastbare Vergleichsdaten zu adulten Weibchen fehlen. Der beschriebene männliche Typus besitzt einen rund 10,9 mm langen Carapax. Eine abschließend gesicherte artspezifische Endgröße kann daraus nicht abgeleitet werden; entsprechende Größenangaben sind daher als vorsichtige Orientierung zu verstehen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Bei Störung versucht die Spinne meist zunächst, schnell in ihren Gespinstrückzug zu fliehen; auch unvermittelte Sprünge sind möglich. Avicularia-Arten tragen Brennhaare des Typs II, die vor allem durch direkten Kontakt übertragen werden können. Sie können Haut, Augen und Schleimhäute reizen. Zusätzlich ist ein Biss möglich. Dessen Folgen können Schmerzen, Schwellung und weitere individuelle Beschwerden umfassen. Das Tier sollte daher weder bedrängt noch mit bloßen Händen umgesetzt werden. Bei Augen- oder Schleimhautkontakt, starken Beschwerden oder allergischen Reaktionen ist medizinischer Rat einzuholen.
Nice-to-Know
Die Art wurde erst 2017 wissenschaftlich beschrieben. Das bekannte adulte Männchen zeigt eine braune Grundfärbung mit goldenen kurzen Haaren, orangebraunen längeren Haaren, hellen Beinringen und einem dunklen Längsstreifen auf dem Hinterleib. Über die Färbung sicher bestimmter Weibchen und Jungtiere war in der Erstbeschreibung nichts bekannt. Besonders charakteristisch für die Lebensweise ist der dokumentierte Gespinstrückzug in einem eingerollten lebenden Blatt. Der mitunter verwendete englische Handelsname „Tufted Pink Toe“ ist kein etablierter wissenschaftlicher Name und ersetzt keine sichere Artbestimmung.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel innerhalb von 30 bis 45 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)