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Faden-Fahnenbarsch, Nemanthias carberryi
| Deutscher Name: | Faden-Fahnenbarsch |
| Wissenschaftlich: | Nemanthias carberryi |
| Synonyme: | Fahnenbarsch, Fadenflossen-Fahnenbarsch, Carberryi-Fahnenbarsch, Carberry-Fahnenbarsch, Threadfin Anthias, Carberryi Anthias, Threadfin Goldie |
| Herkunft: | Westlicher Indischer Ozean (Malediven bis Ostafrika und Südafrika) |
| Riffaquarium-tauglich: | Korallen: geeignet; Garnelen und andere Wirbellose: geeignet (Planktonfresser) |
| Verträglichkeit: | Nur in Gruppe ab 5 Tieren (ein Männchen, mehrere Weibchen); friedlich bis halbaggressiv |
| Wasserwerte: | Dichte 1,023–1,025 (ca. 33–35 ‰), pH 8,1–8,4, KH 8–10 °dH |
| Temperatur: | 24–27 °C |
| Beckengröße: | ab ca. 500 Liter mit viel freiem Schwimmraum |
| Futter: | Mysis, Artemia, Cyclops, Lobstereier; mehrmals täglich kleine Portionen |
| Schwierigkeitsgrad: | Anspruchsvoll, kein Anfängerfisch |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen mit violettem Kopf-/Bauchbereich und gelbem Rücken, Weibchen rosa-orange-gelb |
| Zucht möglich: | Protogyner Zwitter; Nachzucht im Aquarium nicht etabliert |
| Maximale Größe: | Lieferung 5–7 cm; Endgröße bis ca. 13 cm |
| Liefergröße: | ca. 5,0-7,0 cm |
Herkunft von Faden-Fahnenbarsch (Nemanthias carberryi)
Der Faden-Fahnenbarsch stammt aus dem westlichen Indischen Ozean. Sein Verbreitungsgebiet reicht von den Malediven über die ostafrikanische Küste bis nach Südafrika, wobei die Art nördlich von etwa 12 Grad Süd besonders häufig vorkommt. Dort lebt er meist in zehn bis dreißig Metern Tiefe an Außenriffen, Steilwänden und Korallenaufschlüssen, wo er oft in riesigen Schwärmen im freien Wasser steht und Zooplankton aus der Strömung pickt. Beschrieben wurde Nemanthias carberryi 1954 vom südafrikanischen Ichthyologen J. L. B. Smith, die Art ist zugleich die Typusart der Gattung Nemanthias. Fahnenbarsche gehören zur Unterfamilie Anthiinae innerhalb der Zackenbarsche, je nach Systematik auch zur Familie Anthiadidae. Im Handel kommen die Tiere hauptsächlich als Wildfänge aus dem Gebiet der Malediven an. Genau das erklärt, warum sie nach Fang und Transport oft geschwächt sind und besondere Aufmerksamkeit brauchen. Wer an diesen eleganten Schwarmfischen Freude haben möchte, sollte sich die Lebensweise in der Natur vor Augen halten: ein dichter Verband, viel Strömung, unablässiges Fressen kleiner Beute und ein weiter, offener Lebensraum. Diese Bedingungen lassen sich im Riffaquarium nur mit einem großzügigen Becken annähern. Für diesen Artikel liegt kein Hinweis auf Nachzucht vor.
Eignung für das Riffaquarium
Gegenüber Korallen gilt der Faden-Fahnenbarsch als geeignet: Er ist ein reiner Planktonfresser und zupft weder an Stein- noch an Weichkorallen. Auch Garnelen, Einsiedler, Schnecken und andere größere Wirbellose werden nach übereinstimmenden Erfahrungen in Ruhe gelassen, daher ebenfalls geeignet. Winzige Krebstiere wie Copepoden oder Amphipoden im Becken gehören allerdings zu seinem natürlichen Futter und werden nach und nach aufgezehrt. Weil mehrmals täglich gefüttert werden muss, steigt der Nährstoffeintrag deutlich; Abschäumer, Wasserwechsel und eine gute Filterung sind hier Pflicht, damit empfindliche Korallen nicht unter erhöhten Nährstoffwerten leiden. Die Art hat keine bekannten Giftdrüsen oder besonderen Verteidigungsmechanismen. Vorsicht ist beim Springen geboten: Das Becken muss zuverlässig abgedeckt sein.
Vergesellschaftung und Verhalten
Fahnenbarsche sind Schwarmfische mit Haremsstruktur: ein dominantes Männchen lebt mit mehreren Weibchen. Einzeltiere oder sehr kleine Gruppen geraten leicht unter Stress, deshalb wird eine Gruppe von mindestens fünf Tieren empfohlen; in sehr großen Becken sind mehr Tiere möglich, damit sich Rangkämpfe auf mehrere Fische verteilen. Fehlt das Männchen, kann das größte Weibchen das Geschlecht wechseln. Mehrere Männchen in einem zu kleinen Becken bekämpfen sich dagegen. Gegenüber anderen Arten gilt der Faden-Fahnenbarsch überwiegend als friedlich, einzelne Berichte beschreiben ihn aber als durchsetzungsstark gegenüber ähnlichen Fahnenbarschen. Als Mitbewohner eignen sich ruhige, nicht zu große Fische. Aggressive Lippfische, Drückerfische oder sehr futterstarke Arten können die zurückhaltenden Planktonfresser vom Futter verdrängen und sollten vermieden werden. Revierverhalten gegenüber Artfremden ist nicht ausgeprägt, Rückzugsmöglichkeiten zwischen den Steinen sind aber trotzdem wichtig.
Wasserwerte und Temperatur
Dichte 1,023–1,025 (entspricht etwa 33–35 ‰ Salzgehalt), pH-Wert 8,1–8,4, Karbonathärte (KH) 8–10 °dH, Temperatur 24–27 °C. Die Art lebt in sauerstoffreichem, strömungsstarkem Wasser; im Aquarium sind deshalb eine kräftige, aber nicht verwirbelnde Strömung, stabile Werte und niedrige Nitrat- und Phosphatwerte ratsam. Große Schwankungen von Temperatur und Dichte sollten vermieden werden. Regelmäßige Messungen sind bei einem Fisch, der mehrmals täglich gefüttert wird, besonders wichtig.
Aquarium und Einrichtung
Empfohlen wird ein Riffaquarium ab etwa 500 Litern. Einige Händler nennen auch 300 bis 450 Liter, aber bei Gruppenhaltung ist mehr Raum und Länge sinnvoll. Wichtig ist ein langes Becken mit viel freiem Schwimmraum im mittleren Wasserbereich und einem Steinaufbau, der Höhlen und Spalten als Rückzugsorte bietet, ohne die Schwimmfläche zu verbauen. Das Becken muss fest abgedeckt sein, da Fahnenbarsche bei Schreck aus dem Wasser springen können. Das Einsetzen in ein eingefahrenes, ruhiges Becken mit stabilen Werten ist Voraussetzung.
Futter und Futterumstellung
In der Natur ernährt sich der Faden-Fahnenbarsch von Zooplankton, das er den ganzen Tag aus der Strömung pickt. Im Aquarium braucht er deshalb mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag, in der Anfangszeit auch häufiger. Bewährt haben sich Mysis, Artemia (auch lebend), Cyclops, Copepoden und Lobstereier, jeweils in passend kleiner Größe. Frisch eingesetzte Tiere nehmen Trockenfutter oft noch nicht an, daher sollte zunächst mit Frostfutter gefüttert werden, zusätzlich ist gelegentliches Lebendfutter hilfreich. Später lassen sich viele Tiere an fein granuliertes Futter und Flocken gewöhnen und Schritt für Schritt auf weniger Fütterungen umstellen. Ein Futterautomat kann helfen, den Rhythmus zu halten. Wer nicht regelmäßig füttern kann, sollte von dieser Art absehen, denn Hunger führt häufig zu Schwäche und Verlusten, besonders bei rangniedrigen Tieren.
Eingewöhnung
Nach der Ankunft zunächst das Beutelwasser mit dem Becken in der Temperatur angleichen. Anschließend Wasser aus dem Becken über die Tropfmethode langsam über ein bis zwei Stunden zugeben, damit sich Salzgehalt und Wasserwerte sanft anpassen. Die Beleuchtung sollte gedimmt sein, das Becken ruhig. Die Fische werden schonend umgesetzt, das Beutelwasser kommt nicht ins Becken. Da die Art auf Fang und Transport empfindlich reagiert, ist eine Eingewöhnung in einem ruhigen Quarantäne- oder Eingewöhnungsbecken mit Verstecken sinnvoll. Schon am ersten Tag sollten kleine Portionen angeboten werden. Neu eingesetzte Tiere sind anfällig für Krankheiten und Stress, deshalb sind genaue Beobachtung und ein Futterplan wichtig.
Geschlechtsunterschiede
Der Faden-Fahnenbarsch ist ein protogyner Zwitter, alle Tiere schlüpfen als Weibchen. Männchen erkennt man an einem violetten bis magentafarbenen Kopf- und Bauchbereich und gelbem Rücken und Schwanz, dazu kommt ein verlängerter, fadenartiger Strahl der Rückenflosse. Weibchen sind schlichter in Rosa, Orange und Gelb gefärbt. Fehlt das Männchen, kann das ranghöchste Weibchen umfärben und die Rolle übernehmen. Die Farbvarianten können je nach Fundort schwanken. Bei jungen Fischen von 5 bis 7 cm lässt sich das Geschlecht oft noch nicht sicher erkennen.
Zucht
Im Freiland laichen die Tiere innerhalb der Haremsgruppen. Eine gezielte Nachzucht im Aquarium ist nach heutigem Kenntnisstand nicht etabliert; im Handel stammen die Fische überwiegend aus Wildfang. Ein Hinweis auf Nachzucht liegt für diesen Artikel nicht vor.
Endgröße und Lebenserwartung
Der Faden-Fahnenbarsch erreicht nach gängigen Artdaten eine Gesamtlänge von bis zu etwa 13 cm, manche Handelsquellen nennen auch nur 7 bis 9 cm. Die angebotenen Tiere mit 5 bis 7 cm sind meist noch nicht ausgewachsen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
| Temperaturbereiche: | Mäßig warm (22-23°C) - wenig zuheizen, Warm (24-26°C) - heizen |
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Meerwassertiere versendet?
Meerwasserfische, Garnelen, Seesterne, Korallen und Anemonen versenden wir ausschließlich mit dem zugelassenen Tierkurier GO! im Übernachtexpress. Jedes Tier beziehungsweise jede Koralle reist einzeln in einem Beutel mit Meerwasser und Sauerstoff, verpackt in einer isolierten Styroporbox – bei kühler Witterung zusätzlich mit Wärmepack.
Meerwassertiere führen wir als Bestellware mit einer Lieferzeit von 2–5 Tagen. Bitte sorge dafür, dass die Sendung am Liefertag angenommen werden kann, damit die Tiere schnell ins Aquarium kommen.
Wie gewöhne ich Meerwassertiere nach der Ankunft ein?
Dimme zunächst das Licht im Aquarium. Lege die geschlossenen Beutel 15–20 Minuten auf die Wasseroberfläche, damit sich die Temperatur angleicht. Gib dann mit der Tropfmethode langsam Aquarienwasser in ein Gefäß mit den Tieren, bis sich Salzgehalt und pH-Wert angeglichen haben – bei Fischen etwa 30–45 Minuten, bei Garnelen, Seesternen und Seeigeln deutlich langsamer über 60–90 Minuten, denn sie reagieren empfindlich auf Salzgehaltsschwankungen.
Setze die Tiere anschließend um, ohne das Transportwasser ins Aquarium zu geben. Seesterne, Muscheln und Schwämme sollten dabei möglichst nicht an die Luft kommen. Lass das Licht am ersten Tag gedimmt und füttere erst am nächsten Tag.
Was muss ich bei Korallen und Anemonen beachten?
Gewöhne Korallen langsam an das Licht: Platziere sie anfangs etwas tiefer oder schattiger und setze sie erst nach einigen Tagen an ihren endgültigen Platz. Halte Abstand zu Nachbarkorallen, denn viele Arten bilden Nesselfäden. Achte auf eine zur Art passende Strömung.
Anemonen können wandern – sichere Pumpen und Überläufe deshalb mit einem Schutzkorb. Bei Krustenanemonen (Zoanthus, Palythoa) beim Umgang immer Handschuhe und Augenschutz tragen, da sie Palytoxin enthalten können; die Kolonien niemals abkochen, abbürsten oder unter Druck abspülen.
Welche Wasserwerte brauchen Meerwassertiere?
Die meisten Riffbewohner fühlen sich in diesem Rahmen wohl: Salzgehalt 33–35 ‰ (Dichte etwa 1,023–1,025 bei 25 °C), Temperatur 24–26 °C, pH-Wert 8,0–8,4, KH 7–9 °dH, Calcium 400–450 mg/l und Magnesium 1.250–1.350 mg/l bei niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten. Wichtiger als einzelne Spitzenwerte ist, dass die Werte stabil bleiben.
Artspezifische Angaben findest du jeweils in der Artikelbeschreibung.