Rotaugen-Zwerglippfisch, Cirrhilabrus solorensis
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Rotaugen-Zwerglippfisch, Cirrhilabrus solorensis
| Deutscher Name: | Rotaugen-Zwerglippfisch |
| Wissenschaftlich: | Cirrhilabrus solorensis |
| Synonyme: | Rotaugen Zwerglippfisch, Solor-Zwerglippfisch, Red-eye Wrasse, Solor Fairy Wrasse |
| Herkunft: | Indonesien (Kleine Sundainseln, Molukken), Timor-Leste, Timorsee bis Nordaustralien |
| Riffaquarium-tauglich: | Geeignet, lässt Korallen, Garnelen und andere Wirbellose in Ruhe |
| Verträglichkeit: | Friedlich; ein Männchen mit mehreren Weibchen, Männchen untereinander unverträglich |
| Wasserwerte: | Salzgehalt 34–35 ‰ (Dichte 1,023–1,025), pH 8,1–8,4, KH 7–10 °dKH |
| Temperatur: | 24–27 °C |
| Beckengröße: | ab etwa 450 Liter mit viel freiem Schwimmraum, für Gruppen deutlich mehr |
| Futter: | Zooplankton-Fresser: Mysis, Artemia, Copepoden, feines Frostfutter und Granulat |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel bis anspruchsvoll, für erfahrene Meerwasseraquarianer |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen größer und kräftig bunt, Weibchen kleiner und deutlich blasser gefärbt |
| Zucht möglich: | Freilaicher, im Aquarium bisher nicht nachgezogen; Wildfang |
| Maximale Größe: | bis etwa 11 cm |
| Liefergröße: | ca. 5,0-7,0 cm |
Herkunft von Rotaugen-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus solorensis)
Der Rotaugen-Zwerglippfisch stammt aus dem Herzen des Korallendreiecks. Beschrieben wurde die Art bereits 1853 von Bleeker nach einem Tier von der Insel Solor östlich von Flores, daher auch der wissenschaftliche Artname. Gesicherte Nachweise gibt es von den Kleinen Sundainseln mit Lombok, Sumbawa, Flores, Komodo und Rinca, außerdem von Ambon, von Atauro vor Timor-Leste und aus der Timorsee bis an die Küste Nordaustraliens. Unsere Tiere kommen in der Regel aus Indonesien. In der Natur lebt der kleine Lippfisch in Küstenriffen und Lagunen in etwa fünf bis fünfunddreißig Metern Tiefe. Er hält sich gern über flachen Fleckenriffen mit Korallenschutt und über niedrigen Riffen mit reichem Steinkorallenbewuchs auf. Dort schwimmt er in kleinen Gruppen aus einem Männchen, mehreren Weibchen und Jungtieren frei im Wasser und pickt Plankton aus der Strömung. Nähert sich Gefahr, verschwindet er blitzschnell zwischen den Korallen. Der Name Cirrhilabrus solorensis wurde im Handel lange für mehrere ähnliche Zwerglippfische benutzt. Seit einer wissenschaftlichen Neubeschreibung im Jahr 2021 gelten die nah verwandten Arten Cirrhilabrus aquamarinus aus dem Raum Sulawesi und Cirrhilabrus chaliasi von Bali als eigene Arten. Sie sehen sich vor allem bei Weibchen und Jungtieren sehr ähnlich und werden im Handel teils verwechselt.
Eignung für das Riffaquarium
Für das Riffaquarium ist der Rotaugen-Zwerglippfisch gut geeignet. Er frisst kleine Planktontiere aus dem freien Wasser und lässt Steinkorallen, Weichkorallen, Anemonen, Muscheln und Schnecken in Ruhe. Auch Putzergarnelen, Partnergarnelen und Einsiedlerkrebse werden nicht belästigt. Lediglich winzige Garnelenlarven und frisch geschlüpfte Kleinstkrebse sieht er als willkommene Beute an. Ein gut eingefahrenes Riff mit Höhlen und Spalten bietet ihm die Rückzugsorte, die er für ein ruhiges Verhalten braucht.
Vergesellschaftung und Verhalten
Im Umgang mit anderen Fischen ist der Rotaugen-Zwerglippfisch friedlich und eher zurückhaltend. Am schönsten ist die Haltung als kleine Gruppe aus einem Männchen und zwei bis drei Weibchen. Zwei Männchen derselben Art vertragen sich nur in sehr großen Becken, meist kommt es zu Streit. In großen Aquarien lassen sich mehrere Zwerglippfisch-Arten zusammen pflegen, wenn sich Färbung und Körperform gut unterscheiden und genug Schwimmraum vorhanden ist. Ideale Mitbewohner sind ruhige Fische wie Kardinalbarsche, Grundeln, Feenbarsche oder kleine Doktorfische. Ruppige Zwergkaiserfische, Zwergbarsche oder Raubfische, die einen kleinen Lippfisch ins Maul bekommen, passen nicht dazu. Wie alle Zwerglippfische springt er bei Schreck gern aus dem Wasser, daher ist eine Abdeckung oder ein Sprungschutz Pflicht.
Wasserwerte und Temperatur
Der Rotaugen-Zwerglippfisch braucht stabile, saubere Riffbedingungen. Empfehlenswert sind ein Salzgehalt von 34 bis 35 Promille, entsprechend einer Dichte von etwa 1,023 bis 1,025, ein pH-Wert zwischen 8,1 und 8,4, eine Karbonathärte von 7 bis 10 °dKH und eine Temperatur von 24 bis 27 °C. Nitrat und Phosphat sollten niedrig bleiben, ohne das Wasser völlig nährstoffarm zu fahren. Eine gute Strömung, kräftige Abschäumung und regelmäßige Teilwasserwechsel sorgen für das klare, sauerstoffreiche Wasser, das er aus seinem natürlichen Lebensraum kennt.
Aquarium und Einrichtung
Obwohl der Fisch nur rund elf Zentimeter lang wird, ist er ein ausdauernder Schwimmer. Für ein einzelnes Tier oder ein Paar sollte das Aquarium mindestens etwa 450 Liter fassen und eine lange Schwimmstrecke bieten. Für eine Gruppe mit mehreren Weibchen oder die Vergesellschaftung mit anderen Zwerglippfischen empfehlen erfahrene Halter deutlich größere Becken bis etwa 1000 Liter. Wichtig sind ein offener Schwimmraum vor dem Riffaufbau, zahlreiche Spalten zum Verstecken und eine dicht schließende Abdeckung. Ein schwaches Nachtlicht hilft dem Fisch, sich im Dunkeln zu orientieren, und verringert panische Fluchtsprünge.
Futter und Futterumstellung
In der Natur ernährt sich der Rotaugen-Zwerglippfisch von tierischem Plankton. Im Aquarium nimmt er nach der Eingewöhnung gern Frostfutter wie Mysis, Artemia, Copepoden, Cyclops, Bosmiden, fein geschnittenen Krill und Hummereier an. Viele Tiere gewöhnen sich mit etwas Geduld auch an hochwertiges Granulat und Flockenfutter. Da er ein schneller Stoffwechsler ist, sollte er zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen erhalten. Gegenüber gierigen Futterkonkurrenten setzt er sich anfangs schwer durch, deshalb lohnt sich in den ersten Wochen eine gezielte Fütterung, zum Beispiel mit einer Futterpipette.
Eingewöhnung
Zwerglippfische reagieren empfindlich auf Transportstress. Gleichen Sie Temperatur und Salzgehalt langsam an, am besten mit der Tropfmethode über etwa 45 bis 60 Minuten. Dimmen Sie dabei und nach dem Einsetzen das Licht, damit der Fisch zur Ruhe kommt. Neu eingesetzte Tiere verstecken sich oft einige Tage zwischen den Steinen, bevor sie frei schwimmen. Das ist normal. Halten Sie das Aquarium in dieser Zeit gut abgedeckt, denn in der ersten Nacht ist die Sprunggefahr besonders hoch. Bieten Sie anfangs abwechslungsreiches Frostfutter in kleinen Mengen an und beobachten Sie, ob alle Tiere fressen.
Geschlechtsunterschiede
Männchen und Weibchen sind deutlich unterschiedlich gefärbt. Erwachsene Männchen werden größer und zeigen einen gelblichen bis gelbgrünen Kopf, leuchtend rote Augen, blaue bis violette Kiemendeckel und Nackenpartie, einen gelborangen Rücken und einen bläulichen Bauch, dazu längere Flossen. Weibchen bleiben kleiner und sind viel blasser, meist mit rosafarbenem bis orangem Kopf und weißlichem Bauch; den roten Augenring tragen beide Geschlechter. Wie bei vielen Lippfischen kann sich ein Weibchen später zum Männchen umwandeln. Da es sich um Wildfänge handelt und Geschlecht, Alter und Fundregion variieren, kann die gelieferte Färbung von den Abbildungen abweichen.
Zucht
Der Rotaugen-Zwerglippfisch ist ein Freilaicher. In der Natur bildet das Männchen zur Fortpflanzung mit einzelnen Weibchen Paare, die meist in der Dämmerung in einem kurzen Balzaufstieg Eier und Spermien ins freie Wasser abgeben. Die Larven treiben anschließend längere Zeit im Plankton. Eine Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht bekannt, die angebotenen Tiere sind Wildfänge. Im Riffaquarium lässt sich das prächtige Balzverhalten des Männchens aber oft beobachten.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsen erreicht der Rotaugen-Zwerglippfisch eine Länge von etwa elf Zentimetern, Weibchen bleiben meist etwas kleiner. Geliefert werden junge Tiere von fünf bis sieben Zentimetern, die bei guter Pflege noch deutlich wachsen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Meerwassertiere versendet?
Meerwasserfische, Garnelen, Seesterne, Korallen und Anemonen versenden wir ausschließlich mit dem zugelassenen Tierkurier GO! im Übernachtexpress. Jedes Tier beziehungsweise jede Koralle reist einzeln in einem Beutel mit Meerwasser und Sauerstoff, verpackt in einer isolierten Styroporbox – bei kühler Witterung zusätzlich mit Wärmepack.
Meerwassertiere führen wir als Bestellware mit einer Lieferzeit von 2–5 Tagen. Bitte sorge dafür, dass die Sendung am Liefertag angenommen werden kann, damit die Tiere schnell ins Aquarium kommen.
Wie gewöhne ich Meerwassertiere nach der Ankunft ein?
Dimme zunächst das Licht im Aquarium. Lege die geschlossenen Beutel 15–20 Minuten auf die Wasseroberfläche, damit sich die Temperatur angleicht. Gib dann mit der Tropfmethode langsam Aquarienwasser in ein Gefäß mit den Tieren, bis sich Salzgehalt und pH-Wert angeglichen haben – bei Fischen etwa 30–45 Minuten, bei Garnelen, Seesternen und Seeigeln deutlich langsamer über 60–90 Minuten, denn sie reagieren empfindlich auf Salzgehaltsschwankungen.
Setze die Tiere anschließend um, ohne das Transportwasser ins Aquarium zu geben. Seesterne, Muscheln und Schwämme sollten dabei möglichst nicht an die Luft kommen. Lass das Licht am ersten Tag gedimmt und füttere erst am nächsten Tag.
Was muss ich bei Korallen und Anemonen beachten?
Gewöhne Korallen langsam an das Licht: Platziere sie anfangs etwas tiefer oder schattiger und setze sie erst nach einigen Tagen an ihren endgültigen Platz. Halte Abstand zu Nachbarkorallen, denn viele Arten bilden Nesselfäden. Achte auf eine zur Art passende Strömung.
Anemonen können wandern – sichere Pumpen und Überläufe deshalb mit einem Schutzkorb. Bei Krustenanemonen (Zoanthus, Palythoa) beim Umgang immer Handschuhe und Augenschutz tragen, da sie Palytoxin enthalten können; die Kolonien niemals abkochen, abbürsten oder unter Druck abspülen.
Welche Wasserwerte brauchen Meerwassertiere?
Die meisten Riffbewohner fühlen sich in diesem Rahmen wohl: Salzgehalt 33–35 ‰ (Dichte etwa 1,023–1,025 bei 25 °C), Temperatur 24–26 °C, pH-Wert 8,0–8,4, KH 7–9 °dH, Calcium 400–450 mg/l und Magnesium 1.250–1.350 mg/l bei niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten. Wichtiger als einzelne Spitzenwerte ist, dass die Werte stabil bleiben.
Artspezifische Angaben findest du jeweils in der Artikelbeschreibung.