Polit-Buntbarsch, Pseudotropheus sp., ca. 4,0-5,0 cm
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Polit-Buntbarsch, Pseudotropheus sp., ca. 4,0-5,0 cm
| Deutscher Name: | Polit-Buntbarsch |
| Wissenschaftlich: | Pseudotropheus sp. |
| Synonyme: | Polit, Polit Lion's Cove, Polit-Mbuna, Polit Cichlid |
| Herkunft: | Malawisee, Lion's Cove am mittleren Westufer |
| Gesellschafts-Aquarium: | Aggressiver Mbuna, ein Männchen mit mehreren Weibchen |
| Wasserwerte: | pH 7,6–8,6, GH 10–20 °dH, hart |
| Temperatur: | 24–27 °C |
| Beckengröße: | Ab 150 cm Kantenlänge, ab ca. 350 Liter |
| Bepflanzung: | Nur hartlaubige Pflanzen auf Steinen |
| Futter: | Pflanzlich betont, Spirulina-Flocken, wenig Eiweiß |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen eisblau mit dunkler Maske, Weibchen bräunlich |
| Zucht möglich: | Maternaler Maulbrüter, Tragzeit etwa 26 Tage |
| Maximale Größe: | Etwa 8–10 cm |
| Liefergröße: | ca. 4,0-5,0 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Ungeeignet, Garnelennachwuchs chancenlos |
Herkunft von Polit-Buntbarsch (Pseudotropheus sp.)
Hinter dem Lieferantennamen Pseudotropheus polit verbirgt sich ein bislang wissenschaftlich unbeschriebener Mbuna aus dem Malawisee, der in der Fachliteratur als Pseudotropheus sp. „Polit“ geführt wird. „Polit“ ist dabei kein gültiger Artname, sondern ein Arbeitsname, der sich in der Aquaristik eingebürgert hat. Bekannt ist die Form vor allem von Lion's Cove, einem felsigen Küstenabschnitt am mittleren Westufer des Sees, an dem auch die gelbe Form von Labidochromis caeruleus und Cynotilapia afra vorkommen. Wie andere Mbuna lebt Pseudotropheus sp. „Polit“ an Felsen und Geröll, angegeben wird er vor allem für tiefere Felszonen. Dort weiden die Fische den Aufwuchs aus Algen und darin lebenden Kleintieren von den Steinen ab. Männchen besetzen kleine Reviere zwischen den Felsen, während Weibchen und Jungtiere unauffälliger leben. Im Handel ist die Art eher selten zu finden, da sie bislang nicht in dem Umfang nachgezogen wird wie viele andere Mbuna. Für Liebhaber ungewöhnlicher Malawi-Formen ist sie deshalb eine reizvolle Bereicherung.
Vergesellschaftung
Pseudotropheus sp. „Polit“ gilt trotz seiner überschaubaren Größe als ausgesprochen durchsetzungsstarker Mbuna, der vor allem gegenüber Artgenossen heftig aggressiv werden kann. Bewährt hat sich ein Männchen mit mehreren Weibchen, damit sich das Werben verteilt. Die Art passt am besten in eine dicht besetzte Mbuna-Gesellschaft mit anderen robusten Arten, in der sich Aggressionen nicht auf einzelne Tiere konzentrieren. Ähnlich gefärbte blaue Mbuna, besonders blau-schwarze Arten, sollten gemieden werden, da sie als Rivalen gelten und es zu Kreuzungen kommen kann. Ruhige Haps und Kaiserbuntbarsche werden von diesen lebhaften Fischen meist zu stark bedrängt.
Passende Wasserparameter
Wie alle Malawisee-Cichliden benötigt diese Art hartes, alkalisches Wasser. Ein pH-Wert zwischen 7,6 und 8,6 und eine Gesamthärte von 10 bis 20 °dH sind empfehlenswert, die Karbonathärte sollte hoch genug sein, um den pH-Wert stabil zu halten. Ein Bodengrund aus Aragonit oder ein spezielles Malawi-Salz helfen bei weichem Leitungswasser. Weil Mbuna-Becken meist dicht besetzt sind, fällt viel Stoffwechsel an. Eine kräftige Filterung und regelmäßige, großzügige Teilwasserwechsel sind deshalb Pflicht, der Nitratwert sollte dauerhaft unter etwa 30 Milligramm pro Liter bleiben.
Haltungstemperatur
Eine Wassertemperatur von 24 bis 27 °C ist für Pseudotropheus sp. „Polit“ gut geeignet. Im mittleren Bereich um 25 bis 26 °C zeigen sich die Fische aktiv und farbig, ohne dass der Stoffwechsel unnötig hoch getrieben wird. Wichtig ist eine gleichmäßige Temperatur ohne starke Schwankungen zwischen Tag und Nacht. Ein zuverlässiger Regelheizer, im größeren Becken gern auf zwei Geräte verteilt, und eine gute Sauerstoffversorgung durch kräftige Oberflächenbewegung sorgen für stabile Verhältnisse, besonders in warmen Sommermonaten.
Beckengröße
Für eine Gruppe aus einem Männchen und mehreren Weibchen in Gesellschaft anderer Mbuna empfehlen wir mindestens 150 Zentimeter Kantenlänge und rund 350 Liter. Die Einrichtung sollte aus vielen, bis nahe an die Oberfläche reichenden Steinaufbauten mit zahlreichen Höhlen und Spalten bestehen, damit jedes Männchen ein Revier findet und unterlegene Tiere ausweichen können. Freie Schwimmflächen vor den Felsen sind ebenfalls wichtig. Als Bodengrund eignet sich feiner Sand. Alle Steine müssen stabil auf der Bodenscheibe stehen, damit sie beim Graben der Fische nicht verrutschen und keine Scheibe beschädigen.
Bepflanzung
Als aufwuchsfressender Mbuna mit pflanzlich betonter Ernährung zupft Pseudotropheus sp. „Polit“ gern an weichen Pflanzen, eine üppige Bepflanzung ist deshalb meist nicht realistisch. Wer etwas Grün möchte, greift zu hartlaubigen Arten wie Anubias oder Javafarn, die auf Steinen befestigt werden und weniger schmackhaft sind. Ein gewisser Algenaufwuchs auf den Steinen ist dagegen sogar erwünscht, denn er bietet den Fischen eine natürliche Beschäftigung zwischen den Fütterungen und ergänzt ihren Speiseplan. Starkes Beleuchten fördert diesen Aufwuchs auf den oberen Steinflächen.
Futter
Die Ernährung sollte überwiegend pflanzlich ausgerichtet sein. Gut geeignet sind Flocken und Sticks mit hohem Spirulina-Anteil sowie pflanzliche Futtertabletten. Zur Abwechslung können gelegentlich Frostfutter wie Cyclops, Artemia oder Mysis gereicht werden, die nach Erfahrungen von Haltern auch die Färbung fördern. Sehr eiweißreiches Futter wie rote Mückenlarven oder Futter für Raubbuntbarsche sollte nur sparsam oder gar nicht verwendet werden, da es bei aufwuchsfressenden Mbuna Verdauungsprobleme begünstigen kann. Lieber mehrmals täglich kleine Portionen als eine große Mahlzeit.
Geschlechtsunterschiede
Ausgefärbte Männchen sind eisblau gefärbt und zeigen eine dunkle, fast schwarze Gesichtsmaske, die sich deutlich vom hellen Körper abhebt. Weibchen und Jungtiere sind dagegen bräunlich, rostfarben bis goldbraun und wirken insgesamt unscheinbar. Männchen tragen auf der Afterflosse auffällige Eiflecken mit hellem Rand; auch Weibchen können Eiflecken zeigen, denen jedoch der klare äußere Ring fehlt. Männchen werden in der Regel etwas größer. In kleinen Liefergrößen ist das Geschlecht häufig noch nicht sicher bestimmbar, deshalb lohnt sich der Kauf einer kleinen Gruppe.
Zucht
Die Zucht verläuft wie bei den meisten Mbuna und gilt als nicht schwierig. Pseudotropheus sp. „Polit“ ist ein maternaler Maulbrüter: Das Männchen umwirbt laichbereite Weibchen in seinem Revier, die Eier werden im Maul des Weibchens befruchtet. Das Weibchen trägt die Brut je nach Temperatur rund 26 Tage. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn das tragende Weibchen kurz vor dem Entlassen der Jungen in ein separates Becken umgesetzt wird. Das künstliche Erbrüten der Eier ist möglich, sollte aber nur von erfahrenen Züchtern versucht werden. Die Jungfische nehmen sofort Artemia-Nauplien und fein zerriebenes Flockenfutter an.
Endgröße
Im Aquarium erreicht Pseudotropheus sp. „Polit“ eine Länge von etwa acht bis zehn Zentimetern, wobei Männchen meist etwas größer werden als Weibchen. In der Natur bleiben die Tiere vermutlich kleiner und werden auf etwa acht Zentimeter geschätzt. Damit gehört die Art zu den kleineren bis mittelgroßen Mbuna, was ihr selbstbewusstes Auftreten umso bemerkenswerter macht. Bei der Beckenplanung sollte man trotzdem mit ausreichend Revierfläche rechnen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Für Garnelen ist diese Art kein geeigneter Mitbewohner. Als lebhafter, aggressiver Mbuna untersucht Pseudotropheus sp. „Polit“ alles, was sich zwischen den Steinen bewegt. Kleine erwachsene Zwerggarnelen werden gejagt und gefressen, größere Garnelen wie Amanogarnelen werden zumindest ständig bedrängt und finden keine Ruhe. Garnelennachwuchs hat im Mbuna-Becken keine Überlebenschance. Hinzu kommen die harten Wasserwerte und die dichte Besetzung, die sich mit den Bedürfnissen der meisten Garnelenarten nicht vereinbaren lassen. Garnelen gehören daher in ein eigenes Becken.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.