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Gelb-blauer Schlankcichlide, Julidochromis marksmithi

Tanganjika-Felsbewohner

Gelber Höhlenbrüter mit schwarzen Längsstreifen

Revierbildend

Revierbildend: Paar oder große, strukturierte Gruppe

Hartes, alkalisches Wasser

Stabil bei pH 7,5–9 und 24–27 °C, wie im Tanganjikasee

Nicht mit Garnelen

Carnivorer Räuber: Garnelen und Nachwuchs sind gefährdet

Gelb-blauer Schlankcichlide, Julidochromis marksmithi


Auf einen Blick: Gelb-blauer Schlankcichlide, Julidochromis marksmithi
Deutscher Name:Gelb-blauer Schlankcichlide
Wissenschaftlich:Julidochromis marksmithi
Synonyme:Marksmiths Schlankcichlide, Schlankcichlide gelb-blau, Marksmith's Julie, Kipili-Julie, Regani Kipili, Julie marksmithi
Herkunft:Tanganjikasee, Tansania (Raum Kipili und vorgelagerte Inseln)
Gesellschafts-Aquarium:Paarweise oder in großem, gut strukturiertem Becken; innerartlich revierbildend
Wasserwerte:Hart und alkalisch: pH ca. 7,5–9,0, GH ca. 10–20 °dH
Temperatur:24–27 °C
Beckengröße:Paar ab ca. 100–200 L, Gruppen deutlich mehr (ab ca. 300 L)
Bepflanzung:Untergeordnet; Steinaufbauten mit Höhlen und Spalten sind wichtiger
Futter:Überwiegend tierische Kost: Frost-, Lebend- und hochwertiges Trockenfutter
Geschlechts-Unterschiede:Äußerlich kaum zu erkennen; Weibchen werden meist größer
Zucht möglich:Höhlenbrüter mit Elternfamilie; in gut strukturierten Becken gut möglich
Maximale Größe:ca. 8–12 cm (Liefergröße hier 4–5 cm)
Liefergröße:ca. 4,0-5,0 cm
Mit Garnelen verträglich:Nicht empfehlenswert: Garnelen und Jungtiere gelten als gefährdet
Im Detail: Gelb-blauer Schlankcichlide, Julidochromis marksmithi

Herkunft von Gelb-blauer Schlankcichlide (Julidochromis marksmithi)

Julidochromis marksmithi stammt aus dem Tanganjikasee in Ostafrika und lebt dort an der tansanischen Küste. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt rund um Kipili und die vorgelagerten Inseln wie Kerenge, Mvuna, Ulwile und Nkondwe. Lange Zeit tauchte der Fisch im Handel unter Bezeichnungen wie Julidochromis regani „Kipili“, J. ornatus „Kipili“ oder J. sp. „Kipili“ auf, weil man ihn keiner bekannten Art sicher zuordnen konnte. Erst 2014 wurde er wissenschaftlich als eigenständige Art beschrieben und trägt den Namen des amerikanischen Aquarianers Mark Smith. Damit ist er die jüngste Art der Gattung. Im See bewohnt er Übergangszonen zwischen Sand und Fels und hält sich dabei näher am Gestein auf als der verwandte Julidochromis regani. Dort sucht er Krebstiere, Insektenlarven und anderes Kleingetier zwischen den bewachsenen Steinen. Typisch ist die schlanke, torpedoförmige Gestalt mit gelber Grundfarbe, kräftigen dunklen Längsstreifen und bläulichen Säumen an den unpaarigen Flossen. Die hier angebotenen Tiere stammen aus Nachzucht. Beim Kauf verdienen Fundortbezeichnungen im Handel einen kritischen Blick, weil sie nicht immer belegt sind.

Vergesellschaftung

Schlankcichliden sind Felsbewohner mit ausgeprägtem Revierverhalten, und Artgenossen gegenüber kann Julidochromis marksmithi sehr bestimmt auftreten. Am sichersten gelingt die Pflege paarweise. Wer eine Gruppe halten möchte, braucht ein großes Becken mit vielen Sichtbarrieren und mehreren Höhlen, damit sich Reviere abgrenzen lassen. Junge Fische wachsen zweckmäßig gemeinsam auf, bis sich ein Paar findet; überzählige Tiere sollten dann rechtzeitig abgegeben werden können. Als Mitbewohner kommen ruhigere Tanganjikasee-Arten in Betracht, die andere Beckenzonen nutzen, etwa freischwimmende Cyprichromis oder friedliche Bodenbewohner. Ähnlich gestreifte oder gefärbte Schlankcichliden-Arten sowie Arten mit gleichem Höhlenanspruch sind schwierig, weil Revierstreit und Verpaarungsprobleme drohen. Gerade in kleineren Becken lohnt es, die Besetzung bewusst klein zu halten und das Verhalten genau zu beobachten.

Passende Wasserparameter

Wie viele Tanganjikasee-Cichliden braucht die Art hartes, alkalisches Wasser. Je nach Quelle werden pH-Werte von etwa 7,5 bis 9,0 und eine Gesamthärte von grob 10 bis 20 °dH genannt; als Richtwert hat sich der alkalische Bereich um pH 8 bewährt. Die Spannen der Quellen weichen teils ab, daher sind stabile Werte wichtiger als das Erreichen einer exakten Zahl. Nitrit und Ammonium dürfen nicht messbar sein, und der Nitratgehalt sollte niedrig bleiben. Regelmäßige Teilwasserwechsel mit passend aufgehärtetem Wasser, kräftige Filterung und gute Sauerstoffversorgung halten die Bedingungen konstant. Stark weiches Leitungswasser muss vor dem Einsatz aufbereitet werden.

Haltungstemperatur

Am wohlsten fühlen sich die Tiere bei etwa 24 bis 27 °C. Einige Quellen nennen 24 bis 26 °C, andere bis 28 °C; ein Wert um 25 °C ist ein verlässlicher Mittelweg. Plötzliche Temperaturschwankungen sollten vermieden werden.

Beckengröße

Die Angaben zur Beckengröße gehen weit auseinander: Manche Züchter halten einzelne, gut eingespielte Paare schon ab etwa 54 Litern, andere empfehlen ab 100 bis 200 Litern und für Gruppen deutlich über 300 Liter. Als vorsichtiger Rahmen gilt für ein Paar ein Becken von mindestens 100 cm Kantenlänge, für mehrere Tiere noch mehr. Wichtiger als das reine Volumen ist die Struktur: Steinaufbauten, die bis fast zur Scheibe reichen, bilden Höhlen, Spalten und Sichtblenden. Sandiger Bodengrund passt zum natürlichen Lebensraum. Die Aufbauten sollten standfest und unterhöhlungssicher sein, da die Tiere gern in Spalten und Überhängen stehen.

Bepflanzung

Pflanzen spielen bei dieser Art eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind Gesteinsaufbauten mit Höhlen und Spalten. Wer dennoch Grün möchte, wählt robuste Arten, die hartes Wasser vertragen, und befestigt sie an Steinen oder Wurzeln. Dabei ist darauf zu achten, dass die Gestaltung die Höhlenzugänge nicht verdeckt und genügend Schwimmraum erhalten bleibt.

Futter

Im Lebensraum frisst die Art kleine Krebstiere, Insektenlarven und weiteres Kleingetier von den Steinen. Im Aquarium werden Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Daphnien oder Mückenlarven besonders gern genommen. Nachzuchttiere gewöhnen sich meist auch gut an hochwertige Granulate und Flocken. Die Kost sollte überwiegend tierisch sein; pflanzliche Anteile spielen höchstens eine kleine Rolle. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag sind besser als eine große, und Futterreste sollten entfernt werden, damit die Wasserqualität stabil bleibt.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter sind äußerlich schwer zu unterscheiden. Nach Angaben aus der Praxis werden Weibchen meist etwas größer als Männchen. Sicher lässt sich das Geschlecht oft erst am Verhalten erkennen, wenn sich Paare bilden und gemeinsam ein Revier verteidigen. Deshalb empfiehlt sich der Erwerb mehrerer Jungtiere, aus denen sich ein Paar finden kann.

Zucht

Julidochromis marksmithi ist ein Höhlenbrüter mit Elternfamilie. Das Paar legt die Eier an die Decke einer Höhle oder Felsspalte. Zur Gelegegröße gibt es abweichende Angaben, von rund 40 bis 50 Eiern bis zu mehreren hundert. Die Larven schlüpfen nach etwa zwei bis zweieinhalb Tagen und schwimmen nach rund einer Woche frei. Beide Eltern bewachen die Brut, und die Jungfische wachsen langsam. Sobald sie etwa 2 bis 2,5 cm erreichen, können die Eltern ihnen gegenüber unduldsam werden; dann sollte man sie in ein eigenes Aufzuchtbecken umsetzen. Als Erstfutter eignen sich feine Lebendfutter wie Artemia-Nauplien oder Cyclops-Nauplien. Ruhe und viele Verstecke fördern den Zuchterfolg.

Endgröße

Ausgewachsen erreicht die Art je nach Quelle etwa 8 bis 12 cm; die Erstbeschreibung nennt für gemessene Wildfänge eine Standardlänge von gut 6 cm. Die hier bestellten Tiere sind mit 4 bis 5 cm noch jung. Sie wachsen eher langsam und können bei guter Pflege viele Jahre alt werden.

Verträglichkeit mit Zwerggarnelen

Erwachsene Garnelen: Julidochromis marksmithi ist ein überwiegend fleischfressender Buntbarsch, der Garnelen als Beute ansehen kann. Zudem sind die für Zwerggarnelen üblichen weichen Wasserwerte mit dem harten, alkalischen Tanganjika-Wasser kaum vereinbar. Eine Vergesellschaftung ist daher nicht empfehlenswert. Garnelen-Nachwuchs: Winzige Jungtiere dürften noch schneller gefressen werden; sie haben in diesem Becken praktisch keine Chance, auch nicht mit vielen Verstecken.

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Häufige Fragen (FAQ)


 

Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?

Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?

Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:

  1. Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
  2. Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
  3. Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
  4. Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
  5. Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.

Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.

Wie werden Zierfische versendet?

Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.

Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?

Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.

1. Optimale Wasserqualität sicherstellen

  • Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
  • Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
    • Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
    • pH-Wert (artgerechter Bereich)
    • Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
    • Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
  • Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.

2. Gesunde Ernährung bieten

  • Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
  • Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
  • Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.

3. Neue Fische richtig eingewöhnen

  • Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
  • Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
  • Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.

4. Stress vermeiden

  • Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
  • Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
  • Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
  • Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.

5. Krankheiten frühzeitig erkennen

  • Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen  können auf Krankheiten hinweisen.
  • Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
  • Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.

6. Aquariumpflege & Hygiene beachten

  • Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
  • Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
  • Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.

Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!

Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen

Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen. 
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.

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